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treu waren bis an den Tod, sie sind für uns gestorben, sie haben sich für uns geopfert. Sie find gestorben, daß wir keine Knechte der fremden werden sollten, daß wir unsere nationale Ligenart, wurde und Kultur, unseren Gottesglau­ben und unsere christlich-deutsche Sitte behalten sollten, daß der wilde Feind sich nicht sengend und brennend, Tod und verderben vor sich hertragend, über unsere gesegneten Gaue ergießen sollte, daß unsere Nachkommen freie Menschen im freien deutschen Lande sein sollen. Uber noch etwas Höheres haben sie uns erstritten, vor dem Kriege war Deutschland in der Gefahr, sein besseres Selbst zu verlieren, wir waren veräußerlicht, glaubten, alles durch das Eingreifen des Staa­tes und durch Vereinsbestrebungen reformieren zu müssen und reformieren zu können, und vergaßen, daß nur der Geist aus Gott, der Geist des Opfermutes und der Hingabe neues Leben schafft. Nicht die Kultur, so segensreich sie ist, bringt ein Volk in wahrem Sinne weiter, sondern nur die Tatsache, daß einzelne unter ihm sich finden, die alles, auch das Leben, für Vaterland und Volkstum aufopfern. wer die Geschichte kennt, der weiß, daß lange Friedenszeiten nie ein Volk wahrhaft gefördert haben. Unser Volk hatte vor dem Kriege vielfach seinen Gott vergessen und hatte den beiden Götzen Weltlust und Eitelkeit gedient. Vieser harte, eiserne Krieg hat schon manches anders gemacht, wenn man auch von einer Wieder­geburt des ganzen Volkes nicht reden kann, es haben doch viele in diesem Kriege ihren Gott gefunden, von den Helden­gräbern in Ost, Südost und West, von den Fluten des Ozeans her, wo tapfere Seeleute ihren Untergang gefunden haben, wird es stets zu uns herüberwehen wie ein frischer Morgen­wind. wir werden wahrhaftiger, tiefer, innerlicher werden, wir werden der Kulturseligkeit den Ubschied geben. Die ein­zelnen Klassen werden, nachdem die Sohne der Keichen neben den Söhnen der Unbemittelten gefallen sind, einander näher rücken, die gemeinsam ausgestandene Gefahr hat, wie mir ein Offizier, der unserer Gemeinde entstammt, aus dem Felde schreibt, ein starkes Gefühl der Kameradschaft hervorgerufen, wir werden als ein Volk weiterleben, in dem Gottesfurcht wieder eingezogen ist. was unsere Helden durch ihr Leben nicht erreichen konnten, das werden sie wirken durch ihren Tod. Ehre sei deshalb ihrem Undenken! vergiß, mein Volk, die treuen Toten nicht, hat einst der junge, selbst auf dem Feld der Ehre gefallene Dichter Theodor Körner gerufen, vergiß, mein Volk, die treuen Toten nicht, so sei auch das Geschlecht unserer Tage gemahnt. h. B.

Meine Erlebnisse

in der französischen Zremdenlegion.

von einem Gießener.

(Fortsetzung.)

Um 10. Dezember 1884 hatten wir morgens den Hafen von Suez erreicht, dort fanden wir jedoch bei weitem nicht den Verkehr wie in Port Said, auch ist die Lage nicht so herrlich und die Stadt nicht so groß. Uun waren wir im Koten Meer. Uuf großen Kähnen, in welchen Zisternen eingebaut waren, wurde unser Trinkwasser für die lange Reife an Bord ge­bracht. Uuf großen Seereisen muß man bekanntlich mit dem Wasser sehr sparsam umgehen. Vas Meerwasser kann inan nicht einmal zum Waschen benützen, weil es die Seife nicht an­nimmt. Die Keife durch das Kote Meer dauerte 6 Tage, es war eine Havarie an der Maschine vorgekommen, so daß die Fahrt sehr langsam vonstatten ging, woher das Kote Meer seinen Namen hat, weiß ich nicht, jedenfalls nicht von seiner

Farbe,' denn die weist auch keinen roten Schimmer aus. Ob­gleich das Kote Meer nicht sehr breit ist, so begegneten uns doch sehr wenige Schiffe. Die hohen Klippen, die wie Wacht­türme aus der Flut heraussehen, sind der Schiffahrt sehr ge­fährlich. Vas bewiesen die Schiffstrümmer, die wir dort fanden.

