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Siebenjährigen Krieg verglichen. Und zwar mit Uecht. Gar manchmal war Preußens Sage ernst, aber allemal trat irgend ein unvorhergesehenes Ereignis ein, welches dem Kriege eine entscheidende Wendung zu Preußens Gunsten gab. So kann auch heute über Nacht eine Wendung kommen, welche dem Krieg zu unserm peil ein Ende macht. Darum laßt uns voll starken Glaubens und reiner Sehnsucht hoffen auf den König der Ndventszeit! Saßt uns hoffen, nicht seufzen, noch weniger gegeneinander seufzen, sondern still und beharrlich beten um „des Friedens güldne Zier". Dann werden, so Gott will, unsere Glocken, wenn sie im nächsten Jahre den Ndvent einläuten, zugleich auch vom wiedererlangten Frieden Hinausrufen in das weite deutsche Sand. G G.
Meine Erlebnisse
in der französischen ßremdenlegion.
von einem Gießener.
(Fortsetzung.)
Um 3. Januar 1885 fuhren wir morgens in den pafen von Singapore ein. Pier lernten wir die ersten Inder, meist große, knochige Gestalten, kennen. Lin Teil davon ging halbnackt, die anderen trugen eine halb europäische, halb indische Kleidung. Uuf Booten umkreisten kleine Inder unser Schiff und boten alle möglichen waren und Früchte feil. Ls wurde uns aber verboten, Unanas zu kaufen, weil sie angeblich Fieber verursachten. Die in den Booten sitzenden Knaben machten uns durch allerhand Bewegungen und Gebärden klar, daß wir doch Geldstücke in das Meer werfen sollten, die sie bald wieder herausholen würden. Ls war drollig, wie sich ein ganzes Nudel solcher braunen kleinen Kerle nach einem Wurf in das Wasser stürzte, um das Geldstück zu erhaschen. Der glückliche Finder zeigte es zuerst freudestrahlend vor und warf es dann in sein Boot, in Erwartung eines weiteren.
Buch in Singapore durften wir nicht an das Sand gehen, hier wurden unsere Vorräte an Kohlen und Sebensmitteln wieder vervollständigt, und am Nbend des 4. Januar ging es wieder in See. Pier erwarteten wir ein französisches Kriegsschiff, das uns begleiten sollte, es erschien aber nicht rechtzeitig, deshalb fuhren wir zunächst, als die Interessenzone erreicht war, ohne Flaggen und Sichter. Nm 6. Januar kam ein französischer Kreuzer in Sicht, der nun unsere Begleitung übernahm. Dadurch, daß wir ohne Flaggen und Sichter fuhren, hätte er uns beinahe gerammt, erst im letzten Nugenblick gingen bei uns die Flaggen in die pöhe, darnach ging die Verständigung, auch die Begrüßung durch Flaggen vor sich.
Den asiatischen Boden betraten wir zum erstenmal am 8. Januar 1885 am Tap St. Jean, wo wir ausgeschifft wurden. Nm nächsten Tage nahmen wir im Meere ein Bad, was uns allen nach der langen Reife sehr wohl tat. Bei diesem Bade habe ich im Meer mit einem mir bis dahin unbekannten Lebewesen unliebsame Bekanntschaft gemacht. Nls ich an einer sehr tiefen Stelle war, verspürte ich auf einmal einen brennenden Schmerz an der Schulter, ich beeilte mich, wieder eine seichte Stelle zu erreichen, und rief einem Kameraden zu, er solle mir doch das Ungeheuer von der Schulter nehmen. Ts war eine Masse wie ein Froschlaich, aber gebrannt hat es wie Feuer, das Bad ivar mir dadurch verleidet. In der Nacht mußten wir große Feuer anzünden und unterhalten wegen der Tiger und der sonstigen dort oorkommenden wilden Tiere; wegen der Kälte wäre das nicht nötig gewesen,- denn es war die reinste Sommernacht.
