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Rn Rrbeit war bei der furchtbaren Hitze eigentlich nicht zu denken. Ls fehlte die Stimmung dazu, wenn wir gesund waren, lasen wir. Rll unser Denken war auf den Krieg und auf unser Vaterland gerichtet. 3n unseren Unterhaltungen spielte die Hauptrolle das herausschälen der mutmaßlichen Wahrheit aus den englischen Lügennachrichten. Hbcr dabei blieb immer noch viel Sorge um unser Vaterland übrig. Ein besonders Heller, freundlicher Tag in der Erinnerung der Dinapurer Tage wird der Geburtstag unserer, treuen Diakonisse sein. Lin richtiger Geburtstagskaffee mit Berliner Pfannkuchen ließ auf einige Stunden die Gefangenschaft vergessen. Den Höhepunkt aber bildeten für uns die gemeinsamen Gottesdienste. Die alten Mauern der großen Baracke hatten gewiß derartiges noch nicht erlebt, baß in deutscher Zunge für Englands Feinde, den deutschen Kaiser, und für den Sieg der deutschen Waffen gebetet wurde.
Line ergötzliche Szene soll nicht unerwähnt bleiben. Ls war den Engländern gleich als etwas Eigenartiges ausgefallen, daß wir soviel Kinder, soviel Knaben hatten. Da wurde einem der Missionare im Lager der fünfte Sohn geboren. Da kam die Engländer doch etwas wie Gruseln an: ein fünftes deutsches Unkraut!
Schwer war für uns in den letzten Wochen die Unsicherheit der englischen Regierung in der Frage, was aus uns werden sollte. Bald hieß es, die Männer werden von den Frauen getrennt und dann weggeschafft, bald war ein dahingehender Befehl wieder geändert, schließlich wurden neun von den Männern nach Rhmednagar gebracht. Ehe aber noch die weiteren jungen Männer nachgesandt wurden, erhielten wir die Nachricht, baß wir deportiert würden. Bald darauf wurden wir nach Kalkutta gebracht und auf dem Dampfer Golkonda in die Heimat geschickt.
Meine Erlebnisse
in -er französischen Fremdenlegion.
von einem Gießener.
(Fortsetzung.)
wie hatten wir uns gefreut, endlich aus dem Joch herauszukommen, und wie waren wir so enttäuscht, als die niederschmetternde Nachricht kam, daß jeder aus eigenen Mitteln die Neise bis zur Grenze bezahlen solle, woher sollten wir das Geld nehmen? Etwa von unserem französischen Solde? Der war doch, wie ich schon mitgeteilt habe, alle 5 Tage nur 28 pfg. oder 7 Sous. Es war traurig, zu sehen, wie sich nun so mancher Fremdenlegionär, der Sehnsucht hatte, nach Hause zu kommen, auf das Betteln verlegte, nur um 5 Mark zu bekommen, um damit die italienische Grenze zu erreichen, vielen aber war es unmöglich, diese Summe zusammenzubringen, und sie mußten sich in ihr Schicksal ergeben.
In meiner Not schrieb ich an meine Eltern, umgehend schickten sie mir auch das Reisegeld, so daß ich als Ort meiner Entlassung Beifort nennen konnte. Rber was hatten wir, die wir nun nach Hause kommen sollten, nicht alles von den Zurückbleibenden zu erdulden, namentlich waren die Elsässer und Belgier ungemein gehässig gegen uns, sie suchten uns durch alle möglichen Schikanen zu ärgern, vielleicht hatten sie es auch darauf abgesehen, uns zu reizen, daß wir zu Tätlichkeiten übergehen sollten, damit dann unsere Entlassung rückgängig gemacht werde; denn es war der besondere Befehl herausgekommen, daß nur Leute mit guter Führung nach Hause kommen sollten. Meine Freude über die baldige Entlassung war aber so groß, daß ich von all diesen Quälereien
keine Notiz nahm. Trotzdem hätte ich mich zuguterletzt beinahe an einem Schurken von Belgier vergriffen,- dieser Mensch konnte sich nicht mit Worten genug tun, sondern versuchte auch, uns auf die gemeinste und niederträchtigste Rrt zu reizen. Die Elsässer hatten für uns Deutsche die schlimmsten Schimpfwörter, so daß sie sogar von den Franzosen oft zur Ruhe verwiesen wurden. Ruch die Belgier waren schlimmer als die Franzosen, das hat man ja auch in diesem Kriege gesehen. Rber trotz aller Schikanen und Ouälereien ging die Zeit doch vorbei, und die Stunde der Entlassung rückte immer näher.
