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Regenbögen für die Straßenreinigung. Bei dem Gastfreund gab es Salat mit ranzigem Del. Hernach bestiegen wir das Schiff und fuhren in P /2 Stunden nach Marmari, einem Dorf an einer schonen Meerbucht, in der eben die 10 Inseln patali liegen, die etwa eine Duadratmeile Flächeninhalt haben. Line Barke führte uns in etwa einer halben Stunde nach unserem Bestimmungsort, den wir um 7 Uhr erreichten, als gerade der Glanz der Rbendröte über der überaus lieblichen Landschaft lag. Oie 10 Inseln sind von Wichtigkeit, weil sie in dieser stürmischen Gegend dem Schiffer die einzig sichere Zuflucht gewähren. Im Rltertum müssen sie auch bewohnt gewesen sein, denn überall findet man Spuren menschlicher Nieder­lassungen, und die beiden Hauptinseln, Megalosini und Xaro- niji, sind durch eine Steinbrücke verbunden gewesen, deren Spuren man noch im durchsichtigen Wasser schimmern sieht. Unsere Barke lief vor Marmari in diese stillen Gewässer ein, rechts liegt eine schöngeformte Insel Limgerusa mit zwei Höhen, links Xarosini, die zweitgrößte Insel, mit reicher Rüstenentwickelung, kleinen, reizenden Buchten, Felsenstrand und Meergrotten. Rn einer friedlichen Bucht sehen wir mäch­tige Weingärten sich ausdehnen. Ruf krönender Rnhöhe ragt die Rirche der Inselgruppe und in dem stillen Wasser sah man den ganzen Reigen der Inselchen um sich her. Rn einer kleinen Bucht lag das Gutshaus, ihm gegenüber die größte Insel, Magalonisi, mit seinen über 300 Meter hohen Bergen, die ganz mit Gelbäumen bedeckt sind. Unterhalb der Rirche das Badehaus gerade an einer Stelle, wo das Wasser vom großen Meer hereindringt und das Wasser der Bucht stets erneuert. Dieses Badehaus spielte in unserem Inselleben eine Rolle. In vier Tagen nahmen wir täglich drei Bäder. Wir lebten von dem, was mein Freund an Raninchen und Reb­hühnern schoß, und von den im Meere gefangenen Fischen. Um 5 Uhr morgens lagen wir schon bei herrlichem Sonnen­aufgang im Wasser, beschlossen in derselben Rrt jeden Tag am Rbend und freuten uns an den rotgoldenen Bergen Rttikas, besonders des pentelikon in seiner ganzen Größe, die zu uns über den Sund des Turipus herüberleuchteten. Um 6 Uhr waren wir täglich entweder schon auf der Wan­derung oder im Segelboot. So durchstreiften wir die Inseln, besichtigten die Weinberge und Glivenhaine, fuhren von einer Insel zur andern, außer den schon genannten: pontikonisi, Tragonisi, Funda, Praso, Makro, Rwgö, Luludi, schwelgten in Natur und sangen unsere Lieder auf den Wellen. Mittags wurde das Gefangene verzehrt und nach kurzer Rast die Fahrt wieder ausgenommen. Ruf Tragonisi sind Raninchen angesiedelt, auf pontikonisi gedeihen die angepflanzten Rleppokiefern, auf Limparusa befand sich ein junger Oliven­hain mit prachtvollster Russicht auf die Bucht von Marmari und die alles überragende zweiköpfige Gcha bei Rarystos, wo sich die Winde ihr Stelldichein geben. Megalonisi ist bis an den Gipfel mit einigen Hunderttausenden wilder Gel­bäume bedeckt, die zu Tausenden jährlich veredelt werden und dann gute Ernten verheißen. Eine breite Straße führte in vrittelhöhe der Inselberge um einen Teil der Insel herum mit den entzückendsten Rusblicken auf das Meer, Euböa, Rttika. wie oft durchschnitten wir die Bucht, hinter uns die Fangleine ziehend. Wir wurden dabei braunrot, die Haare starrten von Salz, Kleiber und Kopfbedeckung hatten einen weißen feinen Salzüberzug. Nach vier Tagen solchen Frei­beuterlebens fuhren wir eines Tages früh um 6 auf einem Kutter bei steifem Nordwind quer über den Sund nach Ra- phina in Rttika. Es war herrlich, auf dem Seepferd durch die dunkelblauen Wellen zu reiten, die uns mehr als einmal

