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SelbjtDerftänöIid) lag ich auch in diesen Tagen nicht auf der faulen kjaut. Ich half im Laden, nahm am Hause Kleine Reparaturen vor, pflückte im Harten das Obst und half meinen Schwiegereltern bei der Feldarbeit, denn beide waren schon über 60 Jahre alt und Konnten nicht mehr so recht arbeiten, wie sie wollten. Oft sprach mein Schwieger­vater davon, daß er sich auf sein Altenteil zurückziehcn und sein Gut unter seine Kinder teilen wolle.

Die Sehnsucht trieb mich in diesen Tagen auch nach Uuppertseckeu, ich wollte den Ort, an dem ich die frohen Iahre meiner Kindheit verlebt hatte, gern Wiedersehen. Mein erster Gang war der zu den Gräbern meiner Litern. Als id; vor den mit Herbstblumen bewachsenen Hügeln stand, gedachte ich der Liebe und Treue, die ich von Vater und Mutter erfahren hatte, und ich wußte, daß ihr Segen auch jetzt noch mit mir war. Ich dankte bei diesem Aufenthalte Gott, daß er mich nach meiner schweren Erkrankung ge­sund in die Heimat zurückgeführt hatte.

vie Lage meines Bruders Fritz fand ich nicht benei­denswert. (Er war nun schon 33 Jahre alt, aber immer noch ledig. Seit dem Tode der Mutter hauste er allein im Bause der Litern, tat alle Feldarbeit allein und besorgte auch ganz allein das Vieh, wenn er um l I Uhr nach Hause kam, so zündete er rasch auf dem Herde Feuer an und kochte fidj etwas zurecht, dem ich keinen Wohlgeschmack abge­winnen konnte, obwohl ich als reisender Musikant doch wahr­lich nicht verwöhnt war. Dann und wann kam eine alte Uachbarsfrau, um seine Sachen zu waschen und das Haus einmal gründlich zu putzen. Ich sagte dem Bruder, es sei allerhöchste Zeit, daß er sich verheirate, er aber erwiderte stets, xr habe es bei der Mutter so gut gehabt, daß es

ihm keine Frau recht machen könne, und dann meinte er, es sei in der Pfalz ja auch üblich, daß, wo mehrere Brüder in einer Familie seien, einer von ihnen ledig bleibe. Ich fand, daß der Bruder anfing, recht geizig zu werden. Jeden Pfennig drehte er, ehe er ihn ausgab, dreimal herum, ein Wirtshaus betrat er nicht, und alles, was er erübrigen konnte, trug er nach Kirchheimbolanden auf die Sparkasse. Lachend sagte ich zu ihm: ,,va wird mein Wilhelm aber einmal einen reichen Lrbonkel Kriegen."

(Fortsetzung folgt.)

kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 18. Upril, Misericordias v o m i n i.

Gottesdienst.

3n -er Sta-tkirche.

vormittags 9 Vs Uhr: Pfarrer D. Schlosser. nad)m. 2V 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, pfarrassistent h o f s m a n n.

Die seitherigen Mitglieder der Vereinigungen der konfirmierten Fugend der Mcutthäus- gemeinde werden zu einer letzten Versammlung an diesem Sonntag in den Gemeindesaal eingeladen, die weiblichen Mit­glieder auf 3 Uhr, die männlichen aus 6 Uhr. Pfarrer I). Schlosser.

In -er Fohanneskirchc.

vormittags 9>/ 2 Uhr: Professor 0. Schian.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimsr.

Mittwoch, den 21. Upril, abends 8 Uhr: Kriegsbet­stunde. Pfarrer Bechtolsheim er.

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