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es findet sich sehr seilen ein Mann mit einem Lart. vom fortwährenden vethelkauen sind die Zähne der Erwachsenen dunkel rotbraun gefärbt, im Unterschied von den Zähnen der Kinder, die blendend weiß sind, doch folgen die Kinder schon im Ulter von zehn Jahren in dieser unschönen Gewohn­heit ihren Litern.

In der ersten Zeit unseres Aufenthalts in Phu-Lyng- Thuong starb mein Freund B. an der Tholera, überhaupt chatten wir dort sehr viele Kranke, fortwährend gab es Ab­gänge von der Truppe, und unser Dienst wurde immer be­schwerlicher. Um 29. Juni 1885 kam der Befehl, daß wir die ungastliche Stätte verlassen sollten, wir wurden auf ein kleines Kanonenboot verladen, und fort ging es auf einem großen Fluß, dessen Kamen mir entfallen ist. Um öl.Fuli kamen wir nach Phu-Uho, dort wurde ich ernstlich krank' denn die Dysenterie hatte sich bei mir eingestellt,' ich machte aber noch bis zum 15. Uugust Dienst mit' an diesem Tage kamen wir von Phu-Uho weg. Venn ich sage, daß es ein großer Fluß war, auf dem wir fuhren, so ist dieser doch nicht mit dem Uhein oder der Donau zu vergleichen,' denn erstens können nur Schiffe mit ganz geringem Tiefgang darauf fahren und zweitens ist fast immer das Wasser versiegt, auch sehr schmutzig. Uber an den Ufern stehen die herr­lichsten Gewächse, es ist ein wahres Paradies, an dem man sich nicht satt sehen kann. Im Wasser finden sich ganze Herden von Krokodilen (Kaimon nennt man diese Urt), welche sich bis an die Schiffe heranwagen,' es sind ganz ge­fährliche Geschöpfe, mit denen nicht zu spaßen ist. Für alle die Lehenswürdigkeiten, die dort zu finden sind, hat jedoch ein Fremdenlegionär selten Verständnis,' er ist ja eigentlich lebendig tot. Und gerade damals, wo sich fast bei jedem heimtückische Krankheiten bemerkbar machten, war der Linn für Uaturschönheit ganz abgestumpft, Brütend saß man da und machte sich Vorwürfe, daß man sein Glück so leicht­sinnig preisgegeben hatte. Immer und immer wieder kamen die Gedanken an die Heimat und an das Vaterland, an die Tltern und Ungehörigen. (Fortsetzung folgt.)

was -er alte Vetter erzählte.

Lins Erzählung aus der Zranzosenzeit von Lugen mannt.')

Uls ich vor zwei Fahrzehnten in den Dienst unserer pfälzischen Kirche trat, war mir neben meinem Hauptberuf die pastorierung eines kleinen Gebirgsdorfes nahe bei der Stabt zugewiesen. Line von den liebsten Erinnerungen aus den Fahren meiner dortigen Wirksamkeit ist und bleibt mir der Verkehr in dem Hause von einfachen, biederen Uckerersleuten, die mit ihrem Kuhgespann ihr Feld bestell­ten, aber bei weiser Lparsamkeit es zu einem gewissen Wohlstand und infolge ihres ehrenhaften Lebens zu wohl­verdientem Unsehen in der Gemeinde gebracht hatten. In diesem Hause lebte ein alter Mann im Vorbehalt, der von der ihm verwandten Familie, ja im ganzen Dorfe nurder Vetter" genannt wurde. Uls ich ihn kennen lernte, war er bereits hoch in den achtzig, von morgens bis abends rauchie er sein Pfeifchen. Lein Platz war gewöhnlich aus der Ofen­bank und mehr wie einmal saß ich dort bei ihm, wenn ich den ini kirchlichen Leben der kleinen Gemeinde einflußreichen

*) Wir freuen uns, unseren Lesern diesmal die Erzählung eines bewährten süddeutschen Volksschriftstellers bieten zu können. Dekan Lugen Mager in Kaiserslautern spielt in dem kirchlichen Leben der Rheinpfalz Sägern eine bedeutungsvolle Rolle. Lr ist Heraus­geber des evangelischen SonntagsblattesUnion" und desPfälzi­schen protestanten-vereins-Kalenders". v. Red.

