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brannte durch ein eingeschlagenes Gewitter die gantze Wallporter Strafe, worauf 160 hauptbäue ohne die andren waren, innerhalb 2 Stunden ab, wurde aber bald wieder erbauet. Davon sind in der Stadtkirche auf einer alten Tafel lateinische und teutsche Verse zu lesen." Doch nicht alle Gebäude sind damals wieder aufgebaut worden, wie Rambach meint,- denn der „Brand" jetzt „Landgraf-Philipp-Platz" genannt, rührt von dieser Feuersbrunst her.
Ueber die Gießener Kirchen berichtet Rambach auf Grund der Feststellungen, die von Winckelmann herrühren, daß Gießen schon im Jahre 1320 zwei Kirchen gehabt habe, „eine auser der Stadt, welche zu Ehren St. Petri in Selicern, daher der Grt den Kamen des Selherberges bis annoch behalten, die andre in der Stadt, die zu St. pancratii und St. Marien Ehren erbauet gewesen. Dieses Dorf Seltzer ist ohne Zweifel eingegangen, da das alte Gießen von derselben Seite weiter angebauet worden. Die Kirche ist aber erst nach der Rnno 1524 in Hessen eingeführten Reformation durch Philipp den Großmütigen wegen der nahen vestungswerke, die er angelegt, 1550 abgebrochen worden. Wahrscheinlich hat man auch damals die dabey stehende Ziegelhütte niedergerissen, die nun vor der Reustadt stehet. Sonst sagt man auch von einem bepm Setzersberg gestandenen Siechenhauß oder Spital und nennt noch einen gewissen Platz das Siechloch und das dabei) fließende Wasser die Siechbach." Die Mutterkirche war die Peterskirche in Selters, die Kapelle in der Stadt war Filiale. Doch wohnte der Pfarrer schon früh in der Stadt, wohin auch der Hauptgottesdienst verlegt wurde und ein Friedhof entstand. Schon 1354 wird von der Stadtkirche alz parochialis ecclefia (Pfarrkirche) gesprochen. Die „Siechloch" genannte Stelle ist an der Ecke der Frankfurter und des westlichen Teiles der Rlicestraße, dem „hessischen Hof" gegenüber. Die alte Stadtkirche stund mit ihrer Längsachse senkrecht zur Gstseite des Turmes, mit dem Thor nach der Kaplaneigasse gerichtet, also im rechten Winkel zur Längsachse der jetzigen Kirche. Rn ihr wurde während des ganzen Mittelalters gebaut, 1520 war sie fertig. Sie mag wohl im 18. Jahrhundert zu klein geworden sein, aber nur übertriebener Sparsamkeit ist es zuzuschreiben, daß sie im Rnfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Wie froh wären wir heute, wenn wir das ehrwürdige und sicherlich interessante Bauwerk noch besäßen! Für eine neue Kirche hätte sich leicht ein anderer Platz finden lassen. Die Burgkirche (über
deren Entstehung wir im vorigen Jahrgang des „Sonntagsgrußes" berichtet haben) stand am Ende der Sonnenstraße in dem Winkel rechts am botanischen Garten.
von der Kapelle auf dem alten Gießener Friedhof sagt Rambach: „Ruser der Stadt- und Burgkirchen befindet sich auch hier, vor dem Reuwegerthor auf dem Kirchhof eine artige Todeneapelle, worinn die Leichenpredigten gehalten werden und viele schöne epitaphia (Grabsteine) zu sehen." Die Totenkapelle auf dem alten Friedhof ist die hier erwähnte. Sie wurde 1625 bis 1625 vom Rat der Stadt erbaut. Das Bild des Ratsherrn, der damals dem städtischen Bauwesen Vorstand, Johannes Ebel zum pirsch, hängt in der Empore der Kapelle. Leider ist die Renovierung mißraten, aber der Kopf läßt doch noch erkennen, daß es von der !)and eines tüchtigen Meisters stammt. (Fortsetzung folgt.)
kirchliche Anzeigen.
Gottesdienst.
)n der Stadtkirche. Sonntag, den 50. Juli, 6. nach Trinitatis. vormittags 8 Uhr: Siehe Johanneskirche. vormittags 9 1 -> Uhr: Pfarrer Schwabe. - Mittwoch, den 2. Rugust, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde, pfarrassistent Hofsmann.
In der Johanneskirche. Sonntag, den 50. Juli, 6. nach Trinitatis, vormittags 8 Uhr: Zugleich Ehristenlehre für die Reukonfirmierten aus der Lukasgemeinde: pfarrassistent H o f f m a n n. vormittags 9V 2 Uhr: Pfarrer Ru 5 feld. Rbends 8 Uhr im Johannessaal: Versammlung und Bibelbesprechung. * * *
Wartburg, evangel. Jünglings- und Männer-Verein,
Diezstraße 15. Sonntag, den 30. Juli, abends 8 Uhr: Vortrag. Rufnahme neuer Mitglieder. Dienstag, den 1. Rugust, abends 8Vs Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 2. Rugust, abends 8V2 Uhr: Leseabend. Donnerstag, den 5. Rugust, abends 8V2 Uhr: Turnabend. Samstag, den 4. Rugust, abends 8V2 Uhr: Reltere Rbteilung. Gäste stets willkommen.
Vibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Für
die jüngere Rbteilung jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr, für die ältere Rbteilung jeden Samstag von 6 bis 7 Uhr im Johannessaal.
Vibelkränzchen für Mädchen aur der Johannergemeinde.
Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannessaal.
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