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3n gleicher weise wollen wir lernen, die Sorgen um unser Volk beiseite zu setzen und Gott zu vertrauen. Ls sind ja jetzt recht schwere Tage für unser Volk, was Luther einst vom Teufel gesungen hat: Der alte böse Feind mit Trnst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, das kann man jetzt auch von Frankreich sagen. Ts scheut keine Dpser, wie groß sie auch sind, es will die Mauer brechen, die im Westen die Tapferkeit unserer Soldaten ausgerichtet hat. Sn Deutschland sitzt ein oft zagendes und bangendes Volk: wird die Mauer halten? wird deutsche Kraft dem Stoße widerstehen? Laßt uns nicht mit unserer Heeresmacht allein und mit den Beserven, die wir heranziehen, rechnen, wir wollen nach oben schauen, Bis hierher hat der Herr geholfen,- er wird auch weiter helfen, wir stehen in seiner Sache, auf der Seite des Bechts und der Gerechtigkeit, wir kämpfen gegen Neid und haß, Lüge und Verleumdung, Bosheit und zuweilen auch Grausamkeit, wir kämpfen im Westen gegen ein Heer, in dessen Kriegsreglement nichts von Gott steht, dessen Führer noch nie in ihren Befehlen ein Wort von Gott gesagt haben, gegen ein Volk, dessen Präsident noch nie den Namen Gottes in seinen Beden in den Mund genommen hat. Gott wird helfen und hilft. Tr wird es zum guten Ende bringen.
So wollen wir auch denken, wenn wir auf den kommenden Winter sehen und überlegen, wieviel Bot und Elend er mit sich bringen kann. Sch glaube, die Seufzer zu hören, die die hohen Lebcnsmittelpreise, die Heizung und die nötige wärmere Kleidung so mancher Brust auspressen, ich glaube, es zu sehen, wie manche Frau rechnet und rechnet und kann doch nicht dazu kommen, daß das Geld reicht, hat Gott bisher geholfen, er wird weiter helfen. Gott hat ja Leute genug auf Erden, die er zu Fürsorgern für die Bedürftigen gesetzt hat. Vas sind die, die genug und die Fülle haben. Mehr denn je gilt sein Wort an sie: wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert, heute steht die Barmherzigkeit auf und fordert ihr Teil von den Gaben der Ernte. Und es wird gehen.
wenn wir uns das alles vor die Bugen halten, dann schwinden die Sorgen, und mit ruhigem Herzen können wir mit dem psalmisten sagen: Lobe den Herrn, meine Seele und was in mir ist, seinen heiligen Kamen, lobe den Herrn, meine Seele, und vergißt nicht, was er dir Gutes getan hat.
Gr. L. ©• Sch.
Meine Erlebnisse
in der französischen Fremdenlegion.
von einem Gießener.
Nachdem ich meiner Militärdienstpflicht in Metz genügt hatte, war ich im Novrmber 1883 nach Nancy gekommen, um dort Brbeit zu suchen. Mich lockte der Trieb in die Ferne, ich wollte gern andere Länder und Menschen sehen und dachte, in der Ferne mein Glück zu machen, war ich doch noch jung und unerfahren, auch besaß ich ein gut Teil jugendlichen Leichtsinnes und glaubte noch den Versprechungen fremder Menschen. Bald fand ich jedoch in Frankreich, daß die Brbeitsverhältnisse für einen jungen Deutschen sehr ungünstig waren. Man weiß ja, daß gerade an der französischen Gstgrenze unmittelbar vor Busbruch dieses großen Weltkrieges der Deutschenhaß sehr groß war und daß wiederholt gerade in Nancy es zu groben Exzessen gegen Deutsche, die der Stadt Sonntags einen Besuch abgestattet hatten, gekommen war. Buch damals, dreizehn Fahre nach dem
deutsch-französischen Kriege, war der nationale Gegensatz im östlichen Frankreich noch stark, und ein junger Deutscher hatte dort wenig Bussicht auf Fortkommen. Da ich auch der französischen Sprache nicht kundig war, so wurde es mir schwer, mich im Geschäfte und in der Werkstatt verständlich zu machen.
