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Gäb's einen, so hält' er euch nicht alle eure schönen Bäume ruiniert!"
Die Burschen wollten auf ihn Hineinstürzen - - aber der Hannes wehrte ihnen. Er schob sie leicht mit dem steifen Brm von sich weg. „Laßt den," sagte er mit ruhiger und beinahe sanfter Stimme. „Der findet schon seinen Herrn. Er ist ja in der Stadt gewesen. Da sieht keiner mehr was vom blauen Himmel. Kein Wunder, daß sie dort auch nichts mehr von unserem Herrgott sehen! Den nimmt unser Herrgott selber in seine Schule, und will er da nichts lernen, so geht er halt zugrunde."
Die Burschen gingen still davon, und der Hannes ließ den Grenzer-Xarl stehen, der nicht wußte, wie ihm geschah ob er wache oder träume. Lr sah die Schneeballen zu seinen Füßen, mit denen er seine derben Werbungen um die Fränz hatte ausführen wollen. Linen grimmigen Fluch zwischen den Zähnen, trat er auf den Xugelhaufen, bis er die runden Ballen zu einer formlosen Masse zerstampft hatte eins war sicher, im Forsthaus ließ er sich heut nimmer sehen. -
Wozu war denn der „Schwanen" da? Der Grenzer-Xarl war lange genug herumgestrichen den ganzen Nachmittag. „Im Zchwanen ist es warm" — im Dämmer des Bbends schwenkte er durch das dunkle Einfahrtstor und stieg die steile und nur schwach beleuchtete Treppe hinauf, die in die Gaststube führte, heute war die Wirtsstube völlig leer. Eine einzige Lampe, am eisernen Draht über den runden Tisch in der Mitte des Zimmers aufgehängt, ließ ein trübes Licht in den dunklen Naum fallen. Ein schwelender Geruch lag über dem trostlosen Dämmer. Der Wirt schraubte die Lampe etwas höher: „Lind keine Gäste dagewesen und unsereiner muß halt auch sparen," sagte er entschuldigend zu dem späten, unerwarteten Gast. „Und es ist schad! Gerade heute extra schad! Die Mine ist gestern gekommen, sie hat über den Zonntag frei gekriegt von ihrer Herrschaft. Die Burschen haben sie arg gern. Sie ist lustig und kann auch einen 5paß vertragen. Die hätt' nicht so einfältig getan wie die Gäns' heut' morgen. Gelt, Mine?"
Er rief ins trübe Halbdunkel des Zchenktisches hinein, und eine Helle, etwas scharfe Ztimme gab zur Bntwort: „hoffentlich hat sich der Herr nicht zu viel draus gemacht. Lind halt ungebildete Leut hier auf dem Lauernneft. Wissen nicht, wie man sich benimmt gegen Leut, die die Welt gesehen haben."
Die Sprecherin trat näher ans Licht. Sie war modisch gekleidet. Ihren Oberkörper umschloß eine Bluse aus einem billigen roten Seidenstoff. Ein weißes Xräglein um den hals -war mit einer dunkelblauen Xrawatte geschmückt. Die kurzen Ucrmel ließen einen starken weißen Unterarm sehen, um dessen Handgelenk ein silbernes Brmband sich schlang, von dem einige „Lettelmünzen" als Zeichen ihrer städtischen Eroberungen baumelten. (Fortsetzung folgt.)
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 8. Bugust, 10. nach Trinitatis. Gottesdienst.
Sn der Stadttirche.
vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Zugleich Thristenlehre für die Ueukonfirmierten aus der Markusgemeinde.
vormittags y'/s Uhr: Pfarrer Mahr.
In der Zohanneskirche.
vormittags 8 Uhr: Pfarrer Busse Id.
Zugleich Thristenlehre für die Ueukonfirmierten aus der Iohannesgemeinde.
vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Bechtolsheim er.
Bbends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Fohannessaal.
Mittwoch, den 11. Bugust, abends 8 Uhr: Xriegsbet- stunde. Pfarrer Lechtolsheimer.
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Verantwortlich: für den Textteil Pfarrer Bechtolsheimer, für den Anzeigenteil h. Beck: Druck und Verlag der Brühl'fchen Unwerfitäts-
Buch- und Lteindruckerei R. Lange, sämtlich zu Gießen.


