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Tode neues £eben hervorsprießt, bis des Lebens Sieg offenbar wird. Huf das Leben selbst, auf gottgeschenktes, gottgeweihtes Leben ist unsere Siegeshoffnung für unser Volk gerichtet. Und so vernehmen wir in harter, von Sorge und Trauer beschwerter Zeit den alten Gsterklang: ,,Christ will unser Trost sein." Trost, Hufrichtung und Kraft ist uns die Gewißheit von des Lebens Sieg. Wie auch das schwere Hingen unserer Zeit zu Ende gehe, vor uns liegen Tage harter Hrbeit, die gewiß dadurch nicht leichter werden, daß viel schmerzliches Entbehren uns in die kommende Zeit geleitet. Huf Ewiges gerichtet, des Lebens im Neiche Gottes gewiß, wollen wir dem Neich, der Herrschaft Gottes auch in der Zeit entgegen hoffen und wirken. Wir glauben an des Lebens Sieg.
Dem Gedächtnis eines Trotzen.
Zum 2 4. Hpril l9I6.
Wohl nur sehr wenigen wird es bewußt sein, daß am 24. Hpril d. I. fünfundzwanzig Jahre vergangen sind, seit unser einstiger großer Schlachtenlenker Moltke abgerufen wurde zu den himmlischen Heerscharen.
Zwei Jahrzehnte waren ihm vergönnt gewesen, noch ,,den Baum wachsen zu sehen", wie er einstens selbst gesagt hatte, den Baum, den er selber mitpflanzen half,' und so geistesfrisch war der Neunzigjährige, daß er noch wenige Stunden vor seinem Heimgang einer Sitzung wenn ich mich recht erinnere im Herrenhaus in Berlin beiwohnte.
Wenn auch in der Jetztzeit unser Denken und Sinnen vollauf in Hnspruch genommen ist durch die gewaltigen Taten unserer siegreichen Heere, und wir oftmals von der Fülle des Stoffes benommen sind, der die wuchtigen Schritte der jetzt sich entwickelnden Weltengeschichte begleitet, so wollen wir darüber des einen nicht vergessen und dankbar seiner gedenken, dessen Lebenswerk es war, „ein geeinigt Volk in Waffen" schaffen zu helfen. Er war ein Vorläufer unserer jetzigen großen schweren Zeit, dessen Geist nachwirkend die Melden bilden half, deren weitausschauendem Feldherrnblick, vereint mit schlichter Seelengroße wir so unendlich viel zu danken haben, so viel, daß ein Menschenalter nicht ausreicht, diesen Dank abzutragen. Nein, bis in die Ewigkeiten hinein wird dieser von Generation zu Generation sich fortpflanzen zu einem unvergänglichen Erbe.
Hus diesem Gefühl tiefster, unauslöschlicher Dankbarkeit heraus wollen wir am 24. Hpril rückschauend unsres großen Moltke gedenken, und oorwärtsschauend in gleichem vertrauen den Blick von der Gegenwart in die Zukunft richten, in der festen Neberzeugung, daß unsere Heerführer von heute uns zu dem heißersehnten Frieden führen werden, wenn nach des Hllmächtigen Natschluß die Zeit hierfür gekommen sein wird. Baronin N.
Gebet.
Ew'ge Güte, stärke uns Jetzt in diesen Tagen,
Dieser Erde Druck und Leid Festen Muts zu tragen.
Wild und schwer die Wetter dröhn Bings an allen Enden.
Laß uns nur geborgen sein,
Herr, in deinen Händen.
Gib die Kräfte der Geduld, Gib die Kraft des Leides. Laß uns unter deinem Schutz Sein gesegnet beides.
wahres Leben.
„Lebst du in mir, 0 wahres Leben, so sterbe nur, was du nicht bist. Ein Blick von dir kann mehr mir geben, als was der Welt das liebste ist." So sagt ein sinniges Glaubenswort, dessen Gedanken uns gerade in der gegenwärtigen Zeit, wo wir die Ueberwindung des Todes durch den Lebensfürsten feiern, treffliche Dienste leisten können, vom wahren Leben redet dieses Liedeswort, und es bedarf nicht viel Nachdenkens, um zu erkennen, daß damit der Gegensatz zu einem unwahren, falschen Leben festgestellt ist. Wie wahres und unwahres Leben voneinander zu unterscheiden sind, darüber muß sich der Mensch von der Erfahrung des Lebens belehren lassen. Diese weist uns aber auf das Vorhandensein von verschiedenen Lebensstufen hin.
Da ist zunächst die Stufe des Lebens, auf der das Tier steht. Gewiß lebt das Tier auch und versteht, oft auf sehr entschiedene Weise, seinen Neigungen Geltung zu verschaffen und nach dem Maß seiner Kräfte seinen Wünschen Nachdruck zu verleihen. 3n einem Vortrag, den der neunzehnjährige Schiller auf der Karlsschule vor seinem Herzog und einem großen Zuhörerkreis gehalten hat, ist die Frage des Zusammenhangs der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen in einer Weise behandelt, die noch heute mustergültig genannt werden kann und an der man den hochstrebenden Geist erkennt, der den Jüngling erfüllt und den Mann bis zu seinem Lebensende unter vielen und schweren Daseinskämpfen ohne Nachlassen begleitet hat. Es ist kein Zweifel, daß die geistige Natur unter diesem Zusammenhang leidet, und die Frage, warum diese Einrichtung getroffen ist, warum der Geist von dieser Fessel betroffen werden mußte, schließt sich an diese Feststellung an. Schiller gibt auf diese Frage eine ebenso tiefe wie befriedigende Hntwort. Er sagt ungefähr folgendes: Gesetzt, der menschliche Geist stände ohne die Leibesfessel der Welt gegenüber' was wird ihn zur Betrachtung der Welt einladen? Selbst wenn er die Vorstellung ihrer Vollkommenheit und den Trieb zur Hktivität des Willens hätte, könnte er doch nicht anders als durch die Erfahrung ihres Daseins mit ihr in Wechselbeziehung treten. Diese letztere aber wird nur durch die leibliche Organisation vermittelt. „Man versetze die Seele in den Zustand des physischen Schmerzes. Das war der erste Stoß, der erste Lichtstrahl in der Schlummernacht der Kräfte, tönender Goldklang auf die Laute der Natur. Jetzt ist die Empfindung da, und Empfindung war es ja auch nur allein, was wir vorhin vermißten. Der Wille ist tätig, und die Tätigkeit einer einzigen Kraft ist hinlänglich, alle übrigen in Wirkung zu setzen."
So erhebt sich zunächst über die Stufe des Tieres diejenige des Kindes. Dieses lebt ja auch zumeist für den Hugenblick und empfindet nur die Seligkeit des Hugenblicks. Hber über das, was ihm die Gegenwart bietet, legt sich, wenn auch undeutlich und unklar, der Schleier der Zukunft. Das Kind hat das Gefühl, daß sein Leben auf die Zukunft angelegt ist, und von dem, was ihm die Gegenwart an Mühsalen bringt, hofft es, daß die Zukunft es befreien werde. So kommen gar viel ' Menschen, sie mögen noch so alt werden, doch über die Lebensstufe des Kindes nicht hinaus, weil sie sich immer wieder mit dem Glauben täuschen, die Zukunft müsse ihnen


