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diese Oeffnung der Fensterriegel zurückgeschoben worden war. In der Büche war alles in Ordnung, aber im Wohnzimmer war die Tischschublade erbrochen, und es fehlten ungefähr 60 Mark, die Fritz dort aufbewahrt hatte. Tr machte sofort Anzeige bei der Bürgermeisterei und der Gendarmerie, aber der Täter wurde nicht ermittelt, und selbstverständlich erhielt mein Bruder nicht mehr sein Geld, vielleicht hatte ein Landstreicher am dunklen, regnerischen herbst- abend die Tat begangen, vielleicht auch hatte ein schlechter Mensch aus dem vorfe sich die Abwesenheit des Hausherrn zunutze gemacht. Fritz war unendlich zornig, daß ihm dieses Mißgeschick widerfahren war, er sah ein, daß dergleichen Lachen noch öfter Vorkommen könnten, wenn das Haus allein stand, da schrieb er mir kurz entschlossen, er wolle zu mir ziehen, sobald er sein Unwesen vorteilhaft verkaufen könne.
Buch hierzu gab es Bat. Ich steckte mich hinter Nathan Silberschmidt, der nun freilich ein alter Mann war, aber die alte Vertrautheit mit Personen und Verhältnissen noch besaß. Tr brachte schon nach acht Tagen einen Bäufer. (Es war ein junger Maurer, der auswärts arbeitete und seither in Miete gewohnt hatte, va er strebsam und tüchtig war, so wurde Fritz bald mit ihm handelseinig, und das elterliche Unwesen wurde verkauft. Bis zum 1. Februar sollte Fritz noch in der Heimat bleiben, dann sollte er alles dem Bäufer übergeben. Obwohl wir mit dem Handel zufrieden fein konnten, so tat es uns beiden doch leid, daß äußerlich auch die letzten Beziehungen mit dem Orte unserer Geburt, an dem die Vorfahren durch mehrere Jahrhunderte ansässig gewesen waren, gelöst waren. Der Bame wiltinger kam nun in Bupperts- ecken nicht mehr vor. Bber wo gibt es in der Welt etwas Bauerndes? Im Psalter steht geschrieben, daß Gott die Menschen dahinsahren läßt wie einen Strom, „und sind wie rin Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet und bald welk wird und des Bbenbs abgehauen wird und verdorret".
Ts kam der Tag, an dem die Becker, die ich gern erwerben wollte, zur Versteigerung gebracht wurden. Tine rheinhessische Versteigerung ist ein halbes Volksfest, zumal, wenn sie, was in der Begel geschieht, im Spätherbst und im Winter abgehalten wird, in der Zeit, da die Feldarbeit beendet ist. Va kommt schon aus Neugier jeder herbei, der Zeit hat, auch der, der nicht imstande ist, auch nur eine Hundehütte oder ein Salatbeet zu erwerben. Vicht gedrängt saßen die lllänner in dem niedrigen wirtszimmer, und die kurzen pfeifen .machten einen Oualm, daß man ihn beinahe mit dem Messer schneiden konnte. Ich hatte mich mit Wilhelm Hinkel in eine Tcke gesetzt und erwartete klopfenden Herzens die Versteigerung. (Fortsetzung folgt.)
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 2. Mai, Cantate. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Zugleich Thriftenlehre für die BeuKonfirmierten der . Markusgemeinde.
vormittags 9Vs Uhr: pfarrassistent h offmann, vormittags ll Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Uachm. 27 2 Uhr: Binderkirche für die Matthäusgemeinde, pfarrassistent hoffmann.
In der Iohanneslirche.
vormittags 8 Uhr: Pfarrer Busfeld.
Zugleich Thristenlehre für die BeuKonfirmierten der Iohannesgemeinde.
vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags I I Uhr: Binderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer.
Bbends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Iohannessaal.
Mittwoch, den 5. Mai, abends 8 Uhr: Briegsbetstunde. Pfarrer B u s f e l d.
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Verantwortlich: für den Tertteil Pfarrer Bechtolsheimer, für den ttnzeigenteil h. Beck; Druck und Verlag der Brühl'schen Unwerjiläts-
Buch- und Steindruckerei R. Lange, sämtlich zu Gießen.


