seiner Kindheit bereits einmal habe fließen sehen, das be- deutschen Staaten, die schwer gelitten hatten, und Preußen, deute in der Volksmeinung Hungersnot. Keeb setzte dann Verhältnismäßig spät und nur durch das Vorgehen der Kach- auseinander, daß in Kheinhessen die Behandlung der Ernte barstaaten dazu veranlaßt, ordnete die Großherzoglich nicht aus nasse Jahre berechnet sei, man müsse deshalb hessische Regierung die Grenzsperre an. Noch im Dezember
von den Leuten lernen, deren Ernte spät käme und daher 1816 wurde der ,,Mainzer Zeitung aus Klzep berichtet,
durch Negen gefährdet sei. Man solle beim Schneiden des man sei dankbar, daß der Landesherr nicht durch Anlegung
Korns die Kehren nicht auf die bloße Erde, sondern immer einer Sperre die Not vergrößert habe, in „Keuhessen" habe
auf den Sturz der Halme des vorliegenden Gelages legen man den Selbstbedarf gesichert und für die Krmen gesorgt, und die Gelage sehr dünn ausbreiten. Jede gute Stunde be- (Fortsetzung folgt.)
nütze man zum Menden und Binden, und während man noch bis auf diesen Tag in Kheinhessen die Kornhaufen so aufschichtet, daß man je zehn Garben übereinander legt, gab Keeb den Kat, es so zu machen, wie es in der Wetterau geschähe, nämlich die Garben aufrecht in einen Kreis zu stellen und den Kegel mit den ausgebreiteten Halmen einer auf ihn umgestürzten Garbe zu bedecken. So könnten die Kornhaufen zu je zehn Garben bis zum herbste der nassen Witterung widerstehen. Gerste und Weizen behandle man auf dieselbe Krt.
Nach dem Jahre 1811 hatte man, wie schon erwähnt ist, in Kheinhessen kein gutes Weinjahr mehr gehabt, 1816 war ganz unergiebig. Wie wenig man sich von der Weinernte versprach, zeigte ein Tauschkontrakt, den in einem Dorfe des Kantons Pfeddersheim — der Name wird nicht genannt — zwei Männer, und zwar, wie die Zeitungsmeldungen hervorzuheben für nötig finden, in nüchternem Zustande und mit reiflicher Ueberlegung miteinander abschlossen. Der eine von ihnen trat dem andern die 1816er Kreszenz von fünf Morgen gut gehaltener Weinberge gegen eine Maß 1811er Wein förmlich ab.
Line Folge des schlechten Ausfalles der Ernte war auch, daß der Aberglaube, der damals in der rheinhessischen Bevölkerung viel fester eingenistet war als heute und der an manchen Winterabenden Stoff zu schauerlichen Gesprächen bot, sehr rege wurde. Namentlich im traurigen Winter 1816/17 hatten die Furchtsamen Anlaß, das Versagen der Naturkraft mit unheimlichen geheimnisvollen Gewalten in Zusammenhang zu bringen. Davon berichten auch die Zeitungen. Aus England, wo Unfälle verschiedener Krt, Feuer und Sturm, die Bevölkerung schreckten, wurde berichtet: „Zeichen lassen sich am Himmel und auf der Erde sehen, die dem großen Haufen nichts Gutes verkünden. Feuerkugeln und geflügelte Drachen ziehen durch die Luft, man hört klägliche Stimmen aus der Tiefe des Bodens, und Propheten sagen schreckliches Unheil voraus, das da kommen soll. Das schlimmste Zeichen aber ist der Mensch selbst mit seinem Aberglauben ohne Keligion." Natürlich redeten die Aengstlichen bei den großen Kegengüssen des Jahres 1816 wieder vom Weltuntergang, wie sie das fünf Jahre zuvor, als der große Komet am Himmel stand, schon getan hatten, sie sagten, für 1816 sei geweissagt worden, die Welt gehe in Feuer unter, nun sei ersichtlich, daß sie durch Wasser untergehe. Buch sah man damals Zeichen an Sonne, Mond und Sternen. In Ungarn, so hieß es, sei eine feurige Kugel so groß wie ein Vollmond erschienen, das bedeute nichts Gutes. Vielleicht war diese Kugel wirklich der Vollmond, die einem spät nach Hause Wandelnden auf den Weg leuchtete.
Ernster waren die Maßnahmen, die die Landesregierungen Vornahmen. Man glaubte, dem herrschenden Notstand nicht besser begegnen zu können, als indem man allenthalben die Landesgrenzen für den Handelsverkehr sperrte. Es waren die außerdeutschen Staaten Frankreich und Oesterreich, die damit anfingen. Dann folgten die süd-
ttriegrgedanken.
5.
(Schluß.)
Das Gold zur Keichsbank!
D deutsches Volk, du Volk der Kraft,
Was hast du alles schon geschafft!
Die Feinde groß und klein zerzaust Mit deiner erzbewehrten Faust.
Doch haben sie noch nicht genug.
Sie brauchen alle List und Trug,
Kanns auf dem Weg des Kampfs nicht sein,
Dich wirtschaftlich zu machen klein.
Drum, Michel, jetzt nicht lang bedacht!
Kimm deine Lage wohl in acht.
Das Gold, das hell ins Auge sticht,
Als einen Schußwall um dich schicht'.
Zu deines eignen Landes Nutz Und deinen Feinden all zum Trutz.
Keck' in die höh' die goldne Faust,
Daß deinen Feinden davor graust.
Kück' deine letzten Kronen raus,
Die du noch findest in dem Haus.
Schaff', daß all dein gemünztes Gold hin in die Keichsbankkasse rollt.
In Kisten und Schubladen schau,
Was noch an Schmuck hat deine Frau.
Krmband, Uhrkett' und Medaillon,
Kuch Brosch' und Ohrring nicht verschon'.
Was sie nur hat an goldnem Tand,
Das gebe sie dem Vaterland.
Was nutzlos Jahr um Jahr schon lag,
Sie schleunig in die Keichsbank trag.
Daß sie die Goldrüstung vermehr'
Und stärke unsres Kelches Wehr.
Daß Truppen Hab' der Feldmarschall
Und Gold der Generalgeldmarschall. K. G.
Kleine Mitteilungen.
Schlichte Ehrung der Gefallenen. Wie die Teilnahme am Heldentod der Krieger und am Schmerz der Ungehörigen, sei auch die Ehrung allgemein und öffentlich. In einer Vorortkirche bei Altona geschieht das besonders schön und eindrucksvoll. Für jeden, der den Heldentod für Kaiser und Kelch gestorben, wird ein grüner Tannenkran) mit schwarz-weiß-roter Schleife und mit Kngabe von Kamen und Kegiment aufgehängt. Lauter gleiche Kränze nebeneinander an geeigneter Stelle der Wand, jedes Kuge sucht den bestimmten. Immer wieder neue kommen hinzu, alle gleich!


