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er selbst teilgenommen, vielleicht in hervorragender Meise teilgenommen hat. Ls ist, alz ob sich die einzelnen nür als Teile des Ganzen fühlen, das die eigentlichen Taten verrichtet, während jene nur d-essen Merkzeuge sind. Das ganze deutsche Volk hinwieder fühlt sich als Scholle, in die der Krieg seine Furchen reißt, und die bei allen schmerzen, die ihr diese Handlung verursacht, unter dem sich ihr mitteilenden Gefühl der Schaffenslust und Schaffensfreudigkeit erbebt. Sie spürt den Gdem der Zukunftslüfte, die über sie hinstreichen und aus ihr ein Mesen entstehen lassen wollen, von dessen Herr­lichkeit sie selbst nur eine ferne Khnung hat. Bus den Minter- schauern des Krieges hebt sich schon das Brausen der Früh­lingsstürme, in die das deutsche Volk all sein hoffen legt, denen es alle seine Münsche, sein starkes Mollen, seine zarten Geheimnisse anvertraut.

Freilich scheint die Tatsache, daß der Streit um die ,,Kriegsziele" bereits im Begriffe ist, unter uns zu ent­brennen, dem allen, was d«a gesagt ist, zu widersprechen, viele sehen schon den alten Parteigeist neu erstehen und die jugendliche Begeisterung unseres Volkes mit bleiernem Druck ersticken. Trotzdem will es untz scheinen, als ob wir davor keine allzu große Ungst zu haben brauchten. Der Strom des Meltlebens, in den unser Volk jetzt hineingerissen wird, wird diesem gar keine Zeit mehr lassen, sich im parteihader zu verzehren.

Es ist anders als nach dem Jahre 1870. Menn auch der Kusgang jenes Krieges dem deutschen Volke wieder nach langer Zeit ein erstes frohes Siegesgefühl schenkte, so über­ließ er es doch im wesentlichen sich und seinen Verhältnissen allein. Das deutsche Volk hatte die ersten zehn Jahre mit sich und der Ordnung seines inneren Mesens zu viel zu tun, als daß es sich mit den andern Völkern mehr als nötig ab­geben konnte. Es kam die Zeit der Gründungen. Keichtümer wurden mühelos erworben und gedankenlos verpraßt. Mäh­rend sich so die oberen Schichten unseres Volkes dem verant­wortungslosen Sinnengenusse Hingaben, ergoß sich ein Strom der Entgleisten sowie solcher, die an der reich besetzten Tafel überhaupt keinen Platz finden konnten, ins Kurland. Solche, die in Deutschland Träger von Grafenkronen gewesen waren, mußten sich dazu herablassen, in Uewporker Gasthöfen Kellnerdienste zu verrichten. Mas an edler Sinnesart sich aus der Zeit des Krieges erhalten hatte, rettete sich in den Hafen der Vereinsmeierei.

Die Erfahrungen, die diese Zeit unser Volk hat machen lassen, wecken in uns die Hoffnung, daß es nicht zum zweiten Male diesen Gefahren erliegen wird. Gerade das, was unsere Feinde als besonders wirksames Machtmittel glaubten in Tätigkeit setzen zu sollen, die wirtschaftliche Bbschnürung, hat in unserm Volke Gaben und Kräfte ins Leben treten lassen, die ihm auch nach dem Kriege werden verhüten helfen, daß es das innere Gleichgewicht verliere. Das Videant consules ist über Nacht zu einer Macht in unserem Volke erstanden, der wir auch seine Zukunft ruhig anvertrauen dürfen.

Freilich, das einzige, was wir am Himmel unserer Zu­kunft in scharfen Umrissen heranziehen sehen, ist das Heer doppelter und dreifacher Steuern, die wir werden entrichten müssen, hier erhebt sich denn die bedeutsame Frage: Merden nicht viele in unserem Volke sein, auch unter denen, die gegen­wärtig für ihr Vaterland kämpfen, die später, wenn die vater­ländische Begeisterung verflogen ist, sich diesem Druck zu ent­ziehen trachten, indem sie dem vaterlande für den Best ihres Lebens den Kücken kehren? Es wäre nichts beschämender

für Deutschland, als wenn nach dem Kriege die Buswanderer- zahlen wieder in die höhe gingen. Es wird die Aufgabe der Besten unter uns sein, auf Mittel und Wege zu sinnen, daß unseren! vaterlande diese neue Schmach erspart werde, vor allem wird Vorsorge zu treffen sein, daß den besitzlosen Kreisen das Leben im vaterlande trotz der Steuern so be­gehrenswert erscheine, daß sie gar nicht in die Versuchung kommen, diesem den Kücken zu kehren. Sodann werden sich die Besitzenden eine Einschränkung des Lebensgenusses ge­fallen lassen müssen, durch die die damit vergeudeten Lebens­kräfte anderen, nützlicheren Zwecken zugeführt werden.

(Fortsetzung folgt.) K. G.

Sin Kirchgang.

Zur Kirche rief der Helle Glockenklang'

Ich wanderte das grüne Tal entlang Und folgte jenem Kuf aus himmelshöh'n, vor Gottes Antlitz im Gebet zu steh'n.

Mir sangen: ,,Morgenglanz der Ewigkeit." Dann, in des Textes heiligem Geleit,

Erzwangen sich der predigt ernste Morte Den stillen Einzug durch des Herzens Pforte.

Es ward geredet von dem reinen Licht 3m himmelsglanz vor Gottes Angesicht,

Mo alles Elend unsrer dunklen Pfade

Sich lösen wird im Sonnenmeer der Gnade.

Ein leises Schluchzen neben mir klang nach,

Als dann der Geistliche das Amen sprach;

3d) blickte auf ein Mädchen, halb noch Kind, Mir nah' zur Seite sitzend, das war blind.

Mit Zittern tastete die kleine Hand,

Bis sie das arme Tränentüchlein fand

Für ihre Augen, die vom Licht nichts wußten

Und drum so bitterlich heut weinen mußten.

Es tropfte Zähr' auf Zähre silberhell Aus diesem dunkeltiefen Tränenquell,'

G leidvoll Bild, so arme, tote Augen,

Die nicht zum Sehen, nur zum Meinen taugen! Mehr als die Kede drang der stumme Schmerz Gleich einer Gottespredigt mir ins Herz.

Mie trübe war des Kindes Lebenspfad,

Das hier in seiner Kot gebetet hat!

Gb auch kein Erdenirrlicht es verführe,

Ob vielen falschen Schein es nimmer spüre:

3hm fehlt das Beste, Tröstlichste: das Licht!

Es kennt nur Uacht, ihm scheint die Sonne nicht. Und ich empfand ein innerstes Erbarmen,

Mie nie zuvor fühlt' ich mein Herz erwärmen Für jene vielen, die, wie dieses Kind,

Des finstern Tales arme Pilger sind.

Mir alle, die bewahrt vor solchen Schmerzen,

O nähmen wir es treuer noch zu Herzen:

Der beste Dank, daß uns die schöne Welt Als Bildnis sichtbar in die Bugen fällt,

Daß uns der Erdensonne Helle Strahlen So frohe Farben in das Leben malen,

3st eine milde, hilfsbereite Hand

Für jene, die das Glück noch nicht gekannt.

Es gilt bedenken, daß die armen Blinden Den mühevollen Meg allein nicht finden,'

Nur wer erhellen hilft die trüben Pfade,

Der wandert selbst im Sonnenschein der Gnade!