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Nr. 1. Nieszen. 1. Sonntag n. Epiph. den 9. Januar 1916. 5. Jahrgang.

Mission und Passion.

Kposletgeschichie II. 19 und 20. Die aber zerstreuet waren in der Trübsal, so sich über Slephanu; erhob, gingen umher bi; gen PHSnizien und Tnpern und ttnliochren und redeten da; Wort zu niemand denn allein zu den Juden T; waren aber etliche unter ihnen. Männer von Typern und Ki)rene. die kamen gen Antiochien und redeten auch zu den Griechen und predigten da; Evangelium vom Herrn )esu;

Oas Landesmissionsfest. bas wir am kommenden Sonn* lag feiern. friwdU diesmal in uns schmerzliche (befühle wir konnten seither an diesem Lage immer von dem Wachs- tum des Reiches Gottes berichten und von Heiden erzählen, die zu Jesus gekommen u>aren. Das Wort Gottes lief Über den ganzen Erdball und erreichte unter allen Zonen Men- Ichen. die oon ihm bislang noch nicht berührt waren. Nun ist durch den grossen Weltkrieg, den wir führen müssen, zum erstenmal in einem Missionsjahrhundert. die Missions- arbeit in einer weise gehemmt, ja zerstört worden, daß alle ihre freunde sich von einem schweren Schlage gelroffen wissen. Oie heidenmission hängt für uns im Hessenlande innig mil der vasler Mission zusammen. Zür sie hauplsäch- lich geben wir unsere Beiträge, ihr bienen die Missionare, die bei uns ihre Heimat haben, ihre Missionsprediger be­leben bei unseren Missionsfesten das Interesse für diese Keichsgottesarbeit. Im Sommer Ml3 gedachten wir das hundertjährige vejtehen dieser Missionsanstalt zu feiern, der Krieg, der die lauten, lärmenden Zeste eingedämmt hat. lasst auch die stillen, ernsten Zelte nicht aufkommen. die im wesentlichen nur das zum siel haben, daß sie Gottes be­wahrende und segnende Macht preisen. Oer l^rieg hal in empfindlicher weise die Mission getroffen. Schwer getroffen ist die vasler Mission besonders in Kamerun, wo unser Landsmann Heinrich Walther aus veuern einige Jahre ge­arbeitet hat. Oie Station vonebela, ux> er wohnte, iit gründlich ausgeplündert worden, nachdem die Engländer die Missionare und ihre Zamilicn ergriffen und verschleppt haben. Kuch anderwärts in Kamerun ist das geschehen, die Engländer haben sich sogar nicht gescheut, die Missionare zeitweise von Schwarzen bewachen zu lassen, wie es dort mit den christlichen Gemeinden aussieht, ist ganz in Ounkel gehüllt. In Indien hat man die deutschen Missionare gefangen genommen und ausgewiesen. Wohl geht die Mission in China weiter, aber

die dortigen Missionare stehen dadurch, daß der Zeind die Verbindungswege in der Hand hat, mit der Heimat nicht mehr im Zusammenhang. Schwer ist auch die Rheinische Mission in Veutsch-Südostafrika getroffen, während es in Togo besser aussieht. Km unheilvollsten mag es auf die Heidenwelt einwirken, wenn sie erfährt, daß die christlichen Völker sich gegenseitig bis zur Vernichtung bekämpfen.

Somit feiern wir das diesjährige Landesmissionsfest unter dem Zeichen des Kreuzes, wer aber die Geschichte des Reiches Gottes kennt, der rveiß, daß Mission und Passion nicht nur ähnlich klingende Worte, sondern auch innerlich zusammengehörige begriffe sind. Kus unserer Schulzeit wissen wir, daß es den ältesten Missionaren wahrlich nicht leicht gemacht wurde, ihr Werk zu treiben. Man denke an Paulus und seinen dornenvollen Lebensweg! Oennoch Hai Gott die Arbeit der Heidenbekehrung von Knfang an gesegnet, ja gerade das Xreuz, unter dem sie stand, ist ihr forderlich gewesen. E§ war gewiß ein schwerer Schlag für die älteste Christenheit, als Stephanus unter den Steinwürfen fanatischer Menschen starb, aber gerade dieses Ereignis sollte nach dem willen Gottes der Ausbreitung des Evangeliums dienen. Oie Männer, die. um einem gleichen Schicksal zu entgehen, sich von Jerusalem weggewandt hatten, gingen nach phonizien. Enpern, Antiochien, Xvrene, kurzumin alle Welt" und predigten das Evangelium von dem Herrn Jesus. So hoffen und glauben wir, daß auch die gegenwärtige Prüfung nur dazu mithelfen wird, daß das Evangelium von Jesus zu olchen kommt, die es seither noch nicht angenommen haben, und daß nach dem Kriege. dessen End? wir alle ersehnen, das Iverk der Mission, das durch und durch ein Zriedenswerk ist, in eine neue, glänzende Epock? seiner Geschichte eintritt

h. v.

Oie erste Morgenstunde.

wenn wir es uns recht überlegen, io müssen wir uns jagen, daß wir im tägliiben Leben viel Zeit verlieren, viele Minuten und Stunden entweder unousgefvllt ganz vorüber­gehen lassen oder sie mit allerlei unnützen Oingen hinbringen. Oingen. die weder unser äußeres noch unser inneres Leben zu fördern geeignet sind.