Es wurde mir häufig der Bat gegeben, mich doch bei der Fremdenlegion anwerben zu lassen. Bllerhand Schönes und Gutes wurde mir da in Bussicht gestellt. Der Dienst, so hieß es, sei gering, die Verpflegung ausgezeichnet, Gelegenheit zur Erlernung der französischen Sprache sei vorhanden und die höchsten Stellen stünden dem Soldaten, der ja nach einem bekannten französischen Worte den Marschallstab im Tornister trügt, offen. Sch schenkte im Bnsang diesen Beden kein Gehör, glaubte noch, in meinem Zivilberufe mein Fortkommen finden und hierbei die französische Sprache erlernen zu können. Da kündigte mir mein Meister die Brbeit, und ich war für das erste brotlos. Sch machte mich auf den weg, um mir neue Brbeit zu suchen. Der Zufall wollte, daß ich in dieser Lage einen jungen Menschen aus Zwcibrücken in der Bheinpfalz, Schuhmacher seines Zeichens, traf, der in denselben Schuhen stand wie ich. Er erzählte mir von dem Leiden, das er seit einem Vierteljahre durchgemacht habe, und eröffnete mir, daß er den bestimmten Entschluß gefaßt habe, sich bei der Fremdenlegion anwerben zu lassen. Buch ihm hatte man von den Herrlichkeiten vorgelogen, die den Soldaten in Bfrika erwarteten. Jung, wie wir waren, die Brust voll Mut, leichtgläubig wie die kleinsten Kinder, verabredeten wir, auf das Werbebureau zu gehen.
Bm 3. November 1883 gingen wir dorthin, einige Sergentmajors (Feldwebel) waren anwesend, sie unterzogen uns einem kurzen verhör und schickten uns mit einem Scheine auf die Mairie (Bürgermeisterei). Dort erhielten wir einen neuen Schein, auf den hin wir in einem Gasthause auf Kosten der Stadt Essen und Trinken erhielten. Nach Papieren wurde fast nicht gefragt, die meisten, die zur Fremdenlegion kommen, haben auch solche gar nicht aufzuweisen. Hatte jemand Papiere, so war es gut, hatte man keine, so war es auch gut. Eine gesetzliche Bestimmung schrieb nur vor, daß niemand, der über 45 und unter 18 Fahre war, angenommen werden sollte, doch wurde nach dieser Bestimmung wenig gefragt, ich habe einen Fremdenlegionär kennen gelernt, einen aus Laden stammenden Mann, der schon 52 Fahre alt war.
Bls durch den Brzt unsere Militärtauglichkeit festgestellt worden war, mußten wir alsbald unseren Bnwerbungs- vcrtrag unterschreiben. Sn dieser Stunde hatten wir unser Leben und unsere Gesundheit für einen sehr billigen Preis verkauft. Mit mir hatten sich noch vier Mann gemeldet, ich weiß aber nicht, ob sie auch angenommen wurden.
Sofort wurden wir von einem Korporal nach einer Snsanteriekaserne geführt, wo schon mehrere Leute, die gleich uns nach Bfrika gehen wollten, versammelt waren. Unter ihnen befanden sich Holländer und Belgier, auch zwei Bussen. Die Kleidung dieser Leute war sehr buntscheckig. Einige trugen Brbeitskleidung, andere waren gut bürgerlich gekleidet, sehr viele waren, was die Kleidung betraf, sehr herabgekommen. Man merkte, daß ihre Kleider ursprünglich nicht zu ihnen gehörten, sie hatten sich diese einfach zusammengefochten.
Bm nächsten Morgen es war der 4. November wurden wir zur Bahn geleitet, um über Lyon nach Marseille zu fahren. Sn Lyon hatten wir einen längeren Bufenthalt


