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manchen Stabten von winkelbuchhandlangen gepflegt wird. (Es ist ungeheuerlich, was man dort dem lesehungrigen Volke bietet. Ganz ungeheuerlich! Neulich wurde einem Kameraden ein solcher Schmöcker ins Feld geschickt.Der Theaterrüpel" hieß er und er kam aus einer Leihbücherei Kassels - durch die Hand einer höheren Tochter aus guter Familie. Der Kame­rad, ein junger Student, kam ganz entsetzt und zeigte mir das Buch, dessen Inhalt ich hier nicht angeben kann und darf, wahrhaftig, ein ganz fürchterlich gemeiner Schmöker. Ehe­bruch über Ehebruch, Orgie über Orgie! Ich habe schon viel literarischen und moralischen Schund gelesen, lesen müssen- etwas Derartiges ist mir noch nicht in die Finger geraten. Soll das Lebensbesserung, Lebensverinnerlichung während des Krieges bewirken? Das lesen deutsche Mädchen während wir bluten?... Gibt's denn nun gar kein Mittel gegen dieses Giftzeug einer verbrecherischen Schriftstellerwelt? Kein Wun­der, daß nachher niemand mehr Freude hat an Goethes Iphigenie, an Schillers Maria Stuart oder an Hebbels Rgnes Dernauer! Kein Wunder! Es muß besser werden - auch in dieser Hinsicht. Sonst ich fürchte es - fließt viel teures Blut umsonst.

Sommerfomt tag.

Sonntag ist's in Feindesland!

Ein prächtiger Sommertag!

Stahlblau wölbt sich der Himmel über das Städtchen.

Einsam und still ist's um mich her.

Die Natur mit all ihrer Pracht,

Sie verkündet den Sommer in seiner herrlichsten Vollendung.

Durchs weite, geöffnete Fenster eines alten, verlassenen Zim­mers des Schlosses strömt Sommerfrische und Sommer­lust herein zu mir.

Es ist, als zög's mich mit unwiderstehlicher, unbezwingbarer Kraft hinaus hinaus in diese so schöne Gottesnatur.

Die Vögel in den alten, dichtbelaubten Zweigen der Kotbuche vor meinem Fenster,

Die saftig-grünen wiesen und bunten Blumenbeete des Schloß- parkes

Dies alles lockt und ruft:

,,Komm heraus! du Menschenkind! verlaß die alten Käume!

Komm und genieße, freue dich dieser Pracht!

wir allein geben dir, was deine müde Sehnsucht hofft!"

Ich könnte meinen, noch nie war's so schön auf dieser Welt!

Und dennoch Krieg und Völkerringen.

In weiter Ferne vernimmt man das dumpfe Köllen der Geschütze.

Das Summen eines deutschen Fliegers reißt mich jäh aus all den süßen Träumen.

Doch das Surren der Propeller wird immer schwächer und leiser.

Frieden und Kuh' ziehen wieder still und zögernd ein in die Seele.

Der Zauber der Uatur nimmt mich wieder gefangen.

Er führt mich langsam ins Land der Träume zurück.

Sonntag schönster und reinster Sonntag in der Uatur!

Sonntag, tiefster Frieden auch in der Seele des müden Kriegers!

Im Felde. Gberjäger Koschwitz.

Meine Mitteilungen.

Die Christenlehre wird in diesem Jahre für die Markus- und Johannesgemeinde am l7. September, für die Matthäus- und Lukasgemeinde am 24. September geschlossen werden. In der darauf folgenden Woche nehmen die Konsirmandenoer- einigungen, über deren Termin noch näheres bekannt gemacht wird, ihren Rnfang.

kirchliche Anzeigen.

Gottesdienst.

In der Stadtlirche. Sonntag, den 27. Rugust, l0. nach Trinitatis, vormittags 8 Uhr: Pfarrer Mahr. Zugleich Christenlehre für die Ueukonfirmierten aus der Matthäus­gemeinde. vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schwabe, vor­mittags ll Uhr: Militärgottesdienst, Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. - Mittwoch, den 30. Ruguft, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Mahr.

In der Johannesfirche. Sonntag, den 27. August, 10. nach Trinitatis, vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtols- heimer. Zugleich Thristenlehre für die Ueukonfirmierten aus der Lukasgemeinde, vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer R u s = f e l d. vormittags l I Uhr: Kinderkirche für die Johannes­gemeinde. Pfarrer Rusfeld. Rbends 8 Uhr: Bibelbe­sprechung im Johannessaal. Sonntag, den 3. September, wird in beiden Kirchen die alljährliche Kollekte für die Kaiser-Wilhelm-Stiftung erhoben werden.

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