Nuch hier am Meeresstrand sangen wir unsere schönen deutschen Sieder der peimat zu. wir hatten bei uns sechs Schweizer, welche mit wunderschönen Stimmen die schönsten Jodler und Juchzer zum Pimmel ertönen ließen. Nuch hier habe ich gesehen, daß unter uns fast alle Nationen vertreten waren, nur die Engländer fehlten oder waren nur in vereinzelten Exemplaren vorhanden.
Nm 12. Januar mußten wir das schöne Plätzchen verlassen und bestiegen wieder unser vom Nuß ganz schwarz gewordenes Schiff, auf dem wir am nächsten Tage das Tap St. Jean verließen. Die im englischen Besitz befindliche Stadt pongkong passierten wir am 16. Januar, wo wir auch ein anderes Begleitschiff erhielten, nämlich ein schmuckes, ganz mit weißer Farbe gestrichenes Kanonenboot, während der Kreuzer, der uns nun verließ, ganz schwarz gestrichen war. Die Namen der beiden Kriegsschiffe habe ich leider vergessen.
Die Insel Formosa, die Thina gehört und unser vorläufiges Ziel war, erreichten wir am 20. Januar 1885. während der Fahrt vom Tap St. Jean bis zur Insel Formosa erhielten wir auch wieder unsere Gewehre, die von uns bei der Einschiffung in Nlgier sauber geputzt abgeliefert worden waren, wir hatten Gewehre und Bajonette mit gutem, säurefreiem Fette eingerieben, dann in gut verschlossenen Kisten verpackt, damit das salzige Meerwasser und der Nuß den Waffen nicht schaden konnten. Das war eine Vorsicht, die sich gut bewähren sollte,' denn an vielen Sachen, sogar an einigen der verpackten Gewehre hatte da, wo das Fett nicht hingekommen war, das Meerwasser sein Möglichstes getan.
Nm nächsten Tage betraten wir den chinesischen Boden. Nber wie sah es hier aus! Nlles war von den Kriegsschiffen zusammengeschossen worden, die veralteten Batterien und Befestigungsanlagen lagen in Trümmern, an verschiedenen Stellen brannte es noch. Ts war der pafen von pelung, dem so mitgespielt worden war. Unmittelbar nach unserer Landung wurde uns die Lage erklärt, in der wir uns befanden. Das erste, das uns gesagt wurde, war, daß jeder, der in die pände der Thinesen fiele, unrettbar verloren fei; denn Pardon gaben die Sanggezöpften nicht. Dann hieß es, daß wir kein Wasser aus den Brunnen entnehmen sollten, daß innerhalb der Stadt nie weniger als drei Mann zusammen gehen dürften, auch daß alle vorhandenen Speisen vorher angeliefert werden müßten, damit untersucht werden könne, ob sie nicht vergiftet seien. In der ersten Zeit war es nämlich oft vor-' gekommen, daß man Mannschaften von der Marine-Infanterie vergiftet aufgefunden hatte. Nach diesen Vorfällen haben die Soldaten an der einheimischen Bevölkerung Nache genommen, so daß diese in die benachbarten Berge geflohen ist. Die Stadt pelung wurde von uns ganz leer vorgefunden. In der Nacht wurde nicht die ganze Stadt mit Posten umstellt, sondern nur ein Teil davon. Deshalb kamen nachts die Einwohner in die nicht besetzten Teile und suchten unter den Trümmern nach ihren pabseligkeiten. Lei dieser Suche gab es immer schwere Einzelkämpfe, öfters entstanden auch Brände, die hoch auflohten, wenn bas öambusholz brannte, weithin war das Knistern des brennenden polzes zu hören. Da das Bambusholz nämlich zellenartig ist, so bildet sich in dem Naume heiße Suft, worauf dann die Zelle je nach der Stärke des Polzes mit einem lauten Knalle zerspringt. Das hört sich dann, wenn viele päuser brennen, an wie das Schnellfeuer eines Bataillons, untermischt mit Geschützfeuer. Schon in der ersten Nacht, die wir dort zubrachten, entstand ein solches Feuer, in der zweiten wurden wir von chinesischen Truppen und Piraten überfallen. Vas war für mich


