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Gemeinden, wovon sich einige ganz besonders ausgezeichnet haben, und denen der lebhafteste Dank hiermit öffentlich gebracht wird, wurde man in einigen Stunden Meister über das Feuer und so betraf das Unglück nur eine Scheuer, die ganz abbrannte und drei andere Gebäude, welche stark beschädigt wurden. Großes Lob verdienen indeß noch die drei hiesigen Brandmeister, Maurermeister Philipp Beider, Schmiedmeister Jacob Thomas und der Pumpenmacher Tonrad Balthasar Lang, ferner der hiesige Zimmermeister Jacob Herbert und die Zimmermeister Heinrich Werkmann von hier, Jacob Happel von Garbenteich, Ludwig 5tamm von Wieseck, Michael Krell aus herpf bei Sachsen-Meiningen und Nikolaus Zentgraf aus Bafel, sodann der Knopsmacher Philipp Kattrein und der Metzgermeister Georg Melchior Weidig von hier, und die Spritzenmeister Ludwig Kröck und Philipp Freitag von Heuchelheim und Tonrad vetzberger und Peter pistor von hier, welche sich mit Lebensgefahr stets an den gefährlichsten Orten befanden und deren außerordentlichen Anstrengung man es hauptsächlich verdankt, daß das Feuer sich nicht weiter verbreitete."
Meine Erlebnisse
in der französischen Zremdenlegion.
von einem Gießener.
(Fortsetzung.)
Um 22. Juni landeten wir auf der Snsel pescadore in einem von Natur herrlichen und geschützten Hasen. Dort lagen mehrere Kriegsschiffe, auf einem von diesen fanden wir Unterkunft. Wie Formosa so wurde auch pescadore von den französischen Truppen geräumt und den Thinesen übergeben. Admiral Tourbet war Oberbefehlshaber über die gesamten französischen Streitkräfte in Thina. Weil nun nicht alles so geklappt hatte, wie man es gewünscht hatte, so mußte ein Sündenbock gesucht werden, das sollte nun der Admiral sein. Als es nach den Verhandlungen mit den Thinesen zum Waffenstillstand kam, machte er seinem Leben durch Selbstmord ein Ende. Sein Leichnam wurde aus dem Admiralsschiff aufgebahrt und nach Frankreich gebracht. Alle Schiffe waren halbmast geflaggt, alle Mannschaften waren auf den Schiffen angetreten, das Admiralsschiff mit der Leiche des Admirals fuhr an allen Schiffen vorüber, die letzten Ehrenbezeugungen wurden abgegeben. Ungefähr 35 Schiffe, Kreuzer und Kanonenboote, folgten nach, auch wir verließen nach diesem militärischen Schauspiel den Hafen und dampften nach dem Festland von Tonking ab.
Daselbst kamen wir am 4. Juli 1885 an, wurden aus- geschifft, kamen auf ein kleines Kanonenboot, um den Fluß hinaufzufahren. Ts wurde uns mitgeteilt, daß die Tholera sehr stark ausgetreten sei und auch hin und wieder Opfer gefordert habe. Auch mir hatte das Klima bereits zugesetzt, ich bekam das Wechselfieber, aber meine Natur war noch stark und stark war auch in mir der Wille, die Heimat wiederzusehen.
Am 7. Juni kamen wir in Phu-Lang-Thuong an und sahen dort noch die Spuren des französischen Nückzuges von der chinesischen Grenze her. Die Franzosen wurden dort durch feindliche Uebermacht zurückgedrängt,' was sie in sieben Monaten erobert hatten, mußten sie in zehn Tagen wieder preisgeben. Sn trauriger Verfassung kamen sie zurück, sie waren ohne Waffen, fast ohne Kleidung,' Kriegskassen und Geschütze hatten sie in den Fluß geworfen, um schneller sortzukommen, daher rührte auch der schnelle Waffenstill
stand her und die Uebergabe der beiden Inseln Formosa und pescadore.
