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beginnt mit der Hingabe an die idealen Zwecke des irdischen Lebens, aber sie muß sich vollenden in der Gottesliebe, in der völligen Hingabe des Willens in Gottes Dienst.
5o gilt es zu leben. Treue der Erde, Treue dem Himmel! Tins nicht ohne das andere! Jedem das Leine! Nur so genügen wir der Forderung Jesu, nur so der großen Zeit.
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Meine Erlebnisse
in der französischen Fremdenlegion.
von einem Gießener.
(Fortsetzung.)
Um 18. Upril 1884 wurde ich mit einem Kommando von ungefähr 40 Mann nach Bougern, einem Kleinen vorgeschobenen Posten geschickt, wo sich eine Militärstrasanstalt für die befindet, die mehr als 60 Tage zu verbüßen haben. Diese Station ist ungefähr 120 Kilometer von Mecheria entfernt, wir legten diese Strecke in drei Tagesmärschen zurück. Dort hatten wir fortwährend Wachen und Patrouillen, wobei wir manchmal Strecken von mehr als 20 Kilometer abgehen mußten, um uns den Gefangenen zu zeigen. Im Falle eines Ueberfalles der Uraber werden auch die Gefangenen bewaffnet. Um 16. Mai wurden wir abgelöst und kamen am 19. Mai wieder nach Mecheria. Um 24. Mai wurde ich mit einer Abteilung von ungefähr 80 Mann nach Ulgier geschickt, um dort Maulesel zu holen, am 3. Juni kamen wir von diesem Kommando wieder zurück und wurden nun im Veiten ausgebildet, vom 10. Juli bis zum 20. Uugust war ich einer Spezialmission zur Untersuchung der Wasserverhält- nisse zugeteilt.
Uls ich wieder nach Mecheria zurückgekehrt war, hatte ich wohl die größte Nuhepause seit meiner Unkunft in Usrika. Not hatten wir dort mit dem Wasser. Während des Sommers war verboten, es unfiltriert zu trinken. Große Fässer wurden mit Holzkohlen und Kies gefüllt, dann das Wasser hineingeleitet. von morgens halb 11 Uhr bis nachmittags 2 Uhr mußte jeder in seinem Zelte bleiben und sich auf sein Lager legen, weil die Hitze zu groß war und die Sonne furchtbar stach. Wer das Zelt verläßt und gemeldet wird, erhält 15 Tage prison. Man hat diese Maßregel getroffen, um Hitzschläge und Sonnenbrände zu vermeiden.
Um 4. September 1884 wurden wir nachmittags halb 6 Uhr von einem furchtbaren Schirokko überrascht. Um Horizont machte sich ein dunkelgelber Streifen bemerkbar, immer dunkler wurde er, in ganz kurzer Zeit war er über uns hinweggebraust. Obgleich wir alle von innen unsere Zelte sesthielten, so standen doch von unseren vier Neihen, die ungefähr 60 Zelte umfaßten, nur noch einige, es war, als ob jemand mit einem Niesenbesen darüber hinweggekehrt hätte, unsere Sachen waren Hunderte von Metern weggeschleudert und natürlich durcheinander geworfen, Bis spät in die Nacht hinein hatten wir zu suchen und den ganzen anderen Tag hatten wir zu arbeiten, um einigermaßen wieder etwas Ordnung zu schaffen. Unsere Hände, auch das Gesicht, namentlich die Lippen, waren aufgesprungen, was uns furchtbare Schmerzen bereitete.
Mit eigentlichen Urbeiten werden die Gefangenen in dieser Strafanstalt nicht beschäftigt, sie vertreiben sich die Zeit, indem sie — wie jetzt viele unserer verwundeten allerhand Sachen aus Holz, Ninde oder Stein anfertigen, Gegenstände, die zum Teil mit großer Kunstfertigkeit her- gestellt sind.
