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Jahre zu derselben Zeit, daß wir heute das schwerste überwunden haben würden, daß unsere Lieben nun daheim seien und wir nicht mehr mit angstvoller Erwartung von Tag zu Tag nach Berichten von da draußen von den zahllosen Stätten erbitterten Kampfes zu harren brauchten! Me anders ist es gekommen! Mr müssen uns sagen, daß in dieser schweren Zeit es ein Legen für uns war, nicht in die Zukunft schauen zu können,- denn wie hätten wir all die Fülle des sehnsüchtigen Wartens, der Trauer um uns her ertragen sollen, mit dem Bewußtsein, daß das Ende auch dieses Jahres uns noch nicht ein Ende unserer Sorgen bringen werde.
So müssen wir vor allen Dingen an dem heutigen Tage dankbar sein, nicht nur für die großen Errungenschaften unserer Heere, auch dafür, daß wir die seelische Kraft behielten, zu hoffen, zu tragen und zu kämpfen,- denn auch wir hier in der Heimat, die wir nie den Donner der Kanonen hörten, nie den feindlichen Geschossen ausgesetzt gewesen waren, auch wir sollen einen Kampf kämpfen, einen Kampf, der allein einen jeden von uns in der Schwere dieser Zeit über das Kleinliche hinwegträgt, uns innerlich hebt und uns Kraft, Mut und Geduld zum Busharren gibt, den Kampf, der, von niemandem gesehen, doch Großes wirken kann: den Glaubenskampf!
Dieser Kampf ist nicht leicht. Bedenken wir, wie schwer uns im täglichen Leben jede kleine Selbstüberwindung fällt. Dieser Kampf aber erfordert von uns weit mehr Hingabe, Busharren und Verinnerlichung. Mr müssen lernen, das laute Leben zu meiden und in der Stille uns zu sammeln, wir müssen versuchen, all unser Tun und Denken so zu leben, daß wir ohne Furcht es jederzeit vor das Bngesickft Gottes bringen können. Vermögen wir dies, so wird dieser Kampf uns täglich weiter bringen, mit ungeahnter Buhe und Zuversicht unsere Herzen erfüllen. Buch werden wir getrost dem Kommenden entgegensehen können,- denn wir wissen dann, daß, was auch geschehen möge, der allmächtige Gott all denen beisteht, die in Wahrheit allein auf ihn sich verlassen.
Unsere Brüder gehen in das neue Jahr hinüber in dem alten Kampfe für Vaterland und Familie. Möge Gott sie darin segnen! Lasset uns ihnen zur Leite stehen im Geiste und hier in der Heimat den Kampf kämpfen für das himmlische Vaterland! Baronin U.
Meine Erlebnisse
in der französischen Fremdenlegion.
von einem Gießener.
(Fortsetzung.)
Während der Fahrt auf dem Flusse wurden wir oft von den Bufständigen vom Ufer her aus sicherer Stellung beschossen, dann mußten unsere kleinen Kanonen in Tätigkeit treten, damit wir wieder ungestört weiter fahren konnten. Wir passierten Phu-Lp und kamen am l5. Bugust nach Hanoi. Hanoi ist eine große Stadt mit vielen europäischen Häusern, auch wohnen da viele reiche Thinesen, die dort einen ausgedehnten Handel treiben. Blle Waren werden auf Booten auf dem Flusse transportiert.
Bls wir in Hanoi ankamen, war meine Gesundheit sehr angegriffen. Lin Bnamit sagte mir, ich solle die Speisen essen, die die Eingeborenen essen, dann würde es schon besser mit mir werden. Ich gab alles Fleisch und Brot fort und lebte nur von Ueis, aber mein Zustand besserte sich nicht, so daß ich gezwungen war, mich am 15. Bugust krank zu melden.
