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Frau gebohren Ihre Taufzeugen sind gewesen Johann Martin Schäffer Borger und Sepler allhier So dann Tlisabetha Barbara Schollin Herrn Kndreas Scholl Borger und Sattler hinterlassene Tochter so dann Maria Barbara Schollin des Herrn Georg Wilhelm Scholl Borgers und Sattlers hinterlassene Tochter und Ihr den Namen geben Llisabeta Barbara." Schon hieraus sieht man, daß Kohlermann seine Familienbeziehungen vorzugsweise in den Kreisen der Gießener Gewerbetreibenden hatte,' seine verwandten waren Perückenmacher, Bäcker, Seiler, Sattler.
(Ein Jahr darauf wurde dem jungen paare das erste Kind geboren. Der Vater schreibt: „Knno 1777 den 2ten Juli) Nachmittags zwischen ein und zwei) uhr hat uns der högste gesegnet mit einem Mädgen und ist den 4ten Julp zur heiligen Taufe gelassen worden. Ihre Taufzeugen waren Johann Gregorius Koos Borger und Perrückenmacher und Latrina Tlisabetha Kohlermann, des hiesigen Borgers und Thorschreibers eheliche haußfrau und Ludwig Friedrich Geißmar Borger und Perrückenmacher und Margareta Erb, Johann Philipp Erb Borger und Becker meister allhier (Tochter) und Ihr den Namen gegeben Margreta Tlisabetha Johanneta Lowiesa Kohlermann." Man sieht, daß die Paten den Kreisen angehörten, mit denen das junge paar am engsten verbunden war. Km Taufbecken stand der frühere Lehrmeister Koos, dessen Geschäft Kohlermann übernommen hatte, seine Mutter, sein Schwager Geißmar und sein Schwiegervater.
Da es für manche Gießener Familie interessant ist, den Spuren ihrer Vorfahren zu folgen, so seien hier die weiteren Kinder des Thepaares und deren Paten verzeichnet.
Km 28. Februar 1779 wurde die Tochter Katharina geboren. Patin war Katharina Margareta Schneider, Tochter des Freikorporals im hiesigen Kegiment Johann Daniel Schneider und Konrad Jakob Kohlermann, Bürger und Barbier zu Gießen.
Km 5. Juli 1781 erblickte der Sohn Jakob Ludwig das Licht der Welt. Paten waren Johann Kdam Jakob Kohlermann, „mein vatter und Thorschreiber am Selsserthor und meinem Bruder seine Frau Konrat Jakob Kohlermann, borger und Balwier und mein schwager Ludwig Friederich Geißmar Borger und peruquemacher allhier." Kus dieser Notiz erfahren wir, daß der Vater Kohlermann am Selterstor als Torschreiber fungierte.
Die Paten des am 21. Oktober 1783 geborenen Sohnes Ludwig Friedrich gehörten ausnahmsweise nicht dem Bürgerstande an, es war die Gattin des Nektars „von Grollmann", wie Kohlermann schreibt, und der Sekretarius Faber.
Km 31. Dezember 1784 „kortz vor Tin Uhr" wurde die Tochter Maria Johanneta Thristina geboren. Paten waren Konrad Lhristian Feger, Bürger und Perückenmacher dahier und Jakob Koch, Buchhalter dahier bei Herrn Buchführer Krüger junior und Frau Maria Magdalena Bott, des Herrn Johannes Gotthelf Bott, Borger und Perückenmacher in Marborg eheliche Hausfrau, ferner die Jungfer Johanneta Kmalia Benner, des hiesigen Katsdieners Benner hinterlassene Jungfer Tochter. Zum erstenmal erscheint hier ein Pate, der nicht in Gießen seinen Wohnsitz hatte.
Km 13. Januar 1787 hat Gott das Thepaar gesegnet mit einem „Buwen", der schon am ersten Tage getauft wurde, wie überhaupt die Taufe der Kinder damals in den ersten drei Tagen nach der Geburt stattfand. Diesmal waren Paten „Herr Wilhelm Fieser auf dem Tohrn", also der Wächter auf dem Turm der Stadtkirche, ferner Tberhard Dietz, Frau
willin (Will), des Bürgers und Branndweinbrenners Lhlige haußfrau und Frau Ferber, des hiesigen Weinwirts Thristian Ferber, Thlige Frau."
