- 2Q?
Dem Licht entgegen!
Es ist das ganze Leben Zur den, der Jesus kennt,
Lin stetes, stilles warten Zum seligen kldvent.
wem Kommt in diesen dunklen Tagen nicht die Zehnsucht nach dem Licht? wenn am Morgen der Tag gar nicht kommen will, des Nachmittags die.Dunkelheit so früh hereinbricht, wie freut man sich da, zu wissen, baß es eine kurze Zeit nur noch währt, bis das Licht siegen wjird, die Tage länger werden und die Dunkelheit mehr und mehr verschwinden muß.
Ja, wir gehen dem Licht entgegen!
Ist es mit unserer Seele nicht ebenso, oder vielmehr, sollte es nicht ebenso sein, daß wir unverrückbar fest es uns vor Bugen halten: wir gehen aus all der Trübsal, die unsere Herzen und Seelen verdunkelt, dem Licht entgegen, dem Hellen Schein, der von dem Stern im fernen Jordantale und von der Krippe zu Bethlehem ausgeht, um unsere Herzen auf das Neue zu beleben.
wir feiern in diesen Tagen das große Friedensfest, wir stehen vor der größten Wunder- und Gnadentat unseres Gottes, wollen wir nicht unsere Seelen öffnen und dies himmelslicht aufnehmen, um in Wahrheit grade dieses Fest in diesem Jahre, wo unsere Herzen des Friedens so ganz besonders bedürfen, zu begehen, als ein von unserm himmlischen Vater in seiner großen Barmherzigkeit uns von neuem geschenktes.
halten wir stille, blicken wir nach oben, lassen wir uns von der Himmelsbotschaft erfüllen, und wir werden dadurch gefestigt, mit noch vermehrter Glaubenszuversicht des irdischen Friedens zu warten, den wir so heiß ersehnen.
Ja, du, o Herr, bist uns zu gut in diese Welt gekommen,' Du hast freiwillig Fleisch und Blut für Sünder angenommen.
Zum Gpfer brachtest du dich dar,
Zu retten, was verloren war, wardst du ein Fluch hinieden.
G Liebe, die nichts Gleiches hat,
Du selbst trugst unsre Missetat,
Erwarbst uns deinen Frieden.
Baronin B.
vor einem Zahr.
Leise sangen die Schneeflocken ihr eintönig klagendes Lied. Es war, als wollten sie allen Jammer ringsum mit einem dichten Schleier bedecken und einen Frieden hervorzaubern, der doch nicht sein konnte,' denn aus der Ferne rollte dumpfer Kanonendonner an unser Ghr, ein Weihnachtsgruß unserer westlichen Nachbarn, denen wir an der Mosel schon seit langen Monaten nahe genug gegenüber lagen. Es war da nur ein ganz kleiner, jetzt durch die Wirkung der Granaten abgeholzter waldrücken, der uns von einander schied, fast wie weiland die zwei Königskinder, die einander so sehr liebten nur, daß auf unserer Seite wenigstens die Liebe mit einem starken Ouentlein ehrlichen, deutschen Soldatenzornes vermischt war.
Doch heute schien es, als wolle der feindliche Nachbar sich nur auf den üblichen Morgengruß beschränken. Und im Grund unseres Herzens waren wir ihm für diese Nücksicht- nahme recht dankbar: war uns doch gerade heute jede Störung so unerwünscht wie nur möglich. Die konnte die schönsten Pläne über den Haufen werfen,' denn es war ja Heiligabend, und da galt es, das Bild der Heimat so her
beizuzaubern, daß alle Stimmen der Sehnsucht, die laut werden wollten, von dem Klang der reinen Freude übertönt würden, wie würde es werden? hieß es wieder Bereitschaftsstellung und Blarm oder konnten wir uns unbesorgt der Freude der Stunde überlassen? Blles deutete diesmal auf Buhe, außergewöhnliche Befehle waren nicht gekommen, und so wurden denn alle Vorbereitungen mit doppeltem Eifer betrieben.
heimatliche Liebe und Fürsorge hatten unter den Millionen deutscher Soldaten im Feld auch uns nicht vergessen. Schon seit Wochen lagen gewaltige Kisten da, deren Außenwände das rote Kreug weithin leuchten ließen, die ersehnte und begehrte Schätze in sich bargen. Es war beschlossen worden, daß die Negimenter, die an diesem kleinen Grt mit seinen roten Ziegeldächern ihr Nuhequartier hatten, nahe genug an der Front, um sie jederzeit herbeiholen zu können, und das große Feldlazarett sich zu einer gemeinsamen kirchlichen Feier vereinen sollten, um dann für sich gesondert ihre Bescherung zu halten. Dieses alte katholische Kirchlein, das der gut flanzösisch gesinnte Eure in der langen Sutane so tapfer verteidigt hatte, um den evangelischen Preußen den Eingang zu verwehren, wie steht es mir noch so klar vor Bugen! Jeden Sonntag wiederholte sich dasselbe Schauspiel: wenn die Dorfbevölkerung ihr Kirchlein verließ, konnte sie vor demselben die langen Neihen feldgrauer deutscher Soldaten stehen sehen, die drinnen, wo noch die Wolken des Weihrauchs den Baum durchzogen, nun ihren Gottesdienst hielten.
Und erst Weihnachten! Dieses Fest hatten die meisten unter uns doch noch nie so erlebt wie in diesem Jahr. Es sollte doch nach Möglichkeit so werden, wie daheim am Thristabend. Trotz des lebhaften Protestes des Ortsgeistlichen hatten wir es durchgesetzt, daß zwei große, herrliche Tannenbäume, nur mit Silberstreifen und Lichtern geschmückt, vor dem Hochaltar aufgestellt worden waren. Dieser selbst lag da im Hintergrund, abgeschlossen von dem, was vorne vor sich ging, nur von dem mystischen Schein der heiligen Lampe erleuchtet, eine Welt für sich. Das war ein ungewohnter Bnblick für die Dorfbewohner. Neugierig drängten sie sich heran und konnten sich nicht satt sehen an diesem absonderlichen Schauspiel.
Endlich war es soweit. Die Nacht senkte sich auf das Moseltal herab, klar und kalt. Kein Schuß ließ sich hören, und so durften wir hoffen, ungestört zu bleiben. Draußen auf der Straße ein geschäftiges Laufen und Eilen. Die Unsrigen sammelten sich und standen bald in Neih und Glied. Dann, ein kurzes Kommando, eine militärische Meldung, und nun ging es hinein in das Kirchlein, das die Eintretenden mit Lichterglanz und Grgelklang begrüßte. Da waren wir alle beisammen: Offiziere und Soldaten, Evangelische, Katholiken und Juden, aus allen deutschen Gauen und doch sich als Brüder desselben Volkes fühlend, die weihe dieser Feierstunde spürend. Ein Männerchor, aus hessischen Landstürmern unter Leitung eines Organisten gebildet, sang nun Beethovens ewig schönes Lied von der heiligen Nacht. Ein Militärkrankenwärter, im Zivilberuf evangelischer Geistlicher, las die uralten Weissagungen, die immer neue Geburtsgeschichte des Heilandes und lenkte endlich in seiner Ansprache die Gedanken hin auf die einzigartige Bedeutung dieser Stunde. Zwei Opernsänger, die verwundet im Feldlazarett lagen, brachten uns Peter Eornelius' weihnachtliche Tondichtungen nahe, und dazwischen klangen die allbekannten Weihnachtslieder, ia dieser Stunde mit Wehmut und Ernst von uns angestimmt. Tannenduft durchzog den Baum, und es war wie


