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Herzen und Rügen dieser Knaben und Mädchen etwas leuchten sehen von großem Entschluß, von ernster Verantwortlichkeit. Cs ist uns darum zu tun, daß dieses junge Geschlecht schon heute etwas von den großen Rufgaben der kommenden Tage erfasse. In die Tiefen unseres Volkslebens greift der Verlust an geistiger Kraft, die mit dem Blut unserer Jugend dahingeflossen ist. Und nur das neue Geschlecht kann dem Leben unseres Volkes, unserer Kirche, unserer Gemeinden für solchen Verlust Ersatz schaffen. Es ist nicht zu verwundern und zu vermeiden, daß nach überstandener Not, nach hartem Kampf und schwerem Opfer das Zinnen vieler rückwärts, in die Vergangenheit, gerichtet sein wird. Und wir brauchen hoffnungsfrohen Nachwuchs, dem Rüge und Zinn auf das Kommende, auf neue Rufgaben und große Ziele gerichtet bleibt. Mir haben in neuer Meise gelernt, daß unser Glaube, daß unser geistliches Leben mit den Wirklichkeiten dieser Zeit zu rechnen, an ihren Rufgaben zu arbeiten hat. Und je tiefer wir unsere Jugend im Glauben, in der Gewißheit ewigen Gutes und ewigen Zieles gegründet sehen mochten, um so großer und ernster erscheinen uns die Rnforderungen, die diese Zeit an ihres Glaubens Kraft stellen muß. Um den unentbehrlichen Sieg ringt unseres Volkes gesammelte Kraft, für unsere Konfirmanden, unsere lieben Betkinder aber gedenken wir des Mortes, daß unser Glaube der Sieg ist, der die Melt überwunden hat. 5o sind sie auf den gewiesen, der unseres Glaubens Inhalt und unseres Lebens Kraft ist, auf Jesus, den Herrn. Daß sie seines Geistes Kinder werden mögen, ist unsere große, frohe Hoffnung.
An die Nonfirmanden.
Ies. Sirach 39, 17 und 18.
Bleibt alle treu! Gehorchet Kinder mir, vernehmt mein ernstes Mort:
Seib eurer guten Eltern 5tolz und Zier Und ihres Rlters Hort!
Zieht fest in des Gesetzes Zchranken In Zukunft, ohne je zu wanken!
Bleibt alle treu!
Bleibt alle treu! Seib gleich dem Nöselein, Gepflanzet an dem Bach,
Der widerstrahlt der Sonne hellen Schein,
Zu Tal läuft allgemach!
Der Rose, dieser Edelblume, vergleichet euch in eurem Ruhme!
Bleibt alle treu!
Bleibt alle treu! in euch soll Freude sein Und Friede in der Brust,'
Zieht doch in eure Herzen heute ein Der Lenz und seine Lust.
Ihr gleicht dem Krieger, dem beim Frieden Die frohe Heimkehr einst> beschieden !
Bleibt alle treu!
Bleibt alle treu! an Thristus rankt empor So wie die Reb' am Pfahl,
Seht, wie sie los vom Halt den Saft verlor,
Gar bald wird dürr und kahl'
Sie welkt im heißen Sonnenbrände Mie eine Ros' im dürren Lande.
Bleibt alle treu!
Bleibt alle treu! und stehet fest am Platz,
Den heute ihr erwählt,
Rn Thristus habt ihr ja den größten Schatz,
Rn ihm, der euch gezählt.
Kein Gärtner kann euch treuer pflegen,
Rn einen bess'ren Ort verlegen!
Bleibt alle treu!
Bleibt alle treu! und merkt euch meinen Rat: Die Ros' ist dornenvoll,
Und Mut gehört zu jeder edlen Tat,
Rls ihres Sieges Zoll.
Ruf Freuden folgen bittre Leiden,
Ruf Frieden schwere Kriegeszeiten!
Bleibt alle treu!
Bleibt alle treu! Rls Opfer bringet dar Statt Meihrauchs süßen Duft Gebet und Rndacht dem, der ist und war Und uns nach oben ruft,
Zu jenen lichten Himmelshöhen,
Die Glaubensaugen selig offen sehen!
Bleibt alle treu!
Bleibt alle treu! Der weißen Lilie gleich,
Dem Bild der Reinigkeit!
In ihrem Schmucke zeiget fürder euch Für Zeit und Ewigkeit!
Beschmutzet niemals eure Kleider,
Den Meg des Lebens wandelt weiter!
Bleibt alle treu!
Bleibt alle treu! Der Glocken ernster Klang Begleitet, warnet euch!
Rch, daß er weiter tönte lebenslang,
Bis einst im Himmelreich
Nach gutem Kampf und Lauf zum Lohne
Der Herr euch gibt des Lebens Krone!
Bleibt alle treu!
h- _ R. H.
Letzte Erinnerung eines alten Mannes.
Valet will ich Dir geben Du arge, falsche Welt.
Valerius Herberger -j- 1627.
In wenig Wochen, will's Gott, werde ich vielleicht noch (am letzten Sonntag oor Pfingsten) mein 86. Lebensjahr vollenden.
Wie still ist es heute um mich her ! Sind sie doch bald alle, die mit mir jung gewesen, mir lange voraus dorthin gegangen, wo es keinen Haß und Neid, nicht Lüge und verrat mehr gibt. Und mich allein hat der Tod daheim vergessen, vielleicht, weil er jetzt da draußen so viel Schwereres zu schaffen hat? Denn draußen tobt jetzt der Weltkrieg schon bald zwei Jahre, welch furchtbares wort, vor dem zieht sich auf beschränktem Raum zurück jene schrecklichste Zeit, deren sich die Menschheit bis heute erinnert, in der der Dichter des Liedes, dessen Rnfangs- strophe ich hier vorgesetzt habe, nach dem Tod als Erlöser rief. Denn heute geht das Morden und Gemordetwerden durch die ganze Melt, überall auf und unter der Erde, über und unter den wogen und hoch über den Molken, im Winter und Sommer, Tag und Nacht tobt der Kampf zwischen den mobilen Millionen, und die Wissenschaft muß allein noch diesem Zweck dienen.