Hausvater oder die freundliche, beredte Hausmutter nicht daheim antraf. Da war es mir ein Genuß, mir vomVetter" aus alten Tagen erzählen zu lassen, von der Vergangenheit des Walddorfes und Erinnerungen aus seinem eigenen Leben. Das meiste von dem, was ich damals von dem alten Manne hörte, ich mir in Vergessenheit geraten. Uber eines ist mir im Gedächtnis hasten geblieben. Das war, als er von seinem Bruder erzählte, dem großen, starken Hannes, der unter Uapoleon bei den Kürassieren diente und mit nach Uußland zog. Line stille Träne rollte dem Vetter in die weihen Bartstoppeln, während er von den Tugenden des älteren Bruders redete, und er ließ sie rollen und mühte sich nicht, sie zu verbergen oder wegzuwischen, heute tauchen die Worte des Greises wieder in meinem Gedächtnis auf und ich zweifle nicht, daß sie einem lebhaften Interesse be­gegnen werden, zumal sie eine Urt von Fahrhunderterinne­rung bilden. Darum berichte ich, Wahrheit mit Dichtung vermengend, was der alte Vetter erzählte.

Uls ich geboren wurde, war unser Dorf noch viel kleiner als es heute ist. Einige zerstreute Häuschen waren bewohnt von ein paar Holzhauern. Sie arbeiteten im Wald und bauten ihre mageren Ueckerchen, die in unserer Wald­lichtung lagen. Wir waren damals französisch wie alles Land diesseits des Uheins, obwohl keiner von uns fran­zösisch sprechen konnte. Mein Vater erzählte uns oft, wie wir französisch geworden sind. In Paris hätten sie ihrem König und seiner Frau den Kops abgeschlagen und die Re­publik ausgerusen. Dann seien sie auch in die Pfalz ge­kommen, um die Leute frei zu machen. Diese hätten anfangs über die verzottelten Kerle gelacht, weil sie so zerlumpt daher­gelaufen wären. DieHerren Ghnehosen" hätten sie sie genannt. In unser Dorf sei lange keiner gekommen. Da, an einem regnerischen Uovembertage, hätte man ganz weit überm Wald drüben Kanonendonner gehört, die Leute seien zusammengelaufen und hätten gesagt, es werde eine Schlacht geschlagen. Ueber der Stadt drüben ständen Preußen und Gesterreicher und drüben bei der Burg und weiter hinaus bis ins Lautertal hätten sich die Franzosen aufgestellt. Drei Tage habe die Schlacht gedauert. Um letzten Tage sei ein versprengter Trupp aus dem Wald herausgebrochen, wilde Kerle mit zerrissenen Kleidern und pulvergeschwärzten Ge­sichtern. Einige hätten den Kops oder den Urm verbunden gehabt. Uls sie unsere Hütten sahen, hätten fie einen Uugen- blick gestutzt, dann seien sie vorsichtig herangekommen und hätten mit Worten und Gebärden zu essen und zu trinken verlangt.

Ein blutjunger Offizier, so erzählte mein Vater, kam in unser Haus und bat in deutscher Sprache um Wasser. Er konnte sich nur noch mühsam aufrecht erhalten,' denn er war am Dein verwundet,' der Blutverlust, die Unstrengungen der dreitägigen Schlacht und die Schmerzen hatten ihn geschwächt. Meine Mutter hatte Mitleid mit dem jungen Menschen. Sie stellte ihm einen Stuhl hin und bot ihm, was wir im Hause hatten: ein Stück Brot und Speck. Er wies es dankend zurück und verlangte nur Wasser. Das Wasser war damals wie heute noch bei uns rar. Es wurde recht sparsam damit umgegangen. Ein Zuber voll stand in unserer Küche. Meine Mutter nahm ein kleines Gefäß, schöpfte aus dem Zuber und reichte es dem Fremden. Dieser griff gierig darnach und setzte es an die Lippen. Uber sofort ließ er ohne zu trinken die Hand sinken und sah meine Mutter halb miß­trauisch, halb drohend an, indem er ihr das Gefäß unter die Uugen hielt.