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im Garten unsere Zonntagssträuße und wandelten zur Kirche. Ruch mein Vater war sehr ergriffen. Die Einsegnung war schön und machte einen tiefen Eindruck; nie im Leben bin ich wieder so feierlich bewegt gewesen. Mit dem Denkspruche des psalmisten: „Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinem Worte!" wurde ich eiagesegnet und in den Bund der Ehristen ausgenommen. Nachmittags hatte sich der größte Teil der Lingesegneten bei den Eltern eines der eingesegneten Mädchen zum Kaffee vereinigt. wir verlebten heitere Stunden in Ernst und Scherz und gingen sehr befriedigt auseinander.
Trotz langen Wartens hatte sich mir keine andere Aussicht für meine künftige Lebensbestimmung eröffnet, als die angedeutete, Goldarbeiter zu werden. Mit meinem Oheim, der in Berlin Goldschmied war, war die Sache ins reine gebracht, und er hatte sich bereit erklärt, mich anzunehmen. Ich wurde notdürftig mit Wäsche und Kleidung versehen, eine Rusgabe, die meinen Eltern recht schwer fiel. Meine M!utter versprach mir, von Zeit zu Zeit etwas Geld zu schicken, und erlaubte mir, vierteljährlich einmal ins Theater auf die Galerie zu gehen, was mir als ein Lichtpunkt in meinem künftigen Leben erschien. Fortsetzung folgt.)
«leine Mitteilungen.
Die Versetzung des evangelischen pfarrdienstes wird sich in Zukunft in Deutschland recht schwierig gestalten. Rugen- blicklich stehen viele jüngere Pfarrer als Feldprediger an der Front, die Pfarramtskandidaten und Studenten der Theologie gehören fast ausnahmslos dem Heere an. von den letzteren sind ungefähr 12% gefallen, so daß die Theologen, was die verlujtziffern betrifft, den Studenten der übrigen Fakultäten vorausgehen. Immerhin konnten im Bezirke des Dekanates Gießen vor kurzem zwei Pfarramtskandidaten zur Verwendung kommen. Km 22. Rpril wurde Pfarrassi- stent Liz. Neuning aus Friedberg für die Gemeinde Gießen, am 29. Rpril pfarrassistent Cidenmüller für die Gemeinde Klein-Linden ordiniert.
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In Zy rien und palästina ist durch die französischen Klosterschulen eine Beeinflussung des Volkes seit Jahrzehnten in deutschfeindlichem Sinne betrieben worben. Daher hegen die eingeborenen Ehristen vielfach eine entscheidende Rbneigung gegen alles, was deutsch ist. Der deutsche Kaufmann ist freilich wegen seiner geschäftlichen Tüchtigkeit, wegen seines Ernstes und seiner Zuverlässigkeit überall am meisten geschätzt. Rber die französische Republik hat in kluger Weise alljährlich fast eine Million für französische Klosterschulen aufgewandt und es verstanden, diese kirchlichen Rn-
stalten für ihre politischen Zwecke auszunutzen. Rlle Schulbücher sind in französischem Geiste geschrieben und impfen den jungen Bewohnern der Levante den haß gegen Deutschland von frühester Jugend ein.
Und bis zum Kriege war über die ganze Türkei ein ganzes Netz solcher französischer Klosterschulen ausgespannt, während die deutschen Schulen nur spärlich vertreten waren. Rlle jungen Leute, die ein höheres Studium erstrebten, hatten keine andre Wahl, als nach Frankreich zu gehen, da sie ja alle Französisch gelernt hatten und daher leicht dem Universitätsunterricht in Paris folgen konnten. Tine deutsche Universität konnten sie nicht besuchen, weil sie dann erst hätten Deutsch lernen müssen. Daher gibt es in der Türkei so viele Männer, die fließend französisch sprechen und fast gar kein Deutsch verstehen. Daher lesen diese Männer nur französische Zeitungen, und das ist ein Umstand von unberechenbarer Wichtigkeit. Jeder Postdampfer brachte ihnen fast nur französische Zeitungen und Zeitschriften,' während nur die geborenen Deutschen deutsche Zeitungen lesen. Das einzige deutsche Gegengewicht befand sich im Syrischen Waisenhause in Jerusalem, hier lernte jeder Zögling neben seiner arabischen Muttersprache auch deutsch in Schrift und Wort.
Rus „Ruf der Warte".
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 13. Mai. Nogate.
Kollekte für die Evangelischen im Rusland.
Gottesdienst.
In der Sladttirche. vormittags 8 Uhr, zugleich Ehristen- lehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr, vormittags 97s Uhr: pfarrassistent Lic. Neuning. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. — Donnerstag, den 17. Mai (himmelfahrtstag), vormittags 97 2 Uhr: Pfarrer Schwabe. — Nachmittags 2 Uhr, in der alten Friedhofskapelle: Pfarrer Mahr.
In der Johanneslirche. vormittags 8 Uhr, zugleich Thristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer R u s f e l d. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer R u s f e l d. — Donnerstag, den 17. Mai (himmelfahrtstag), vormittags 97 2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
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Wartburg, evangel. Jünglings- und Männer-Verein,
Diezstr. 15. Sonntag, den 15. Mai, abends 8 Uhr: Vortrag. Dienstag, den 15. Mai, abends 87» Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 16. Mai, abends 874 Uhr: Leseabend. Gäste stets willkommen.
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verantwortlich: für den Textteil Pfarrer Bechtolsheimer, für den Anzeigenteil 6- ^eck; Druck und Verlag der Brühl'fchen Unwerütäls-
Buch- und Steindruckerei R. Lange, sämtlich zu Giehen.


