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Dörfergetoimmel des gesegneten Nltpfälzer Landes. Freilich waren dort auch merkliche Veränderungen seit jenem ersten Mal wahrzunehmen. Der Helle Fleck, der, besonders zur Zeit, wenn die Ernte die Laoten vergoldete, fast wie eine Tonsur auf dem ehrwürdigen Haupt des alten Bergriesen weithin leuchtete, war völlig verschwunden. Nus forst- wie volkswirt­schaftlicher Erwägung hatte die bayerische Regierung das uralte hofgut, das seit undenklichen Zeiten dort in einsamer höhe von fleißigen Bauern, zumeist Mennoniten, bewirt­schaftet worden war, von den letzten Besitzern angekauft und nach Niederlegung der baufälligen Wirtschaftsgebäude das sämtliche Ackerland wieder dem Wald einverleibt, aus dem es einst herauzgeschnitten war. Ein alter Förster, den ich da kennen lernte, hat mir Merkwürdiges über diesen Vor­gang berichtet. Wunderbar seien die in dem so lang kultivier­ten Ackerboden in dichten Weihen eingepflanzten Niefern- und Tannensprößlinge gediehen. Gleich einem Nehrenfeld seien sie gleichmäßig emporgeschossen, ganz anders wie sonst beim Nuf- forsten einer abgetriebenen Waldparzelle. Die ineinanderge- schlungenen Neste hätten Luft und Licht so vom Boden abgehal­ten, daß nur noch eine Dämmerung darunter herrschte. Nls man dann aber nach 18 bis 20 Zähren anfing, durch Lich­tung zu dichter Bestände und Nusnutzung der absterbenden unteren Neste Luft und Licht von neuem Zutritt zu schaffen, da seien plötzlich die so lange dort schlummernden Keime der ehemaligen Kleepflanzungen wieder aufgekommen, und so sei ein Nudel Nothirsche dort zur Nesung erschienen, deren Vorfahren wohl schon mit dem Jäger aus Ehurpfalz aus jener Gegend weg und zu dem fernen öoonwald und den Nrdennen sich verzogen hatten. Wie und durch wen aber diesen fremden Gästen Kunde von dem hier neugedeckten Tisch ward, das konnte mir der erfahrene Forstmann auch nicht erklären. Wer veranlaßt die Nachtigall fast genau am 9. Npril bei uns ZU erscheinen und dann nach achttägigen Locktönen am 16. ihr herrliches Liebeslied anzustimmen? Können doch auch die Jünger der neuen Wissenschaft, der Phänologie, die so gern feststellen, wann jedes Pflänzchen aus seinem Mutterschoß zu neuem Leben erwacht, uns den Grund nicht angeben, der es grade jetzt dazu veranlaßt. Nur allein der Maikäfer, weil er sich so schlecht im Kalender auskennt, muß dafür alljährlich aus verschiedenen Nedaktionstischen sich sehen lassen. Mein Ge­währsmann war übrigens so ein Ltück von einem Philoso­phen ; denn er sagte, das sei gerade so, wie manchmal Gedan­ken und Erinnerungen versinken und gänzlich vergessen wer­

den, die dann, von niemandem bemerkt, Jahre und Jahr­hunderte lang tief verborgen in der Volksseele schlummern, bis ein neuer Lichtstrahl sie wieder aufweckt. Daran habe ich denn schon so manchmal denken müssen.

(Fortsetzung folgt.)

ttirchliche Anzeigen.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Lonntag, den 4. Juni, Exaudi. vor­mittags 8 Uhr i Pfarrer Mahr. Zugleich Ehrijtenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde, vormittags 9Vs Uhr: pfarrassistent h >offmann. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer L ch w a b e.

Mittwoch, den 7. Juni, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer M a h r.

In der Johanneskirche. Lonntag, den 4. Juni, Exaudi. vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimsr. Zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukas­gemeinde. vormittags 9 V 2 Uhr: Pfarrer Nusfeld, vor­mittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer N u s f e l d. Nbendmahlsfeiern werden gehalten für die Lukas- und Johannesgemeinde am 1 . pfingstfeiertag, für Matthäus- und Markusgemeinde am 2. pfingstfeiertag, jedesmal im Hauptgottesdienst. Nnmeldungen hierzu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Wartburg, evangel. Jünglings- und Männer-Verein,

Diezstraße 15. Lonntag, den 4. Juni, abends 8 Uhr: Vor­trag. Dienstag, den 6 . Juni, abends 8 V 2 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 7. Juni, abends 8 V 2 Uhr: Leseabend. Donnerstag, den 8 . Juni, abends 8 V 2 Uhr: Turnabend. Lamstag, den 10 . Juni, abends 8 V 2 Uhr: Nettere Nbteilung. Gäste stets willkommen.

Bibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Für

die jüngere Nbteilung jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr, für die ältere Nbteilung jeden Zamstag von 6 bis 7 Uhr im Johannessaal.

Bibelkränzchen für Mädchen aus der Zohannesgemeinde.

Jeden Dienstag von 67 Uhr im Johannessaal.

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verantwortlich: für den Textteil Pfarrer Bechtolsheimer, für den Anzeigenteil k). Deck; Druck und Verlag der Vrühl'fchen Universität»-

Buch- und Steindruckerei K. Lange, sämtlich zu Tieften.