Den Golf von Uden passierten wir am 15. Dezember. Nun waren wir in den Indischen Ozean eingefahren, wir kamen an der Insel Teplon vorüber. Sehr gern wäre ich dort einmal an Land gegangen, um die herrlichen Wälder mir näher anzusehen, leider aber war ich französischer Fremden­legionär, und nichts war mir erlaubt, als daß ich meine haut für Frankreich zu Markte trug, wie bitter war in dieser Stunde die Keue!

Uuf dem Schiffe hatten wir uns, so weit es möglich war, nach Kationen zusammengetan, um uns in der Heimat­sprache durch Erzählung und Gesang zu unterhalten. Die Deutschen und die Schweizer waren wohl diejenigen, die die schönsten Lieder sangen, allabendlich taten wir uns auf dem verdeck des Schiffes zusammen, um unsere Lieder zum sternen­hellen Himmel hinaufzusingen. Dann suchten wir unser Lager auf und dachten an Heimat und Ungehörige, die wir leider im Unverstand verlassen hatten.

Der 25. Dezember kam heran, aber keine Weihnachts­feier fand auf dem Schiffe statt, wir sahen keinen Ehrist- baum, wir hörten kein liebes Wort. Nicht ein einziges KM in dieser ganzen Zeit fand ein Gottesdienst statt. Einen evan- lischen Geistlichen sah ich während meiner ganzen Fremden- legionärszeit nicht, einen katholischen Pfarrer nur ein einziges Mal bei einem sehr traurigen Vorfälle, von dem ich später berichten werde. Dennoch sangen wir unsere schönen Weih­nachtslieder, aber wir weinten auch viele Tränen beim Ge­denken an die Lieben in der Heimat. Niemand fragte nach unserem Schmerze, unter demselben eintönigen Gestöhne ging das Schiff weiter, an unsere Gefühle sich nicht störend.

Um 1. Januar 1885 kamen wir nach Vorderindien und sahen die schöne holländische Insel Sumatra, wie sie sich schmal und groß ausdehnte. Uuch ihr durften wir nur aus der Ferne zuwinken. Einige Tage vorher war uns ein hollän­disches Schiff begegnet, das nur Frauen an Bord hatte. Diese sollten nach holländischen Besitzungen gebracht werden, um sich dort mit holländischen Soldaten zu verheiraten. Die Kinder dieser Ehepaare werden in Erziehungshäusern erzogen und dann in den Besitzungen seßhaft gemacht. Gb es heute noch so ist, weiß ich nicht. _ (Fortsetzung folgt.)

Erlebnisse eines Mitgliedes des Deutschen Zloltenvereins in Rußland J9M/J5.

(Fortsetzung.)

Um nicht bestohlen zu werden, wie dies uns auf der Fahrt nach Moskau passierte, wo Mütze, Gummischuhe und Eßvorrat verschwanden, hielten einige der Unsrigen wache. Um Morgen des 19. Dezember wurden sechs Mann von uns aus diesem Lokal erlöst und im schwarzen Uuto nach der Taganska ins Zellengefängnis gebracht, wieder Gepäck- und Leibesvisita­tion, bei der aufs neue ein Teil unserer Toilettegegenstände verschwanden, hierauf Internierung zu zweien in einer Zelle, da zu wenig Platz war. Ein 70 Zentimeter breites eisernes Bett mit Strohsack, ein an der wand befestigter Tisch und ein Stuhl bildeten die Uusstattung der Kammer. In der von uns bewohnten Ubteilung hausten annähernd 2000 meist poli­tische Sträflinge, das paus war besetzt bis unter das Vach.