Pate des am 25. Oktober 1788 geborenen Sohnes Friedrich Thristian Justus war Justus Daniel Kohlermann, Borger und Kramer und Branndweinbrenner, ferner Frau Tlisabetha Kohlermann und Friedrich Faber, Sohn des Goldschmieds Faber.
Ueber die Geburt des jüngsten Sohnes macht der Vater ausführliche Kngaben: „1791 den 6ten map hat uns gott gesegnet mit einem Jungen oder Buwen und ist auch auf den nehmlichen Tag getauft worden den morgent ein vertel nach 4 Uhr und den abent um halber 6 Uhr getauft von Herrn Pfarrer Buff. Die Taufzeugen sind gewesen Jacob Geißmar peruquer gesell dermahl in frankfort in conticion bei) Herrn Buschell peruquer, meines Herrn Schwagers des peruquers Geißmar sein älster Sohn und Frau Fießern, des dahiesigen Thornmann seine Frau und ihm den nahmen geben Jacob Thristian."
hinter dieser Kufzeichnung findet sich gleichfalls von der Hand des Vaters die Notiz: „den 10 Juni 1805 ist er zu Herrn Schneidermeister und casse Diener Wagner in der hinder Gaß in die Lehr gekommen, ist die dato (an demselben Tage) aufgedinget worden und habe an Herrn Zunftmeister Trle zahlt auf Ding gelt 6 Gulden 55 Kreuzer."
(Fortsetzung folgt.
Zwei Stimmen zur Zrage Stadt und Land.
In seinen „Tisernen Blättern" (Ur. 56) schreibt D. Traub Unter der Ueberschrift „Bauer und Städter" u. a..
„Ts überfällt uns heute wie ein allgemeines Fieber, daß jeder nur für sich sorgen will. Wir müssen entbehren, und es wäre unrecht, die Kot zu verkleinern,' sie drückt immer die am meisten, die unten stehen. Kber wir sind alle selbstzufrieden mit uns selbst und unseren Opfern. Diese sind doch nur der selbstverständliche Dank dafür, daß unsere Felder unverwüstet bleiben und unsere Wälder nicht zusammengeschossen sind, und wir im Frieden unsere Straße ziehen. Trotz der Kot bleibt dieser Dank unser tägliches, heiliges Kecht. Unsere Väter machten noch größere Notzeiten durch und redeten weniger davon. Unsere Heere kriegt der Feind nicht unter, falber der kleine Beamte und das städtische Krbeits- und Krämervolk, das Luft und Sonnenschein weniger kennt, als der Bauer, muß arbeitsfähig erhalten bleiben. Vas erste Gebot lautet: Fest einzutreten für die Mehrung aller landwirtschaftlichen Trzeugnisse in Feld und Stall, aber der Zweck dieser Trzeugnisse bleibt der verzehr. Darum gebe das Land alles, was es entbehren kann, damit wir miteinander leiden und miteinander siegen. Der Franzose Barrez sagte kürzlich: „Der schwache Punkt bei den Deutschen ist ihr Bauch. Wenn wir der Bande den Brotkorb hoher hängen, dann werden wir ihr den Siegeswillen austreiben." Klso um unseres „Bauches" willen rechnet der Feind auf den Sieg. Merken wir's uns! In der Geschichte der Preußen steht der Spruch eingegraben: „Wir Preußen haben uns groß gehungert." heute spricht so ganz Deutschland. Der Feind wird zu Schanden."
Und die ,Christliche Welt" (Kr. 44 vom 2. Kov.) veröffentlicht einen Brief aus Bochum, in dem es u. a. heißt:
„In dem Verhältnis Stadt und Land ist jetzt das Land der entscheidende Teil, ja von ihm hängt meines Trachtens nicht weniger als alles ab. Im Feld können wir nicht besiegt


