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wenn Frieden ist. . .
Einmal wird Friede sein! Und jede Stadt,
Das kleinste Dorf wird seine Helden haben
Und Feste feiern wollen. Sorgensatt
vergeht dann nicht der Helden, die begraben,
Die eingescharrt in fremder Erde ruhn!
Einsam gestorben, wie das Tier im Walde - Scib nicht zu laut mit eurem Festestun!
Denkt an die Gräber auf verlass'ner Halde.
Der Gräber denkt an dunklem Waldessaum —
Hn Gräber, tief auf blauem Meeresgründe - Rn Gräber, einsam unter Busch und Baum - Und sachter fließt das Wort aus eurem Munde! Windet ein Trauerreis zu jedem Kranz,
Der einem Helden zum Willkomm geboten,
Seib stille von Musik upd Spiel und Tanz.
Denn gar zu leicht vergessen wir die Toten.
(Aus „Unseres Herrgotts Kanzlei".)
Meine Mitteilungen.
Die Schulbehörde der Stadt Frankfurt a. M. hat die Regierung gebeten, mit dem I. September den Schulbeginn wieder morgens auf 8 Uhr zu verlegen. Zur Begründung dieses Gesuches hat man auf die gesundheitlichen Schäden verwiesen, die den Kindern aus dem zu frühen Schulbeginn erwachsen, man hat gleichzeitig auch gefordert, daß im nächsten Sommer, falls die sogenannte ,,Sommerzeit" wiederkehren sollte, der Schulbeginn überhaupt auf 8 Uhr gelegt werde. Wenn man bedenkt, daß die Kinder in den Städten - auch in Gießen - in der Regel sehr weite Wege vom Elternhaus bis zur Schule zurückzulegen haben, während auf den Dörfern die Kinder ihr Schulgebäude in wenigen Minuten erreichen, so versteht man, daß hier wirklich ein Rotstand vorliegt, viel zü früh werden die Kinder aus dem Schlaf geweckt, haben einen weiten Weg zurückzulegen, müssen dann fünf Stunden in der Schule sitzen, haben mitunter noch zwei Stunden Nachmittagsunterricht, wie kann es da anders sein, als daß die Gesundheit Schaden leidet? Man muß sich wundern, daß man in einer Zeit, in der man „Bevölkerungspolitik" treibt und ein gesundes Geschlecht heranziehen will, eine solche Maßregel ergriffen hat, die diesen Rbsichten ganz zuwider ist. Ruch der wirtschaftliche Nutzen der „Sommerzeit" scheint fraglich zu sein. Man wollte
Sicht sparen. Für die Monate.Mai, Juni und Juli kam das überhaupt nicht in Betracht,- denn in diesen Monaten ist es sehr lange Tag, weder morgens noch abends braucht man zur Rrbeit Sicht zu machen. Im September aber muß man in der ersten Rrbeitsstunde die Rrbeitsräume beleuchten, was früher nicht nötig war. Ts scheint, daß höchstens Unternehmungen, die Vergnügungszwecken dienen, von der neuen Maßregel Nutzen haben, so die Kurverwaltungen, die den Kurpark höchstens eine Stunde lang für die Rbendkonzerte zu beleuchten brauchen. Man hat gerühmt, daß der Rrbeiter am Rbend viel mehr Zeit zu seiner freien Verfügung habe. Gb namentlich die jungen Seute in ihrer Gesamtheit diese Zeit gut anwenden, ist zu bezweifeln.
Endlich aber ist das kirchliche Seben, das überall im ersten Kriegsjahre eine lebhafte Steigerung erfahren hat, durch die „Sommerzeit" geschädigt worden. Die Kinder, die an den Wochentagen so früh aufstehen müssen, wollen und müssen Sonntags einmal ausschlafen. Dadurch werden auch die erwachsenen Familienglieder, besonders die Mütter, am Besuch des Frühgottesdienstes gehindert, vollends die Kriegs- betstunden, die in den eigentlichen Sommermonaten bei Hellem Tageslichte abgehalten werden, haben durch die Unordnung, von der wir erhoffen, daß sie bald der Geschichte angehören wird, eine Verminderung der Besucherzahl erfahren. Die weitaus meisten deutschen Behörden scheinen sich davon überzeugt zu haben, daß die Vorteile, die man von der „Sommerzeit" erwartet hat, ausgeblieben sind.
kirchliche Anzeigen.
Gottesdienst.
Kollekte für die Kaiser-Wilhelm-Stiftung.
In der StadMrche. Sonntag, den Z. September, 11. nach Trinitatis, vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Thristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus- gemeinde. vormittags 9V-> Uhr: Pfarrer Mahr, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. pfarrerM a h r.
In der Johanneskirche. Sonntag, den z. September, 11. nach Trinitatis, vormittags 8 Uhr: Pfarrer Russeld. Zugleich Thristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde, vormittags 9 1 /» Uhr: Pfarrer Be ch - tolsheimer. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Sukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Mittwoch, den 6. Sept., abends 8 Uhr: Kriegsbetslunde. Pfarrer Rusfeld.
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