In Gerville wurde ich am 1. Dezember 1886 in die Schneiderwerkstätte kommandiert, anderen Dienst brauchte ich nicht mehr zu verrichten, war auch dazu nicht imstande. Rber auch hier gab es nicht viel für mich zu tun, auch war ich ein sehr schlechter Schneider.
Rm 1. März 1887 gab es den Befehl, daß wir am 16. März Gerville verlassen sollten. Meine Freude wurde immer größer, je größer der Reid und die Mißgunst meiner „lieben" Kameraden wurden, aber die konnten meine Entlassung nicht mehr hindern. So marschierten wir denn am 16. März nach einer kleinen Rnsprache des derzeitigen Kommandanten von Gerville, der uns für unsere Pflichterfüllung dankte, ab. Zu Fuß ging es nach Grenecassier, wo wir am nächsten Tage ankamen. Trotzdem auch dieser Marsch anstrengend war und viele von uns sehr die Hilfe anderep nötig hatten, so wurde dieser weg doch mit anderem Mut und anderen Gefühlen zurückgelegt als vorher der hinweg. Rm 23. März abends 5 Uhr kamen wir alle glücklich in Saida an. hier wurden wir in einer Kaserne untergebracht, mußten unsere Waffen und Rusrüstungsgegenstände abliefern und blieben bis zum 29. März da.
während dieser Zeit wurden wir eines Tages — ich weiß nicht mehr, auf wessen Kosten — zu einem Festessen eingeladen. Ungefähr 400 bis 500 Soldaten aller Waffengattungen — Franzosen, Turkos, Zuaven, Spahis, Fremdenlegionäre — nähmen daran teil,- es waren lauter Leute, die den Feldzug in Ehina mitgemacht hatten, wir wurden unter freiem Himmel bewirtet, je 20 Mann bekamen einen am Spieß gebratenen Hammel, Brot und Kuchen, sowie wein, so viel sie trinken konnten. Bei diesem Feste wurden Reden gehalten, die alle die Größe Frankreichs priesen und die Wiedergewinnung von Elsaß-Lothringen in Russicht stellten. Rlle diese Reden machten auf mich keinen Eindruck, ich hatte ja den Kelch der französischen Liebe zur Genüge gekostet, und meine Gedanken standen nach der Heimat. Frühzeitig suchte ich deshalb auch mein Lager auf.
(Fortsetzung folgt.)
was der alte Vetter erzählte.
Eine Erzählung aus der Franzosenzeit von E u g e n RI a i) e r.
(Fortsetzung und Schluß.)
Ruf diese weise bildete sich eine Sage über den Tod des Hannes. Der „alte Vetter" wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Rüge und seine Pfeife war ihm wieder ausgegangen, während er erzählte, wie sich die Leute im Walddorf das Schicksal des Hannes zurechtgelegt hatten. Eine weile saß er still da. Dann aber steckte er seine pfeife in die Rocktasche, bog sich zu seinem Zuhörer herüber, sah ihm ins Gesicht und sagte mit starker Stimme :
Rber wir Habens den Russen nicht vergessen, wie sie an unseren Leuten gehandelt haben. Sie kamen ja bald hinter


