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Blick auf unser gesamtes Volk können wir diese Fragen nicht durchweg freudig bejahen.

Unsere waffenfähigen Männer und Jünglinge stehen draußen im Feld. Sie kämpfen unter Gefahren, Mühselig­keiten und Entbehrungen aller Rrt, kämpfen für uns, und wir können und werden dies nie vergessen. Doch auch wir daheim haben zu kämpfen, zu sorgen und zu tragen, zumal der ver­nichtungsplan unserer Feinde schwere wirtschaftliche Nöte für einen jeden unter uns mit sich gebracht hat. Und viele fragen angesichts des herrschenden Mangels: Muß dies alles so sein, wie es gegenwärtig ist? Zst's recht, daß in ernster, schwerer Kriegszeit, da es sich um Zein oder Nichtsein unseres Volkes handelt, die einen sich auf Kosten der anderen bereichern, daß vermögen erworben werden und' damit anderen das Rushalten bitter schwer gemacht wird? Woran liegt es, daß die Rnord- nungen der Obrigkeit nicht immer das erreichen, was sie doch zum Besten unseres Volkes erreichen wollen? Gewiß sind solche Fragen wohl berechtigt, es wäre seltsam, wenn sie nicht die Kerzen bewegten, aber es ist schwer, die rechte Rnt- wort zu finden. Daß menschliche Fürsorge und Vorkehrung oft nicht das Gewollte erreicht, ist um so verständlicher, alz es sich hier um Rufgaben handelt, die noch nie in solcher Größe und Schwere zu lösen waren. Und wo ferner die Hauptschuld an der uns drückenden wirtschaftlichen Zage zu suchen ist, wir könnens mit voller Sicherheit und Klarheit jetzt nicht erkennen, und darum bescheiden wir uns dabei, mit allem Nachdruck zu sagen.° U)er gegenwärtig irgendwie dazu beiträgt, das zum Leben Erforderliche zu verteuern, der versündigt sich an seinem Gott, versündigt sich an seinem Volk und Vaterland! was im Frieden schon Unrecht ist, wird im Krieg, wird in diesem Kriege zum verbrechen!

Darum mißachten und verkennen wir nicht den Bußruf, den Gott der Herr so ernst crn uns alle ohne Unterschied richtet: ist doch jeder Krieg auch ein siegreicher mit all dem Schweren, das er zu tragen gibt, ein Gericht Gottes, das zur Buße führen soll.

Großes ist unserem Volk bisher, unter der Hilfe des Herrn unseres Gottes, gelungen. Großes draußen und daheim. Gerade die stille Rrbeit, das Sorgen daheim, die Opferfreudigkeit unserer Gemeinden wollen wir nicht ver­gessen. wir haben gezeigt, dajß wir ein starkes Volk sind, und ein starkes Volk wollen wir bleiben, stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Darum weg mit allem

Kleinmut und mit aller Verzagtheit, wo sie auch immer sich regen wollen. Tragen wir mutig und stark, was es zu tragen gilt! Wir haben den Krieg nicht gewollt, mit reinem Ge­wissen zogen wir das Schwert. Und darum können wir Herzen und Hände emporheben zu dem Herrn. Nicht auf ,,Nosse und wagen" verlassen wir uns, sondern auf den Namen des Herrn unseres Gottes!"

Mrchliche Anzeigen.

Gottesdienst.

In der Stadttirche. Sonntag, den 6 . Rugust, 7 . nach Trinitatis. Kollekte für die Kriegsbeschädigten. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Thriftenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde, vormittags 9 l / 2 Uhr: PfarrerSchwabe. Nächsten Sonntag, den 13. Rugust, findet Beichte und heil. Rbendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde im Hauptgottesdienst statt. Rnmeldung vor­her bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

In der Johanneskirche. Sonntag, den 6 . Rugust, 7 . nach Trinitatis. Kollekte für die Kriegsbeschädigten, vormittags 8 Uhr: Pfarrer Rusfeld. Zugleich Thristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9Y 2 Uhr: Geh. Kirchenrat Professor v. E ck. Mittwoch, den 9. Rugust, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Rus­feld.

Wartburg, evangel. Jünglings- und Männer-Verein,

Diezstraße 15. Sonntag, den 6 . Rugust, abends 8 Uhr: Vor­trag. Rufnahme neuer Mitglieder. Dienstag, den 8 . Rugust, abends 8 V 2 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 9. Rugust, abends 8 V 2 Uhr: Zeseabend. Donnerstag, den 10 . Rugust, abends 8 V 2 Uhr: Turnabend. Samstag, den 11 . Rugust, abends

8 V 2 Uhr: Reltere Rbteilung. Gäste stets willkommen.

* *

Vibettränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Für

die jüngere Rbteilung jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr, für die ältere Rbteilung jeden Samstag von 6 bis 7 Uhr im Johannersaal.

Vibettränzchen für Mädchen aus der Zohannesgemeinde.

Jeden Dienstag von 67 Uhr im Johannessaal.

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Buch- und Steindruckerei R. Lange, sämtlich zu Gießen.