Wir wurden nun in Tonking gegen die sogenannten „Schwarzslaggen" verwendet. Vas find aufständige Eingeborene, die von der chinesischen Negierung oder von den einzelnen Vizekönigen unterstützt wurden. Diese Landen hatten zum Ziel, alles zu vernichten, was vor sie kam. Gewöhnlich überftelen sie Dörfer, in denen Besatzung gelegen hatte oder noch lag, machten alles nieder und verschwanden wieder, nachdem sie alle Gebäude in Brand gesteckt hatten, wenn wir dann in diese Ansiedlungen kamen, so war nichts mehr da als Trümmerhaufen, vereinzelte dieser Banditen beschossen uns aus einem sicheren verstecke und brachten uns Verluste bei,' beim besten Willen konnten wir nichts dagegen ausrichten, es war ein Kampf, dem viele auf unserer Seite zum Opfer sielen.
Sn dieser Gegend beftnden sich große Neisfelder, die aber kaum zu betreten waren, da sie bewässert waren, der Neis wächst dort zum größten Teil im Wasser. Ningsum um diese Felder ziehen sich Böschungen, auf denen wir marschierten,' denn Straßen und Wege gibt es dort kaum. Die Luft ist so schwer, daß sie wie ein bleierner Mantel auf einem ruht, auf den Fremden wirkt sie sehr gesundheitsstörend.
Die Tonkinesen, die wir dort trafen, hatten noch nie solches Brot gesehen, wie wir es hatten, sie wollten es auch von uns nicht annehmen, weil schon viele von uns krank waren. Da wir keinen Hunger hatten, so kam vieles dort um. Trotz ihres ärmlichen - Lebens sind diese Menschen sehr arbeitsam, sie leben hauptsächlich von Neis. Die Mahlzeit wird in der Negel so bereitet, daß man Neis in einem Topfe dämpft, unten hat man Wasser, oben Neis, doch läßt man die Körner nicht verfallen. Man tut etwas Gewürz daran, dann wird das Ganze zu einem Ballen von der Dicke einer Faust zusammengeballt. An einem solchen Ballen hat ein Tonkinese den ganzen Tag genug. Mit den übrigen Speisen, von denen ich später noch etwas berichten werde, werden sich Europäer nie befreunden können.
Die Tonkinesen sind von kleiner Statur, aber sehnig gebaut,' sie sind sehr schmutzig und hinterlistig und sehen in jedem Fremden einen Feind, daher auch ihr scheues Benehmen. Ihre Häuser sind zumeist aus Bambus hergestellt, es sind kleine Hütten, die durch eine Wand in zwei Näume geteilt sind. Diese Hütten erheben sich etwas über den Erdboden, damit die Luft durchziehen kann und damit man Schutz vor allerhand Getier, namentlich vor Schlangen, hat. Der vordere Naum dient als Wohn- und Aufenthaltsraum, der Hintere als Schlafraum. Seitwärts sind die Näume für das Vieh. Möbel nach europäischer Art gibt es nicht, nur eine Pritsche aus Bambus dient als Bett, einige Matten, die auf dem Boden liegen, sind die Sitzgelegenheiten. Den Einfluß der europäischen Missionare kann man dort sofort merken, wenn man besser eingerichtete Häuser sieht, in denen Tische und Stühle zu finden sind.
Die Kleidung ist im allgemeinen bei Männern und Frauen die gleiche: kurze bis über die Knie reichende Beinkleider, eine Art Klittel, an welchem die Aermel bis zur Mitte des Unterarms reichen. Um die Hüfte schlingen sich diese Eingeborenen ein ungefähr zwei Meter langes Band, auf dem Kopse tragen sie den kleinen spitzen Hut, wie man ihn oft auf den Neklamebildern der Teegeschäste abgebildet sieht. Der Kittel der Frau ist etwas länger als der des Mannes. Wenn man das Gesicht der Leute betrachtet, so könnte man beinahe meinen, es seien lauter Frauen,' denn