bis auf die Haut durchnäßten. Während der ganzen Neber- fahrt bildete der am Bug des Schiffes emporschnellende Gischt einen stets wechselnden Regenbogen. Um 9 waren wir in Raphina, wo uns die Pferde erwarteten. Es war das erste Mal, daß ich ritt und nun gleich 3Vs Stunden in der brennendsten Sonnenhitze und in fliegender Hast. Es mag schön ausgesehen haben,' aber fest saß ich doch und habe mir meine Haut ordentlich abschinden lassen müssen. Drei Tage lang war ich allerdings etwas wie ein Ritter von der trau­rigen Gestalt und hatte heftige Schmerzen.

(Fortsetzung folgt.)

warum der Grenzer-Rarl die Rosen lieb hat.

Erzählung von Karl Hesselbacher.

(Fortsetzung.)

Rasch wandte er sich um und zog seine Hand aus der des Mädchens.Es ist spät," sagte er, hastig und leise. Der Mond kommt erst um Mitternacht, hat heute der Forstmeister gesagt. Ich muß heim - morgen ist ein schwerer Tag!" Raum hörte er noch den Gruß des Mädchens, das mit einem Lachen sich zurück ins Dorf wandte.

Er watete durch den weichen, zergehenden Schnee es war ein mühseliger Gang. Rber ihm war, als ginge er einen leichten Weg mitten durch einen lichten Wald. Und das Rieseln des von allen Zweigen stäubenden und träufeln­den Schnees war wie eine zarte Musik von lauter freund­lichen Sümmchen, die ihn umsangen.

Da stieg riesig hoch und in schweigendem Dunkel das Forsthaus aus der sturmzerrissenen Wolkennacht vor ihm auf. Sein Herz schlug heftig. Der Tag mit seinem Groll und seinem Hader fiel wie eine übermenschliche Last auf ihn. Morgen da kam der Rbschied! . . . Und doch, wenn er an den Forstmeister dachte und an die Fränz und ihre stille heimliche Güte gegen ihn, so war ihm, als könne noch nicht alles aus sein. Ihm war, als berge dies dunkle Gemäuer, in dessen hallenden Steinplattenhof er jetzt einbog, noch viel gute Geister in seinen weiten Räumen, und in der Hut dieser guten Geister müsse ihm noch etwas aufblühen von dem Glück, nach dem sich auch die Seele eines heimatlosen Landfahrers sehnt.

- *

Es gab viel zu schaffen am Montag früh. Ein warmer Wind hatte sich erhoben und leckte mit eilfertiger Dienst­willigkeit das letzte Schneefleckchen weg, das sich noch an schattigen Plätzen trotzig behaupten wollte.

So war es kein Wunder, daß der Grenzer-Rarl an jenem Montagmorgen, an dem er neben dem Forstmeister an den Saatbeeten hantierte, den ganzen Sonntag vergaß. RIs er aus den Warmbeeten die brennenden Geranien und lustig glocken­läutenden Fuchsien heraushob, die in das Zimmer der Frau Forstmeisterin übersiedeln sollten, um sie wegen der erfrore­nen Glyzinie zu trösten, die sich am Giebel des Hauses herum­schlang, da lag der vergangene Tag so wesenlos hinter ihm, wie der ganze Schneesturm, dessen wüstes Treiben nur noch die schlaf herunterhängenden Zweige der jungen Sträucher ahnen ließen.

Er wußte nicht, daß um seinetwillen der Forstmeister einen tüchtigen Strauß bestanden hatte mit dem Hannes und der Fränz. Der Hannes hatte von dem Forstmeister entschieden verlangt, denUnding" aus dem Hause zu jagen. Wenn einer nicht mehr an den Herrgott glaube, so sei kein Segen mehr in Haus und Garten und Feld. Und die Fränz gab dem Hannes recht. Ihr war der böse Ruf, den der Grenzer-Rarl