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3 lens (Ein halb viertel wein einzuschreiben

4 Zwei) Gulden zu der Handmühl

5 ,, Zrvey Gulden zu der Deck

6 ,, Zwei) Gulden zu den Bechern

7 ,, Zwei) Gulden zu Brief und Siegel

8 ,, Drei) Gulden hat jeder erlegen müssen wegen Geld

so gelehnt worden, welches abzutragen

9 ,, 24 alb. gebottsgeld und 7 alb. den armen

10 15 alb. in das waisenhauß."

Die alten Gerber scheinen trinklustige Herren gewesen zu sein,' denn reichlich viel Geld wurde dem neu aufgenom­menen Meister für wein abverlangt. Außerdem waren Beiträge zur Schuldentilgung, zu den Kosten der Anschaffung eines Bahrtuches und einer Handmühle, die wohl zur Be­reitung der Eichenlohrinde diente, zu entrichten. Die Hand­mühle scheint im Jahre 1628 angeschasft worden zu sein) denn ein Eintrag besagt:Item hat Jörg Schlägel! Emp­fangen von Einem Erbarn Handwerk Ein Neißtaller von wegen der hantmöll die er in seinem hauße habt Stadt dessen sie ihm alle Jar Linen halben Beißtaller davon ver­sprochen haben geschehen den 17. November 1628" Offen­bar wurde die Mühle im Hause des Georg Schlegel auf­bewahrt, und die Zunft bezahlte hierfür jedes Jahr Miete. In späteren Jahren, als die Gerbereien in Gießen sich ver­mehrten und der Betrieb in den einzelnen Geschäften um­fangreicher wurde, hat man eine Lohmühle an der Lahn erbaut. Sie stand dort, wo sich jetzt das Bootshaus des Nuderklubs hassia befindet) in dieser Mühle mahlten die Gerber die Lohe, die sie zur Bereitung des Leders brauchten.

Unter demGebottsgeld", das die oben mitgeteilte Spe­zifikation nennt, ist der Betrag zu verstehen, den der bekam, der die Meister zur Zunftoersammlung einlud. Zeitweise mußte diese Einladungen der jüngste Meister unentgeltlich besorgen.

Im allgemeinen waren zwei Wanderjahre festgesetzt) die meisten Gießener Gerber scheinen ihre Zeit erwandert zu haben, dafür sorgten wohl schon die Väter, die daraus hielten, daß ihre Söhne sich gründlich ausbildeten. So lesen wir im Zunftbuch folgende Protokolle:heute dato den 23. Oktober 1692 ist Friedrich Löber meister worden hat seine Zeit erwandert." Auch Johann Henrich Sack, der acht Jahre früher Meister wurde, war zwei Jahre auf der Wanderschaft. Dagegen heißt es von Johann Jost Eckart ist heut dato den 8. Oktober 1691 Meister worden hat seine Zeit nicht erwandert und hat davor dem handwergk 10 Gulden erlegt." Ein Protokoll aus dem Jahre 1677 besagt:heute dato d. 21. Januar ist Johanneß Siemon Meister worden und hat das erbar Handwerk ihm sein Wandergeld Nachgelassen und wenn heut oder Morgen wieder ein Meisters Sohn kommt in dem Fall, so soll er auch gehalten werden gleich ihm."

Ueber eine Meisteraufnahme aus der ganz alten Zeit berichtet ein Eintrag, der heute nur noch mit Mühe zu ent­ziffern ist:Auff heut dato welcher ist der 22. Gcdoper 1630 ist ein Erbar Handwerk zu Gebott in des Zunftmeisters Lenhardt Schlegel hauß geweßen da ist Hans Henrich weyß- gerber das Handwerk gereicht worden undt hat gedachter hanß Henrich versprochen bei Zaum und siln zu pleyben, kein Kalbfell oder Hammelsstück zu kauffen, deß zur urkunt hat er sich selbst mit eigener hant unterschrieben."

Nach diesem Eintrag hat sich Hans Heinrich Weißgerber verpflichtet, nur Leder zu Pferdegeschirr (Zäume und Sielen) herzustellen und von Kürschnerarbeit abzusehen.

