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zu Veränderungen sind entschieden in republikanischen Staaten häufiger zu finden, als in monarchischen, und das Gute, welches man sich von den ersteren verspricht, findet man meistens nicht, weil es auf Illusionen beruht. Es seht den Menschen voraus, wie er sein sollte, und nicht, wie er ist.
Zu Ostern 1793 mußten wir die Kaserne verlassen. Meine Mutter hatte eine geringe Wohnung in der kleinen Hamburger Straße an der Ecke der Linienstraße gemietet, die wir natürlich nun bezahlen mußten, von meinem Vater fehlten alle Nachrichten. Unser Leben würbe immer ärmlicher. Ich lief im Sommer barfuß und hatte nur leinene Hosen, ein Hemd und eine Weste. Gar bald war meine Mutter so weit, daß sie keine andern Kleidungsstücke besaß, als die, welche sie auf dem Leibe trug. Mochte sie diese auch noch so reinlich halten und noch so oft flicken, so konnte sie sich zuletzt doch mit ihnen nicht mehr Sonntags in der Kirche sehen lassen, und so mußte sie endlich auch den letzten Genuß, den letzten Trost, den sie bis dahin gehabt hatte, entbehren. Sie fühlte sich dadurch sehr unglücklich^. Rls einzige Erholung ging sie nun zuweilen auf den Sophien-Kirchhof, setzte sich auf ein Grab, das jüngste Kind im Rrme haltend, und wir älteren spielten um sie herum und fingen Schmetterlinge.
Fortsetzung folgt.)
Kleine Mitteilungen.
Rn Stelle des Kirchendieners Ehristoph Wagenbach, der demnächst von seinem Dienste zurücktritt, wurde der Lagerhalter Heinrich Ludwig zum Kirchendiener an der Stadtkirche gewählt.
Der ,,Oberhessische Verein für Innere Mission" hält Mittwoch, den 8. November, nachmittags 372 Uhr, im Gemeindehause in der Kirchstraße seine Jahresversammlung. Der Direktor des Predigerseminars in Friedberg, Professor I). Schoell, wird einen Vortrag halten über das Thema: ,,was fordert die gegenwärtige Lage von der Inneren Mission?" Rbends 8 Uhr findet in der Stadtkirche ein Gottesdienst statt, in dem der vereinsgeistliche für Innere Mission, Pfarrer Memmert aus Darmstadt, die predigt hält.
Der Rrtikel von Dr. Kappesser „wie die Provinz Uhein- hessen zum Großherzogtum Hessen gekommen ist" wird in der nächsten Nummer zu Ende geführt werden.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 29. Oktober, 19. nach Trinitatis.
Gottesdienst.
)n der Stadtkirche. vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Rbends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Rbends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde, siehe wartburgverein. Montag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 31. Oktober, nachm. 4 Uhr im Matthäussaal: Frauenmijsionsverein. Rm nächsten Sonntag findet im Rbendgottesdienst Beichte und heil. Rbendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde statt. Rnmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
In der Johanneskirche. vormittags 9 l !> Uhr: Pfarrer Rusfeld. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Rusfeld. Rbends 6 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Rbends 7 V 2 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal, desgleichen der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. Mittwoch, den 1. Aovember, abends 8 Uhr: Kriegsbetjtunde. Pfarrer Rusfeld. Freitag, den 3. November, abends 5Vs Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. Rm kommenden Sonntag, den 5. November, findet im Rbendgottesdienst Beichte und heil. Rbendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde statt. Rnmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. - Rm Neformationsfest, den 5. November, wird in beiden Kirchen eine Kollekte für evangelische Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung erhoben, von diesem Tage an beginnen die Rbendgottesdienste um 5 Uhr.
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