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bis zuletzt stark bleibt. Diese letzte Uusdauer und Zähigkeit entspringen aber dem guten Gewissen, den heiligen Gedanken und Idealen im Kerzen.
Ist sich die Bürgerschaft voll bewußt, daß die Heimat der Rückhalt der Truppe ist, daß Geist und Seele der Daheimgebliebenen stets erneuernd und erfrischend auf die wirken müssen, die im Felde stehen? Legt das Münchener Leben nach außen Zeugnis ab von einer solchen Mitarbeit? Erst vor einigen Tagen sagte mir ein Feldgrauer, der auf kurzen Urlaub in München weilte: „Ich halte es hier nicht länger aus, ich kann das Lotterleben nicht mitansehen bei all den schweren Opfern, die wir draußen täglich bringen müssen!"
Das Urteil des tapferen Feldgrauen klingt hart, aber seine Gefühle sind begreiflich. Die Truppen empfinden ihren Kampf als Kampf für höhere Güter, für Veredlung und Kultur. Er berührt sie peinlich, wenn sie in der Heimat das Gegenteil von dem wahrnehmen. Man darbt gern für Freunde der Einfachheit und Mäßigkeit, man stirbt gern für deutsche Schlichtheit und deutschen Idealismus. Uber für Wucherer und Genußjäger, für selbstsüchtige, oberflächliche Lebemänner und Hamster, für eitle, kokette Frauen Opfer zu bringen, fällt schwer, weil sie des Opfers nicht würdig sind.
(Fortsetzung folgt.)
Uleine Mitteilungen.
Um 1. Juni d. I. werden 30 Jahre verflossen sein, daß die Stadt Gießen von einem schweren hagelschlag heimgesucht worden ist. Es war dieser Tag der 1. Juli 1886, am Mittwoch vor Thristi Himmelfahrt, nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr brach das Unwetter aus, es nahm seinen weg von Süden nach Norden und fegte, von der Frankfurter Straße her kommend, über die Stadt hinweg. Es fanden sich Hagelkörner von der Stärke eines kleinen Hühnereis. In den Gärten war alles zerstört, Dohnen, Gurken und Gemüse mußten neu
gepflanzt werden, die Felder sahen am nächsten Tage aus, als ob sie gemäht worden seien, der Schaden war sehr beträchtlich.
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Um himmelfahrtstage findet wie alljährlich nachmittags um 2 Uhr in der alten Friedhofskapelle ein Gottesdienst statt.
In einem Urtikel „Ullerlei Taufgeschichten" (Gießener Unzeiger, Ur. 114, 2. Blatt vom 16. Mai 1916) teilt Dr. Johannes Kleinpaul mit, daß Kurfürst Uugust von Sachsen im Jahre 1569 den Superintendenten Daniel Greser zum Paten für seinen siebenten Sohn erwählt habe. Es sei daran erinnert, daß Greser der erste evangelische Geistliche von Gießen gewesen ist. Er trat sein Umt Weihnachten 1532 an und wurde von Kurfürst Moritz von Sachsen 1542 nach Dresden berufen.
ttirchliche Anzeigen.
In der Stadtkirche. Sonntag, den 21. Mai, Tantate. vormittags 8 Uhr: Pfarrer Mahr. Zugleich Ehristen- lehre für die Ueukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde, vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. — Die Versammlungen des Frauenvereins der Markusgemeinde finden wie seither wöchentlich an jedem Donnerstag, abends 8 Uhr, statt.
In der Zohanneskirche. Sonntag, den 21. Mai, Tantate. vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheims r. Zugleich Thristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Uusfeld. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für hie Johannesgemeinde. Pfarrer Nusfeld. Mittwoch, den 24. Mai, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde, pfarrassistent hoffmann.
Nächsten Sonntag, den 28. Mai, wird in beiden Kirchen eine Kollekte für die Evangelischen im Nuslande erhoben.
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