Ausgabe 
31.10.1915
Seite
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Polizei, und über das Weichbild der Stadt hinaus dürsten wir nicht gehen,- im übrigen wären wir frei, könnten zusammen ein Ouartier beziehen und für unsere Rechnung wohnen. Um wenigstens von der Straße zu kommen, bezogen wir sofort möblierte Zimmer und machten uns später auf die Woh­nungssuche. Bald hatten wir eine passende Wohnung ge­sunden und richteten uns ein. Vas Leben in Slobodskop war soweit erträglich, und als wir erst Nachrichten und Geld­mittel von zu Hause hatten, fühlten wir uns leidlich wohl.

Sch kann nicht umhin, auf die Behandlung unterwegs und die Beköstigung der Gefangenen zurückzukommen. Jeder erhielt täglich zehn Kopeken oder ein Stück Schwarzbrot und je nachdem heißes Wasser, um Tee anzubrühen, sofern sich solches auf der Station vorfand. Infolge häufig durch­passierender Militärzüge gab es vielfach nichts, und besonders die Ostpreußen, Polen und Kolonisten aus Taurien, die schon mehrere Wochen im Transportgefängnis in Moskau zu­gebracht hatten, waren recht ausgehungert und beklagten sich sehr über Ungeziefer, unsauberes und schlechtes Essen. 3m Uachbarwagen schlug ein Begleitsoldat einem Bedauerns­werten, der zu rasch nach einem Stück Brot griff, den Daumen weg und zerschnitt ihm die Hand bis zum Hand­gelenk.warum hast du ihn nicht gleich ganz totgeschlagen," meinte sein Kollege,jetzt hast du nur noch Umstände durch die Sache." Die Begleitmannschaften waren recht rohe Burschen. _ (Fortsetzung folgt.)

kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 31. Oktober, 22. nach Trinitatis. U e f o r m a t i o ns f e st.

Kollekte für den Gustav-Udols-Verein. Gottesdienst.

3n der Ztadtkirche.

vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Schwabe.

vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.

Ubends 6 Uhr: Pfarrer Mahr.

Beichte und heil. Ubendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Unmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Ubends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde.

Montag, den l. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.

3n der JohannesNrche.

vormittags 9V 2 Uhr: Pfarrer Uusfeld.

vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Uusfeld.

Worte zum Nachdenken in der ttriegszeit.

was mir fein Wort verheißt,

Vas will ich fassen,

Ich will mich seinen Geist Stets treiben lassen.

Ich will mich aller schuld Mit Ernst entschlagen,

Ich will auch in Geduld

Mein Leiden tragen. Hiller.

* *

Un der entschiedenen Nachfolge Thristi hindert uns Dreierlei: der Welt Güter und Freuden, ihre Schmerzen und Sorgen, ihre Freundschaft und Gemeinschaft. K. Gerok.

* ^ *

(Es gibt keine wahre Verbundenheit mit Jesus, die nicht auch ein Kreuztragen für ihn wird. G. Benz.

Ubends 6 Uhr: Pfarrer Lechtolsheimer.

Beichte und heil. Ubendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde. Unmeldung vorher bei! dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Ubends 8 Uhr im Johannessaal: Versammlung und Bibel­besprechung

Mittwoch, den 3. Uovember, abends 8 Uhr: Kriegs­betstunde. Pfarrer Bechtolsheimer.

Sonntag, den 7. Uovember, wird nach allen Gottes­diensten eine Kollekte für die ev. Gemeinde zu Mühlheim erhoben.

* *

Sonntags-Derein für Mädchen.

(Diezstratze 15 p.)

Jeden Sonntag nachmittag Zusammenkunft.

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verantwortlich: für den Textteil Pfarrer Lechtolsheimer, für den Nnzeigenteil h. Leck; Druck und Verlag der Lrühl'fchen Univerfitäts-

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