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daher halten in den Ztädten schon manche kluge Eltern, die ihre Zähne, besonders wenn sie deren nur einen hatten, nicht auf einem der vielen Zchlachtfeder wollten hinmorden lassen, zu dem Mittel früher Verheiratung gegriffen. Fast noch Kinder wurden die jungen Leute nach dem Gesetz mit noch jüngeren oder gleichaltrigen Mädchen ehelich verbun­den. Dann zogen die Jünglinge in die Fremde, um dort noch für ihr Geschäft Erfahrungen und Kenntnisse zu er­werben. Vach etlichen Jahren kehrten sie als gereiftere Männer zurück und die einst geschlossene Ehe trat jetzt erst in Kraft.

So gedachten es auch meine Eltern mit Hannes einzu­richten. Sic machten auf einmal gute Miene zum bösen Spiel und gaben dem Sohn zu verstehen, daß sie gegen die Gret nichts mehr einwenden wollten, wenn er sie nur hei­raten würde. Hannes wollte anfangs seinen Ohren nicht recht trauen, als er die Eltern so reden Härte. Doch war ers schnell zufrieden und die Papiere wurden in Ordnung gebracht. Das erforderte aber immerhin einige Zeit und inzwischen kam die Zache so, daß man Kindtaufe vor der Hochzeit machen mutzte. Das war nun freilich den Eltern, die etwas auf sich und ihre Familienehre hielten, gar nicht recht. Wohl war mit der französischen Freiheit auch die alte Kirchenzucht dahingeschwunden: ein gefallenes Mädchen brauchte nicht mehr auf der Zünderbank in der Kirche zu sitzen und auch der junge Mann, der sich verfehlt hatte, wurde nicht mehr öffentlich darum angesehen. Das Gesetzbuch Napoleons rvar so weitherzig, daß nicht einmal der Kindesvater zur Unter­haltung des Kindes herangezogen werden konnte; die Mutter des Kindes hatte allein für ihren Fehltritt einzustehen, in­dem ihr die Fürsorge für das Kind aufgebürdet wurde. Uber die Eltern des Hannes waren nun einmal so. Zie fühlten sich durch den Fehltritt ihres Zahnes in ihrem Ztolz beleidigt.' denn sie wußten, wie das in einem so kleinen Dorf zugehl, datz da noch Kinder und Kindeskinder von jeder Kleinigkeit sich er­zählen. die sich vor so und so vielen Jahrzehnten zugetra­gen hat. Wo die Leute so eng beieinander rvohnen und sich gegenseitig in den Kochhafen sehen können, wissen sie ganz genau, wie viele Ellen Därme einer im Leibe hat. und be­halten dieses Matz im Gedächtnis, solange sie leben und sagens auch noch ihren Kindern, damit es nur ja nicht in Vergessenheit gerät. Deshalb gab es bei unsern Eltern wegen der verkehrten Ueihenfolgc der Familienereignisse bei dem

Hannes und der Gret anfangs wieder ein bißchen Maulen und Schelten. Uber schließlich mußten aller beleidigter Ztolz und alle gekränkte Familienehre zurücktreteu hinter den wichtigen Zweck, dem die geplante Heirat dienen sollte. So drückten denn die Eltern alle beide Uugen zu und waren sogar bereit, die Kindtaufe bei der Gret mitzufeiern, da es zugleich auch das hochzeitsfest der beiden jungen Leute sein sollte. ^Fortsetzung folgt.)

Worte zum Nachdenken in der Nriegrzeit.

Ganz und gar wie Pilger sollen wir uns betrachten, rastlos unseres Weges wandern, die Uugen immer auf den leitenden Ztern gerichtet. Ludw. Uichter.

Ein betendes Herz lebt von den Ouellen der ewigen Freude und des ewigen Lichts, so daß auch in der dürren Zeit des Leides die von innen emporquellende Freude nicht mangelt.

kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 9. Januar, 1. nach Epiphanias. Landesmissionsfest.

Kollekte für die Heidenmission.

Gottesdienst.

In der Ztadttirche.

vormittags 9Vs Uhr : Pfarrer Mahr, vormittags I I Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.

Ubends 5 Uhr: Pfarrer 5 ch w a b e.

Dienstag, den I I. Januar, abends 8 Uhr: Vereini­gung der konfirmierten Mädchen der Markusgemeinde.

Mittwoch, den 12. Januar, abends 8 Uhr: Kriegs- bctstunde. Pfarrer Schwabe.

In der Johannertirche.

vormittags 9 1 /* Uhr: Pfarrer vechtolsheimer. vormittags I I Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.

Pfarrer vechtolsheimer.

Ubends 5 Uhr: Pfarrer Uusfeld.

Ubends 1 .'8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde.

Abends 8 Uhr im Johannessaal: Versammlung und Bibel« besprechung.

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