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Lin hellklingendes pfeifen ließ sich hören. So wie nur die Leute pfeifen, denen etwas geglückt ist, an dem sie schon lang herumgcdoktert haben. Der Grenzer-Karl trat in den Hof. Er schwang einen gereifelten haselstecken, an dem ein Sträußlein Erdbeeren steckte.
„Wem pflanz ich diesen Maien?" rief er fröhlich lachend. Die Franz sagte kein Wort. Sie scheute sich vor dem harten Blick des Hannes.
„Ist niemand in der Welt, dem der Wanderbursch seinen Maien stecken darf?" fragte der Grenzer-Karl noch einmal. Und durch seine Stimme ging es wie ein Uiß.
Keine Bntwort!
Da ging der Grenzer-Karl stumm in seine Klause. Sein frohes pfeifen war aus. Den Haselstab lehnte er an die Lehmwand. Die Beeren preßten ihren roten Saft an den gelben Bewurf, und langsam floß ein schmales Bächlein an der Wand herab.
Draußen im Wald hatte der gelöste Verband an den Wildschossen die guteingewachsenen grünen Tdelaugen gezeigt. Besonders die „errötende Jungfrau", die der Bursch nicht oft genug hatte einsetzen können, versprach eine Prachtskrone an jedem schwanken Schoß. Der Bbendwind fuhr spielend durch den buschigen plan und schaukelte die grünen Buten der Wildrosen, die ihren Schwestern ein Lied flüsterten von kommendem bräutlichem Glück im Glanz der Ldelblllte!
Uebcr dem Forsthaus grollte aus schwarzer Wolke ein schweres Gewitter.
Lin herbst war über das Land gekommen wie noch in keinem Jahr. Bis wollte er alles gut machen, was der rauhe Mai verdorben hatte. Die Sonne konnte sich gar nicht genug tun mit Leuchten. Tag um Tag stieg sie am dunkelblauen Himmel empor wie ein König, der im blausamtenen Krönungsmantel durch die Straßen seines Landes geht und mit vollen Händen seine Segensgaben in die Hände der Glücklichen wirft. Und darum hatte sich das Land in seinen schönsten Staat gesteckt. Die Bäume im Wald trugen alle Gewänder von Goldbrokat oder dunkelglühendem rotem Btlas.
Uber das Bllerschönste und Seltsamste war seit der Mitte des Oktobers im „Sauloch" aufgeblüht gerade in der Woche vor dem großen Turnerfest, das auf den besonderen Wunsch des Forstmeisters nach Vruchhausen gelegt war. Mitten in der Wildnis ein Bosenstrauß! Unter der
warmen Sommer- und der köstlichen herbstsonne waren die jungen Ldeltriebe rasch gewachsen.
Der Grenzer-Karl hatte die zarten und dünnen Triebe sorgfältig festgebunden, daß der Wind sie nicht fassen konnte und — so kam es, daß über all der wilden Waldblüte die stillen, schönen Kinder des Forstgartens standen wie verwunschene Prinzen, die mitten in ein lärmendes Volksgewühl hineingestellt worden sind und aus großen erstaunten Bugen auf all das Getümmel und Gewoge blicken.
Die Burschen des Dorfes waren gekommen und hatten die Fränz gebeten, als eine der Lhrenjungfrauen im Festzug neben der neuen Fahne zu gehen. (Fortsetzung folgt.)
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 5. Septbr., 14. nach Trinitatis. Kollekte für die Kaiser-Wilhelm-Stiftung. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Zugleich Thristenlehre für die Ueukonfirmierten aus der Markusgemeinde.
vormittags 9 1 2 Uhr: pfarrassistent hoffmann.
In der Johanneskirche,
vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bus seid.
Zugleich Thristenlehre für die Ueukonfirmierten aus der Johannesgemeinde, vormittags 9Vs Uhr: Professor D. Schian.
Bbends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal.
Mittwoch, den 8. September, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer.
Wartburg, evangel. Jünglings- und Männer-Verein.
(Diezftrafze IS.)
Sonntag, den 5. Sept.: Vortrag.
Dienstag, den 7. Sept., abends 8V 2 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 9. Sept., abends 8 l / 2 Uhr: Leseabend. Samstag, den 11. Sept., abends 8Vs Uhr: Beltere Bbteilung. Gäste stets willkommen.
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verantwortliche für den Textteil i. v. Pfarraffiftent tfoffmann, für den Anzeigenteil t). Bech; Druck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-
Buch- und Steindruckerei N Lange, sämtlich zu Gießen.
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