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Sie liegen int Schützengraben vor Verdun,, sind bei dem Vormarsch in der Bukowina bc» , tciligt, melden die Engländer ab, die in! Flandern in unsere Linien eindringen wol­len. Ost auch gewahre ich unter den spie­lenden einen fröhlichen Knaben oder ein sin­niges Mädchen, die von der MuNer allein erzogen werden, weil der Vater seine Treue ! zu Vaterland und Volkstum mit seinem! Blute besiegelt lMt. Von der schweren Le­bensnot ihrer Eltern in diesen Tagen wftsen i die spielenden Kinder nichts. Aber, wenn s sie zehn oder fünfzehn Jahre älter sind, so werden sie inne werden, daß ihre Vater für! sie gefallen sind, damit sie, die kommende > Generation, ungehindert durch fremde G^! malt im freien, deutschen Laude wo hum und wirken können. Dann werden diese zu Jüng­lingen und Jungfrauen Herangewachsenen das Andenken ihrer Väter segnen und sich selber kraftvoll für- die Ideale einsetzen, für die die Väter gestorben sind. Ö- B.

Gietzen vor 40 fahren.

(Fortsetzung.)

Auch die Trunksucht zu heilen, boten sich in der Zeitung unbekannte Männer, die in weit entlegenen Städten wohnten, an. li eber Haupt blühte damals der Schwindel auf dem Gebiete der Krankenheilung. Eine Braunschweiger Firma erbot sich, alte Krank­heiten sicher und gründlich auf natürlichem Wege aus der Ferne zu heilen. Ein anderer, gleichfalls in Braunfchweig wohneiwer Heilkundiger" erteilteunentgeltliche" Auskunft über die Heilung von Bleichsucht, Drüsen und Magenschwäche. Dieses brief­liche Kurieren wird heute kaum noch gedul­det dafür aber gehen die Leute zum Natur- doktor, den medizinische Kenntnisse nicht be­lasten, dessen Blick also durch Sachkenntnis nicht getrübt ist. Damals wie heute blühte der Aberglaube und die Wahrsagekunst. Ein Gießener Schreibmaterialienhändler empfahl Lenormands Wahrsagekarten.

In einem> Geschäftszweige herrichte da­mals in unserer Stadt noch ganz die Art der Großväter und Urgroßväter, nämlich im Bäckereigewerbe. Wie 100 Jahre zuvor, so wurde Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts in der Zeitung noch das Frischbacken" bekannt gegeben. Genannt werden hier die Bäckermeister W. Lang in der Neustadt, H. Kühn am Kreuz, L. Kerl in der Neuenbäuen, Hermann Spieß in der Walltorstraße, K. Plant in der Wolkengasse. A Noll auf der Mäusburg, D. Rühl am Rathaus, I. Klingelhöffer in der Walltor­straße. Genau so wurden diese Geschäfte auch schon 100 Jialfre zuvor bezeichnet, ohne An­gabe einer Hausnummer, lediglich nach der Straße. . ^ n . c

Hier und da präsentiert fich uns Gießen in den Zeitungsinseraten noch als eine rechte Kleinstadt, ja als ein Landstädtchen. Oft ist

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angezeigt, woeine Kaute Dung" oder ein Haufen Mist" zu verkaufen ist. Eine An­zeige teilt kurz mit:Gekeltert wird bei Karl H:.", wir lesen auch:Bei mir kann gekeltert werden. Karl S." Ein junges Mädchen suchte Dienst bei eineranständigen" Öen- schuft. Ich möchte einmal die Herrschaft sehen, die dieses Prädikat nicht auf sich an wenden wollte. Eine Dame aus Wetzwr suchte ein Dienstmädchen jährlich für 48 Ta­ler Lohn. In der Regel wurde in diesen In seraten der alte AusdruckMagd" gebraucht. Wolmungen werden durchweg alsLogis" bezeichnet. Eine Anzeige dieser Art lautet: ..In meinem Hause ist das Logis im drir- ten Stock, nebst zwei Dachzimmern, im gan zen aus acht heizbaren Piöeen, Eabinet und Küche bestehend, zu vermieten." Also ein Uebermaß von französischen Ausdrücken !

Eine gewisse Art von Anzeigen findet man Ifeute glücklicherweise nicht mehr in un­seren Zeitungen. Das sind die Anzeigen, die solche, die auswandern wollen, aus gün­stige Schiffahrtsgelegenheiten aufmerksam machen. Der Strom der Auswanderer ging damals nach Nordamerika. DieAdler-Li nie", eine transatlantische Dampfschiffalnts- gesellschaft, vermittelte den Verkehr zwischen Hamburg und New Bork. Die Preise be trugen für die 1. Kajüte 495 Mk., die 2. Ka­jüte 300 Mk., das Zwischendeck 90 Mk. Diese Gesellschaften hatten überall in den Städten ilne Agenten, welche mit den Aus Wanderern die Vei'träge abschlossen. Zwanzig Jahre früher konnte mau in jeder Woche in den hessischen Zeitungen die Namen derer angegeben finden, die ausgewandert waren. Diese Listen zeigen, daß besonders auch aus Hessen damals eine ungeheure Menschen menge ausgewandert ist. Erst in den letzten 25 Jahren vor dem Kriege hat diese Aus­wanderung nachgelassen. Es ist jedoch zu fürchten, daß sie nach dem Friedensschlüsse wieder- einsetzt. Die wirtschaftlich schwere Lage, in der wir uns auch nach dem Kriege befinden werden, wird Manchen in das Aus­land und hinüber über das Meer drängen. Dazu kommt noch etwas anderes, das sehr bedenklich ist, das ist die in Deutschland immer mehr Umfang annehmende Begren­zung der persönlichen Freiheit. In Kriegs­zeiten muß ganz gewiß die v-ersönliche Frei­heit des einzelnen Staatsbürgers erheblich eingeschränkt werden, wie es jetzt durch die Militärdienstpflicht und die Hilfsdienstpflicht geschieht. Alle müssen sich in solchen Zeiten bent Zwecke des Ganzen unterordnen. Wenn man aber im Frieden den einzelnen allzu­sehr in seiner Bewegungsfreiheit einengt, so kann das zu schweren Rückschlägen führen. Und wir sind in Deutschland daran, solche Rückschläge vor zu bereiten. Männer und

Frauen, die in Vereinen mit politischer oder sozialer Tendenz zusammengeschlossen sind, werden nicht müde, den Regierenden Vor­schläge zu machen, wie man auf das Volk

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