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dein 1. Januar 1875 kamen auch neue Brief- Karl wieder und mar sehr traurig. Cr marken auf. In den letzten Jtrhren haben j fragte: was ich zu tun gedenke, und ich sagte wir Aenderungen gerade auf diesem Gebiete! ihm : noch könne ich darüber nichts sagen', fa oft erlebt ^ fun* nnomt mir ntrfi. nnhiPrPÄ iihrirtTill^lri >

Unsere Hausfrauen, die jetzt mit gutem Grunde über die beinahe unerschwinglich ho­hen Lebensmittel preise klagen, wird es iteressieren, zu erfahren, wie hoch diese Preise im Jahre 1875 waren. 4 Pfund gemischtes Brot kosteten 62 Pfg., 4 Pfund Roggenbrot 54 Pfg. Das Pfund Ochsenfleifch, und zwar erster Qualität, kostete 58 Pfg. Es wurde darüber geklagt, daß das Pfund Butter auf 1,45 Mk. kam. Der Zentner Brennholz ko

aber wenn mir nichts anderes übrigbliebe, würde ich mich beim Militär melden.Das tue ich zwar ungern," fügte ich hinzu,aber eine schlechtere Behandlung als hier habe ich dort nicht zu fürchten!" Und nun schüttete ich einen Teil meiner Klagen aus, die Karl unstreitig mitgeteilt lMt, lvas auch inein Wille mar. Ich kam ebensowenig zum Abendessen und .ging endlich hungrig zil Bette. Was ich machen sollte, wußte ich nicht. Ich hatte niemanden, an den ich mich wenden

stete, klein gehauen, 1,50 Mk. Die Gas- konnte; denn daß mein zweiter Oheim mir anstatt lieferte Koks, den Zentner zu 95 Pfg., nicht gegen feinen Bruder Beistand leisten, in das Haus gebracht zu 1 Mk. Der Schop- würde, wußte ich, und außer dem war nie- pen 1874 er Wein kostete 42 Pfg., die Flasche Lagerbier k8 Pfg., die Flasche Gießener Aktienbier 23 Pfg. Für den Mittagstisch bezahlte man in den angesehensten Gast­häusern 80 Pfg. Herren konnten Zugstiefel für 8,50 Mk., elegante Zugstiefel für 9,60

Mark erwerben, Danrenstiefel kamen auf 9 Mk.

Daß 40 Jahre im Leben eines aufstreben­den Volkes doch recht in das Gewicht fallen, merkt man daran, daß geschäftliche Bezeich­nungen, die damals gang und gäbe waren, heute weggefallen sind. Die Handwerks­meister wurden auch, wenn sie selbständig waren, damals selten als Meister bezeichnet, sondern hießen einfach Schneider, Maurer,! Schreiner, Barbier. Statt des letztgenann­ten Wortes sagt man heute Friseur, die Bar­biere waren damals häufig auchHeildrener" und wurden als solche recht geschätzt. IWer heute Bureauvorsteher ist, hieß damals Scri- bent, die unselbständigen Kaufleute wurden als Kommis bezeichnet. Damals existierte auch noch die etwas lang geratene Bezeich­nungEllenwarenhändler".

Mancherlei Aufschluß über das geschäft­liche Leben vor 40 Jahren geben uns die Inserate imGießener Anzeiger". Ta wer­den den DamenChüles" angeboten, ein auswärtiger Hotelbesitzer, jedenfalls ein höf­licher Mann, verkündigt:Ich unterlasse nicht, dem wohllöblichen reisenden Publikum mein Hotel aufs beste zu empfehlen." (Ke­gen Erkältungen pries man Mittel, die man lieutzutage nicht mehr kennt, so Brustbon­bons, Brustsirup, Trauben brusthonig, Malzextrakt-Brustzeltchen. Als Mittel ge­gen Magenerkrankungen brachte manWeiße Lebensessenz" in empfehlende Erinnerung. Das waren wohl in der Mehrzahl Mittel, deren Verbreitung man heute verbieten würde. (Fortsetzung folgt.)

Aus der Jugendzeit eines deutschen Mannes.

mand da, dem ich meine Not hätte klagen können. Nur darüber war ich mit mir einig, daß ich mir keine schimpfliche Behandlung gefallen lassen dürfe, da ohnehin schon meine frühere Behandlung alles Maß der Billig­keit überschritt. Von der andern Seite aber haftete auf dem entlaufenen Lehrling eben­falls ein schimpflicher Makel, der mir sehr empfindlich war. Beim Militär wurde ich ohne Zweifel angenommen, aber meine Mut­ter hätte ich durch einen solchen Schritt ent­schieden unglücklich gentacht. Jede andere Zu­flucht aber war mir verschlossen. Ich erwachte ratlos und beschloß, auszugehen, um zu ver­suchen, db mir vielleicht unterwegs ein hel­fender Gedanke käme. Ich sagte Karl, daß ich ausginge, was nicht unbemerkt geschehen Gönnte, und lief nun ümtzer, Straße auf, Straße ab, planlos. Die Menschen gingen an mir vorüber, niemand kümmerte sich um mich und ich redete niemand an, denn an wen konnte ich mich wenden? Ich kaufte mir ein Brot, steckte es in die Tasche und kehrte nachmittags aus meinen Boden zurück, wo id) ungestört Nachdenken konnte. Karl kam wieder herauf und schien gern erfahren zu wollen, wo ich gewesen sei. Ich war aber schweigsam, und er verließ mich bald. Der Tag verging ohne irgend ein Ergebnis.

(Fortsetzung folgt.)

ttirchliche Anzeigen.

Sonntag,den 1 2. A u g u st.

10. nachTrinitatis.

G o t t e s d i e n st.

3n der Ztadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier- ten aus der Markusgemeinde Pfarrer Schwabe. Vormittags 9(5 Uhr: Pfarr- assistent Lic. Reuning. Mittwoch, deii 15 August, abends 8 Uhr: Kriegsbet- stunde. Pfarrer Schwabe.

3n der 3ohanne5kirche. Vormittags 8 Uhr, siehe S t a d t k i r ch e. Vormittags 9(5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheim er. Abends

andern oben bleiben. Gegen Abend kam i 8 Uhr: Bibelbesprechung im Iohannessaal.

Verantwortlich : Pfarrer B e cf) t o l * f) c i m c r. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und St-iiidruckcrei

R Lanqe, Gieften.