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von 1900 Jahren nicht geschehen wäre!? So dürfen wir sagen: Vas Gottesreich ist auf dem Marsch!

Und auch in dem furchtbaren Völkerkrieg sind ja nicht nur Mächte der Hölle am Werk. Der österreichische Dichter *R. h. Bartsch hat vor einiger Zeit eine Studienreise durch Deutschland gemacht. Unter dem, was auf ihn besonderen Ein­druck gemacht, hebt er in seinem lesenswerten Büchlein Das deutsche Volk in schwerer Zeit" stark hervor unser tiefes und treues Christentum", hat er damit nicht Uecht? Macht nicht Christi Geist gegenwärtig neue Eroberungen? Ist nicht sein Glaube, seine Leidensbereitschaft, sein Todesmut in den Schützengräben neu auferstanden? Und hat der einsame Gethsemanekämpfer nicht tausende von Jüngern und Jünge- rinnen gefunden, die mit ungeheurer Bürde belastet dennoch beten inicht wie ich will, sondern wie du willst."

Christus ist nicht tot, Gottes Ueich nicht untergegangen. Still und heimlich wächst es weiter in der Welt und in 'unserm Volk, wer Bugen hat zu sehen und in die Tiefe zu lauschen vermag, der hat mutigen Zukunftsglauben, der hört auch durch das Toben und Grausen des Krieges hindurch die Schritte des ewig kommenden Gottes ! h. h.

Epiphanie- Passion-Ostern im Nriegsjahr Mb.

Epiphanie das heil ist uns erschienen,

Es ging uns auf der Helle Morgenstern,' wir sahen Christi Taten, sah'n sein Dienen,

Es wuchs so unsre Liebe zu dem Herrn,

Zu ihm, der im verträum auf seinen Gott,

Bei allem Neid und hohn und bittren Spott Mit seinen Gegnern tapfer kämpft und ringt,

Sein schweres Nettungswerk der Welt vollbringt.

Epiphanie im deutschen vaterlande Schau'n täglich wir zu diesem Sterne auf Sn diesem Weltenkrieg, den Gott uns sandte,

Und fleh'n um weiteren siegreichen Verlauf,

Der bringen soll des Friedens hohes Gut,

Das unsren Feinden auch gleich nötig tut,

Buch wenn sie dies jetzt noch nicht eingesteh'n,

Sm Weiterkämpfen heil und Bettung seh'n.

5o kommt die Passion, kommt Christi Leiden,

Bus Nachtgewölk erstrahlt der Bbendstern

Das Bbschiednehmen und das ernste Scheiden,

Die letzten Erdentage unsres Herrn,

Die treue Liebe stirbt den Kreuzestod,

Das Blut des Vetters färbt die Erde rot,

Es stirbt der größte Held in Todesnacht,

Der Bbendstern erbleicht es ist vollbracht!

Der Krieg mit seiner Passion währt lange,

Schon 19 Monde und das End' scheint fern,

Manch herze blutet, ihm ist angst und bange,

Manch weinend Buge blickt zum Kreuz des Herrn Bei seinem Schmerz und dem gehäuften Leid Um Mut und Kraft, um Trost in ernster Zeit

Jetzt, wo der Tod so viele Opfer heischt Und g'rad die Bllerbesten oft erreicht.

Doch Ostern kommt die Hoffnung soll nicht sterben, Der Heiland geht aus seinem Grab hervor,

Die Krön' des Lebens soll er sich erwerben,

Der Morgenstern steigt glänzend neu empor

Der Feind besiegt und Lüge, Trug und List Durch seinen Ostersieg zu schänden ist,'

Zur ew'gen Heimat in der obern Welt Bls Sieger er nun seinen Einzug hält.

So wird's einmal auch Ostern für dich werden,

Mein deutsches Volk, nach deiner Passion, wo Friede wieder herrscht auf dieser Erden,

Und du dich freust ob deiner Siege Lohn

Dann denke, wie dich wunderbar geführt Dein treuer Gott, dem Preis und Dank gebührt,

Daß er dir nahe blieb in deinem Leid Und nach dem Krieg dir schenkte Friedenszeit, h. _ H. h.

Ehrlich währt am längsten.

Erzählung.

(Fortsetzung.)

Zuviel Geld ?" fragte die Mutter, ungläubig mit blassen Lippen zurück, und dabei waren ihre Bugen weit und heiß­hungrig auf das Geld gerichtet, das der Junge auf dem Küchentisch aufzählte. Er rechnete dann an den Papieren zusammen.

hundert Mark habe ich richtig zu viel, Mutter !" rief er lebhaft.

Zuviel, Junge? wie ist das denn möglich?"

Mutter, ich habe dem Bankbeamten hundert Mark zu wenig gegeben."

Ja aber wie kommst du denn dazu?" fragte die Mutter ganz entsetzt.

Das heißt, Mutter, der Beamte hat mir zu wenig ab­verlangt," erklärte Karl,der Beamte hat sich einfach um hundert Mark verzählt."

hundert Mark! Die Bugen der Frau waren wie ver­zehrendes Feuer.

Ich will nur schnell wieder zurücklaufen und sie ihm bringen," sagte der Junge, hastig das Geld in den Beutel steckend.

wem bringen?"

,',Ja, doch dem Beamten, Mutter !"

weißt du denn auch ganz gewiß, ob er dir zu wenig abverlangt hat, Karl?"

Bber ich sagte dir es doch eben, Mutter."

Ja und der Beamte weiß der, weiß der das auch?"

Die Stimme der Frau war heiser und fremd.

Das wohl nicht, Mutter," antwortete der Junge un­schuldig,er findet den Fehlbetrag erst heute abend beim Kassemachen."

Er kann dann aber doch nicht wissen, wer- " Die

Frau konnte nicht weitersprechen vor Erregung, es würgte sie im halse. Sie war fahl bis in die Lippen, und ihre Hände krampften sich.

Der Junge schüttelte den Kops.

hätte ich nur gleich zu ihm gesagt, die Wechsel müßten zusammen 1260 Mark ausmachen," klagte er sich an. Damit griff er auch bereits nach seiner Kappe, um fortzueilen.

Sch will nur rasch hinlaufen, Mutter!"

wo denn hin?"

Bus die Bank, Mutter !"

Die nickte hastig und schluckte ein paarmal, als ob sie innerlich weine, und hielt doch ihren Jungen am Brm fest.

warte mal, Karl, ich weiß doch nicht- "

was denn, Mutter?"

wenn du das Geld nicht zurückgäbest - "