Ausgabe 
13.2.1916
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den fliehenden Franzosen her. Ruf allen Straßen und Wegen hörte man das dumpfe Rasseln ihrer Trommeln. Ls klang uns jahrelang in den Ohren. Wir waren so an diesen Ton gewöhnt, daß später, wenn der Kaffeesatz auf dem Ofen brodelte, die Leute sagten: ,,Die Russen kommen!" Wir konnten sie nicht hinausjagen,- denn es waren ihrer zu viele. Wir konnten sie auch nicht umbringen, keinen einzigen von ihnen - denn das hätten wir bitter büßen müssen. Rber wir gaben ihnen zu essen. Rein Gift- denn einmal hatten wir keins und dann hätten sie's auch gemerkt. Wir gaben ihnen, was sie gern aßen: Schweinefleisch und Lpeck. Rber unsere Frauen hatten diese Speise zubereiten gelernt, daß sie schäd­lich wirkte. Zuerst wurde das Fleisch in heißem Wasser ge­kocht und dann in dem heißen Zustand in kaltes Wasser ge­worfen, daß es zischte. Wer von diesem Fleische, der konnte sich nicht mehr helfen. Da kam die Rrankheit über sie, daß sie starben wie die Mücken. Zn der Stabt drunten wur­den Wagen voll hinausgefahren und im Felde verscharrt. Freilich mußten wir selbst darunter büßen,- denn die,,Russen­krankheit" kam auch über uns und damals ist mein Vater so von ihr ergriffen worden, -daß er starb. Vas war hart für uns. Rber wir hatten unsere Rache für den armen Hannes, den sie uns genommen haben.

Die Rügen des alten Mannes funkelten, während er seine Erzählung also beendete. Rber er mußte mir etwas angesehen haben, daß ich nicht ganz einverstanden war mit dieser Rrt der Vergeltung,- denn nach einer Weile fügte er hinzu: Nicht wahr, Herr Vikar, das gefällt Ihnen nicht? Rber so ist es im Rrieg. Da morden die Leute wie die Tiere, besonders wenn sie keinen ordentlichen Religionsunterricht genossen und vergessen oder überhaupt nicht gelernt haben, was sie als Menschen den Menschen schuldig sind. Nichts für ungut, Herr Vikar! verzeihen Sie einem alten Mann, wenn ihm die Erinnerung an die schwere Zeit der Jugend wieder die wilde Rrt dieser Zeit lebendig gemacht hat! Es ist

der Rrieg. Gott bewahre uns vor solcher Zeit!-

Das ist es, was mir der ,,alte Vetter" erzählte.

kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den l 3. Februar, 6. nach Epiphanias. Rollekte für das hessische Rrüppelheim. Gottesdienst.

In der Ztadttirche.

vormittags 9 V 2 Uhr: D. 5 chian.

vormittags 11 Uhr: Rinderkirche für die Markusgemeinde.

Pfarrer 5 ch w a b e.

Rbends 6 Uhr: Pfarrer Mahr.

Rbends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde.

Montag, den l 4. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Matthäusgemeinde.

Dienstag, den 15. Februar, nachmittags 4 Uhr: im Matthäussaal: Frauenmissionsverein.

Rm kommenden Sonntag, den 20. Februar, findet die Feier des heil. Rbendmahls im Rbendgottesdienst für die Matthäus- und Markusgemeinde statt. Rnmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

In der Iohannertirche.

vormittags 9 V 2 Uhr: Pfarrer Rusfeld. vormittags 11 Uhr: Rinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Rusfeld.

Rbends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Beichte und heil. Rbendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. Rnmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Rbends V28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde.

Mittwoch, den 16. Februar, abends 8 Uhr: Rriegs- betstunde. Pfarrer Bechtolsheimer.

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