Während ich nun viele Tage lang dahinsiechte, machte ich allerhand Beobachtungen über die Lebensweise der Bna- miten, die ich hier mitteilen will. Ls fiel mir auf, daß ich nicht einen der Landeseingeborenen sah, der das Brot, das wir ihnen schenkten, gegessen hätte,' im Stillen wunderte ich mich oft darüber, wo dieses Brot denn hinkäme. Eines Tages bekam ich hierüber Klarheit. Die Bnamiten haben Körbe, die den Spreukörben ähnlich sind, wie sie unsere Landleute da, wo man keine Windmühlen hat, gebrauchen, um die Frucht von der SpreuJu reinigen. Diese Körbe hatten sie gefüllt mit dem ihnen von uns geschenkten Brot, das sie in lauter kleine Scheiben geschnitten und in der Sonne hatten hart werden lassen. Bach diesem Verfahren wurde das Brot in einen Mörser getan, zu Mehl gestoßen, mit Beismehl vermischt, dann mit Saft von Zuckerrohr und anderen Zutaten zu einem Teig zusammengeknetet. Vieser Teig wurde gebacken, nachdem man ihn zu Plätzchen auseinander geteilt, wie sie in unseren Konditoreien hergestellt werden. Was aber nun das Merkwürdigste daran war, das war, daß die Bnamiten diese Plätzchen nicht selber gegessen haben, nein, sie haben ihre Zuckerplätzchen an unsere Soldaten verkauft, und diese haben diese Ware gern gekauft.
Bllerdings konnten wir auch für wenig Geld bessere Dinge kaufen. Für einen Sou bekamen wir den größten und schönsten Bnanas, für 5 Sous einen ganzen Zweig Bananen, aber alle diese Früchte, so schön sie waren, konnten uns doch nicht unsere einheimischen Bepfel und Birnen ersetzen. Wie oft habe ich mich damals nach einem guten deutschen Bpfel gesehnt.
Buch mit dem Fleisch sind die Landeseingeborenen in einer Weise verfahren, wie sie ein Europäer nicht abscheulicher finden kann. Wenn ich einem Bnamiten ein Stückchen Fleisch schenkte und ihm zu verstehen gab, er solle es essen, so klopfte er sich zum Zeichen des Einverständnisses auf den Bauch, nickte und verschwand. Eines Tages folgte ich heimlich einem der Leute, aber was sah ich! In einem Mnkel, den die Sonnenstrahlen nicht erreichten, hingen 4 -5 solcher kleinen Fleischstücke, die zum Teil schon voller Ungeziefer waren. Ich schenkte nun kein Fleisch mehr weg, obgleich sich der Mann bei jeder Mahlzeit einstellte. Ts dauerte zwei Tage, da merkte ich, daß er einen Mörser hatte und in diesem allerhand stieß. Bald sollte ich auch gewahr werden, was in dem Mörser zusammengestoßen wurde. Line Menge kleiner Tiere, so eine Brt Krebse ivohnen dort im Erdreich, machen sich Löcher wie die Mäuse und laufen im Gegensatz zu den Krebsen sehr schnell, von diesen Tieren nahm der Bnamit 5 bis 6 Stück, tat sie lebend in den Mörser und fing an zu stoßen. Bach einer Weile holte er auch das Fleisch, das voller Maden und Ungeziefer war, tat auch es in den Mörser, und nun wurde alles zusammengestampft zu einem Brei, dem noch Gewürz beigegeben wurde. Daraus wurden Kuchen geformt von der Brt unserer deutschen Kartoffelpfannkuchen. Freudestrahlend kam der Mann zwei Tage später und brachte mir einen von diesen Kuchen, den solle ich essen, dann würde ich wieder gesund werden, das sei ein ausgezeichneter Leckerbissen. Ich habe für diesen Leckerbissen bestens gedankt.
Bm 24. Bugust kam ich nach ftanoi in das Lazarett. Doch bevor ich von meiner Leidenszeit im Lazarett berichte, will ich noch einiges von den Landeseigentümlichkeiten erzählen. Bls wir noch in Phu-Bho waren, war ein kleiner Trupp von uns, ungefähr 7 8 Mann stark, in ein entferntes Dorf gegangen, um Lebensmittel einzukaufen. Einer von uns, ein Elsässer, hatte sich die Knöpfe an seinem Mantel geputzt,