Wir blieben bis zum 14. Oktober 1884 in Mecheria, dann machte das ganze Bataillon einen Nekognoszierungs- zug, die sogenannte „Jahresmission". Jeden Tag gab es hierbei eine Urt Gefechtsschießen. Uber der Hauptzweck war, in dieser abgelegenen Gegend eine größere Truppenmasse zu zeigen, damit die Uraber dadurch an ihre Pflichten er-, innert werden sollten. Uin Sefra war unser Ziel, das wir nach schwierigen Märschen erreichten. Um 28. Oktober kamen wir wieder zurück nach Mecheria.
Unterdessen hatte es kriegerische Verwickelungen in Tonking gegeben, und unser Bataillon wurde auch, was wir erst im Laufe der Zeit erfuhren, ausersehen, an der Expedition gegen die Ehinesen teilzunehmen. Um 10. November wurden wir in den mobilen Zustand versetzt und zu unserem Depot nach Sidi-Lell-Ubbes gebracht. Dort wurde das Bataillon auf Kriegsstärke gebracht. Um 21. November verließen wir mit der Lahn Sidi-Lell-Ubbes und kamen nach Maison Tarrse, eine kleine Stadt in der Nähe von Ulgier, wo wir über Nacht blieben.
Unter unseren Kameraden waren einige, die eine kleine Tonne eingemachter Heringe gestohlen und mit ihren Freunden verzehrt hatten, die Folge war, daß diese Leckermäuler sich allesamt den Magen verdarben und sich krank melden mußten. Da entstand die Befürchtung, es sei unter der Mannschaft die Tholera ausgebrochen, und es kam der Befehl, daß das ganze Bataillon unter Ouarantäne müsse. Wir mußten aus das SO Kilometer entfernte Tap Mattifoux marschieren, wo wir acht Tage lang von jeder menschlichen Gesellschaft abgeschlossen wurden. Uls sich in dieser Zeit niemand krank meldete, wurde am 3. Dezember der Befehl gegeben, daß wir noch an demselben Tage den Hafen verlassen müßten. Jetzt ging es drunter und drüber,' denn das Essen war bereits fertig, ein Teil der Mannschaft hatte es bereits bekommen, die anderen warteten noch darauf, als der Befehl zum Einsteigen kam. Es wurde alles weggeschüttet, die Tornister wurden umgehängt und fort ging es nach Ulgier zu.
Um 5 Uhr war schon das ganze Bataillon auf dem Schiff. Un diesem Tage gab es nichts zu essen, um deck Uebelwerden infolge der Seekrankheit vorzubeugen. Zwischen 7 und 8 Uhr verließen wir den Hasen von Ulgier. Wohl war eine große Menschenmenge am Hasen angesammelt, aber von einem Ubschiednehmen, wie es in Deutschland der Fall ist, wenn Truppen Weggehen, war nichts wahrzunehmen.
Nach fünftägiger Fahrt, auf der wir Ulexandria in nächster Nähe liegen sahen, kamen wir nach Port Said. Unser Schiff wurde mit frischen Kohlen versehen, aber an ein Land gehen war gar nicht zu denken, im Gegenteil, wir wurden so scharf als möglich bewacht, damit verhindert werden sollte, daß Soldaten desertierten. Uber als es dunkel wurde, sprang doch einer über Bord und schwamm dem Ufer zu. Es wurde alles versucht, seiner wieder habhaft zu werden, alles ohne Erfolg, auf einem der vielen dort liegenden Schiffe wird er wohl Zuflucht gefunden haben.
Um nächsten Tage — es war der 9. Dezember — verließen wir abends um 6 Uhr unter langsamer Fahrt den Hafen und fuhren mit Dunkelwerden in den Kanal von Suez ein. Der von dem Franzosen Ferdinand Lesseps erbaute Kanal ist bekanntlich heute im Besitz der Engländer, hoffentlich aber nicht mehr lange. Nur unter sehr langsamer Fahrt durfte unser Schiff den Kanal durchfahren, weil die Gefahr des versanden? dort so groß ist. Uls ich in meiner Knabenzeit, als der Kanal eröffnet wurde, in illustrierten Blättern darüber gelesen hatte, machte ich mir ein ganz anderes Bild davon, als


