03ic es die Vorschrift erheischte, angebracht war, und verglich nur einmal deren Stand mit dem Zifferblatt seiner Taschenuhr, die er natürlich zu diesem Zwecke sichtbar werden ließ.
„was der preußische Windhund nur wollen mag," brummte mein freund, der nach pfälzerart in seinen Ausdrücken nicht wählerisch war. „Erstens geht in den nächsten zwei Stunden kein Zug und zweitens ist kaum anzunehmen, daß er mit seinem preußischen Erkennungszeichen eine Vergnügungsreise nach Frankreich machen will."
Ueber dieser und ähnlichen Bemerkungen war der Zeiger der Uhr auf seinem höhenpunkt angekommen und zeigte die Stunde an, zu der die normal veranlagten Menschenkinder das befriedigende Gefühl zu haben pflegen, oaß sie jetzt einer notwendigen, nützlichen und angenehmen Beschäftigung sich hingeben dürfen. Buch wir mein Freund hatte mich zu Tisch geladen schickten uns an, trotz der ungewohnten und noch unaufgeklärten Erscheinung der Pickelhaube im Obergeschoß des Hauses lukullischen Genüssen uns zu überlassen. Da die Wanduhr Hub gerade jenes Geräusch an, das man Schlagen nennt öffnete sich die Tür des Vienstraumes und unsere Pickelhaube trat herein. Rn der „roten Internationale", die das Haupt meines Freundes zierte, erkannte er sofort den Bahnhofsvorstand, trat auf ihn zu, verbeugte sich mit militärischem instand, nannte einen Namen, der mir aber unter dem Druck des staunungs- vollen Augenblicks unverständlich blieb, und überreichte meinem Freund ein Papier, das dieser ahnungslos entgegennahm und einer wohlwollenden Einsicht unterwarf. Bber bald wich das Wohlwollen einer Brt von starrem Entsetzen.
„ der Herr Leutnant sind — —", Kam es
halb gestammelt von seinen sonst so beredten Lippen.
„Meine Ordre lautet, daß von heute mittag 12 Uhr an der hiesige Bahnhof mit seinen sämtlichen Beamten und Bediensteten, seinem vollständigen Material und seinem ganzen Betrieb meinem Befehl unterstellt ist," klang es mit der bekannten, uns Süddeutschen damals noch weniger als heute angenehmen Schneidigkeit aus dem Munde des „preußischen Windhundes".
Die geschriebene Ordre mußte wohl mir den Worten des Uedners im unzweifelhaften Einklang stehen und auch gehörig beglaubigt sein,- denn mein Freund gab mit einer Verbeugung, die in ihrer Linkischkeit seinem sonstigen weltmännischen Wesen wenig entsprach, das Papier seinem Eigentümer zurück. Dieser legte Helm und Degen ab und bat dann meinen immer noch ziemlich verdutzt dastehenden Freund mit der unschuldigsten Miene von der Welt, er möge ihm den Betriebsplan, das Inventar und was sonst zur Busübung des Dienstes erforderlich war, zur Einsichtnahme vorlegen. (Schluß folgt.)
ttirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 2. Bpril, Lätare.
In der Ztadttirche. vormittags 9>/ 2 Uhr: Pfarrer Mahr, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.
Bbends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Markus- und Militärgemeinde. Die Konfirmation findet am Sonntag Judica, den 9. Bpril, im Hauptgottesdienst statt,' in Verbindung damit Feier des heil. Bbendmahls. Die Beichte dazu wird am Samstag, den 8. Bpril, nachmittags 2 Uhr, gehalten werden.
Montag, den Z. Bpril, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.
Dienstag, den 4. Bpril, abends 8 Uhr: Vereinigung der konsumierten weiblichen Jugend frer Markusgemeinde.
Mittwoch, den 5. Bpril, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe.
In der Johanneskirche.
vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für öfe Lukasgemeinde.
Pfarrer Bechtolsheimer.
Bbends 6 Uhr: Pfarrer Busfeld.
Bbends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung
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