Eine ähnliche Verpflichtung wurde 1630 dem Georg Michael Etling auferlegt. Darüber sagt das Zunftbuch:Auf heut dato welcher ist der 12. Gcdopris 1630 ist Ein Erbar Handwerk bei) Ein gewesen undt hat Jörg Milcher Etling daß Handwerk gereicht darbey er versprochen undt hand- gelupnus getan das Er bei) dem spanischen Ledter zu bereiften plepben will Und weyder nichts als was Einem Ehrlichen Neinnlichen wepßgerber gebürt Hab ich Eafpar Bechtoldt dieses auf Bit Jörg Milcher (Ettings dieweil er nicht Selbst schreiben kann undterschriben."

wie wir oben schon erwähnt haben, so hatte das Zunft­wesen einen stark konservativen Zug. Vas geht auch daraus hervor, daß die Meisteraufnahme durch, zwei Jahrhunderte hindurch bis zur Auflösung der Zünfte unverändert ge­blieben ist. Das beweist folgender Eintrag:heute als den 4ten Mai 1861 hat Georg Keil sein Meisterstück gemacht und bey der Zunftversammlung vorgezeigt. Dasselbe wurde für gut erkannt und derselbe wurde bei hiesiger Lohgerberzunft als Lohgerbermeister ausgenommen, derselbe verspricht zu­gleich, was andere junge Meister für die Zunft getan haben, für die Zunft zu tun, das heißt 1. vorkommende Bestellungen der Zunft in eigener Person zu besorgen, 2. zunftangehörige Leichen zur Gruft zu begleiten. Entrichtete für die Zunft 4 fl. 40 kr. Gebotsgeld 28 kr., für die Armen 1 fl." Unter diesem Eintrag steht die Bemerkung:ist nach Grim­berg gezogen." Auffallend ist, daß die Kosten im Jahre 1861 wesentlich geringer waren als zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, da die Menschen doch wirklich nicht viel Geld zur Verfügung hatten. (Fortsetzung folgt.)

Griechische 5ommersrischen.

von Geh. Gberkonsistorialrat D. w. petersen in Darmstadt.

(Fortsetzung.)

Unter der Leitung des Direktors der königlichen Güter stand eine Gruppe von zehn Inseln, die der Gstküste des süd­lichen Euböa vorgelagert sind. Dorthin begleitete ich meinen Freund im August 1886. wir fuhren im wagen nach Ke- phissia, von dort mit der Bahn nach Laurium. Die Fahrt durch die Ebene Mesogäa zwischen dem pentelikon und dem hpmettos, die ich so oft vom Gipfel des ersteren studiert habe, machte mir große Freude. Man kommt da besonders der schroffen nackten Nückseite des hpmettos näher, fährt an Olivenhainen und Weinbergen vorüber und kommt schließ­lich durch ein langes Gebirgstal auf die Stadt Laurium zu, die wie ihre antiken Hallen ich gelegentlich einer Taufe im Hause eines dortigen deutschen Ingenieurs kennen gelernt habe. Damals habe ich auch den Athenetempel auf Sunium besucht, von wo aus man einen entzückenden Blick auf den saronischen Golf und aus die nördlichen Kpkladen hat. wir hatten keine Zeit in Laurium zu verlieren, denn unser Dampfer ging um l l Nhr in See. Der Dampfer war exem­plarisch schmutzig und so klein, daß der heftige Nordwind uns sehr oft kühles Wasser auf die Kommandobrücke warf, wir fuhren hinüber nach Euböa, nach der Stadt Karrftos, die am Fuße der Dcha im Grunde einer schönen Bucht liegt, ma­lerisch von einer venetianischen Feste überragt, wir betraten um 3 Uhr das Land und wurden von einem Arzte, einem Gastfreunde des Direktors, aufgegabelt, der uns in die Stadt führte. Die bergan führenden Straßen waren unge- pflastert und bestanden aus einer Senkung in der Mitte, zu deren Seiten sich die Schweine gemütlich in dem unbeachteten Schmutze wälzten, hier sorgt gewiß der Berg mit seinen