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deutscher Tapferkeit. Tr weist auf die Gotteskraft hin, die im Kreuze Christi verborgen ist, auf die Gotteskraft zum Ertragen des Leides. Ts ist jetzt viel Leid unter uns. viele in unserem Volke tragen Leid um Gefallene, verwundete und Gefangene. Groß ist namentlich der Kummer derer, die sich um vermißte grämen, um solche, die auf dem Schlachtfelde spurlos verschwunden und verschollen sind. Aber das Kreuz Christi hält uns aufrecht in Kampf und Leid, kündet es uns doch, daß die ewige Liebe auch dann noch über uns ist, wenn Jammer und Not uns umgeben, wie den Heiland auf Golgatha. Am Kreuze des Herrn halten wir fest, es ist eine Gotteskraft uns, die wir jetzt kämpfen und leiden, durch Gottes Gnade aber auch selig werden. H-B.
Kricgsbüöcr aus der Mainzer Geschichte alter und neuer Zeit.
I. Der Dreißigjährige Krieg.
von Kriegsgeschrei und Kriegsnot hat Maiyz und seine Umgebung viel erlebt in seiner 2000jährigen Geschichte.
Am härtesten war wohl die Not in dem schwersten und längsten Krieg, der jemals auf Deutschlands Fluren getobt hat, im 30jährigen Krieg, 1618 1648. Nicht umsonst hat
ja Paul Gerhardt die Schrecken dieses furchtbaren Krieges besungen in dem Lied, das, verkürzt, in unserem Gesangbuch Nr. 422 steht:
„Das drückt uns Niemand besser In unsre Seel und kserz hinein,
Als ihr zerstörten Schlösser,
Ihr Städte voller Schutt und Steins Ihr vormals grünen Felder Mit frischer Saat bestreut,
Nun aber lauter Wälder Und dürre, wüste kfeid':
Ihr Gräber voller Leichen Und tapfern heldenschweiß Oer ksetden, deren Gleichen Uns Erden man nicht weiß."
Zwar gingen die ersten 12 Fahre des großen Krieges an Mainz noch gnädig vorüber. Man hatte, als Gefahr nahte, im Fahre 1620 die verwahrloste Festung wieder in Stand gesetzt; alle Stände wurden aufgebolen, und selbst die in Mainz so zahlreich vertretene hohe und niedere Geistlichkeit hatte sich mit den Bürgern und Bauern in eine Neihe gestellt und mit Schippe und Spaten Schanzarbeit verrichtet. Buch mit Waffen wurde sie versehen und zu Wachdiensten herangezogen, und so wurde Nlainz durch seine Festung zunächst noch von den Kriegsdrangsalen, die so furchtbar auf dem platten Lande lasteten, verschont.
Anders wurde es, als König Gustav Adolf in den Krieg eingrisf. -Nach seinem entscheidenden Sieg bei Leipzig 1631 wandte er sich der Mainlinie entlang in raschem Siegeslauf auf Mainz zu. Würzburg, Aschaffenburg, Frankfurt, höchst fielen in seine Hände. Lei seinem Nahen trat eine wilde Flucht ein. Die hohe Geistlichkeit, der zahlreiche Adel, Bürger, Studenten, Mönche und Nonnen flohen, zum Teil verkleidet — gerade so wie die pariser im Oktober des vorigen Fahres; zuletzt auch der Kurfürst-Trzbischof. Dieser hatte sich zum Schutz der Stadt 2000 spanische Soldaten aus den Niederlanden erbeten. Sie wurden bald den Bürgern zur Last und hausten wie in Feindesland. Nach nur dreitägiger Belagerung wurde die Stadt von der Besatzung gegen freien Abzug überleben. vorher hatten sie aber, um den Schweden nichts übrig zu lassen, gründlich geplündert. Am 23. Dezember 1631 war
der Heldenkönig eingezogen, um seinem Heere eine Nuhezeit zu gönnen. Wohl hielt Gustav Adolf auf strenge Zucht in seinem Heer, aber eine hohe Kriegssteuer, und die Verpflegung von 16 000 Mann 12 Wochen lang waren für die verarmte und verminderte Bürgerschaft eine große Belastung. Die glänzende Hofhaltung, die der größte Feldherr und Staatsmann seiner Zeit hier führte, die Besuche von Fürsten und Gesandten, die sich einfanden, halfen über die Lasten nicht hinweg. Für sein Heer waren die 12 Wochen in Mainz eine Zeit der Nuhe, aber nicht für rastlosen Geist des Königs, der diese Zeit zur Erweiterung der Festung, Einrichtung der Verwaltung und zur Neuorganisation seines Heeres benutzte. Auch nach des Königs Wegzug im März 1632 und nach seinem Heldentod im November desselben Fahres behielt Mainz eine starke schwedische Besatzung und war der Stützpunkt der schwedischen Stellung im westlichen Deutschland. Schon im Fahre 1632 traten in Mainz infolge der starken Belastung schwere wirtschaftliche und gesundheitliche Notstände ein. Das leidenvollste Fahr, das die Mainzer Geschichte kennt, wird wohl 1633 gewesen sein, ein Leidensjahr ohnegleichen für die meisten Gebiete von Deutschland. Sn der langen Kriegszeit war das ganze Land verarmt und die Heere in unglaublicher weise verwildert. Und als Ende 1634 das schwedische Heer bei Nördlingen geschlagen war, wendete es sich nach dem Nheine zu, und ihm folgte das feindliche Heer, beide plündernd und raubend, und wo sie nahten, ergriff alles, was fliehen konnte, die Flucht. Die Manneszucht, die einst Gustav Adolf in seinem Heer geübt, war auch bei den Schweden längst dahin, wehe den Gegenden, in welche sich diese zuchtlosen Horden ergossen es waren die fruchtbarsten, die sie anzogen . Die gesegnete Pfalz, das südliche Hessen, die wetterau wurden furchtbar heimgesucht. Städte und Dörfer verödeten; was die Kriegsscharen übrig gelassen, fiel dem Hunger und der Pest zur Leute.
(Fortsetzung folgt.)
Silber aur Alt-Gichen.
(Fortsetzung.)
3. Engel wird ein Ehemann, verhältnismäßig früh, nämlich im Alter von 24 Fahren, ist Engel in den Ehestand getreten, er war Lehrer am Gieße- ner Pädagogium, der Anstalt, aus der später das hiesige Gymnasium hervorgegangen ist, als er sich verheiratete. Ueber seine Hochzeit macht er am 25. November 1914 seinem Onkel
Göbel folgende Mitteilung:
„Sie werden doch hoffentlich nicht böse seyn, daß Sie so lange von uns nichts gehört haben? Mancherlei tata (Ereignisse) haben es gehindert, vor allen Dingen muß ich Ihnen melden, daß ich copuliert bin. Sn einer Zeit von drei Tagen hatte ich meine Dispensation von varmstadt und da dachte ich, bis Weihnachten ist noch eine lange Zeit und ließ mich vergangenen Montag vor acht Tagen durch Herrn Superintendenten Buß telieitor (glücklich) trauen. Nach der Trauung verzehrten wir eine Gans unter uns und schlangen das weinchen aus Zärtlichkeit in uns hinein. Nach dem Abendessen saßen wir noch traulich zusammen, meine Schwiegermutter und Schwägerin, ich und meine himmlische Luise. So lebe ich denn nun als Ehemann heiter und vergnügt. O wahrlich, im Besitz eines solchen Engels zu seyn, wie meine angebetete Luise ist, wie angenehm, wie heiter fließt da das Leben hin. Alle meine wünsche sind befriedigt, ich lebe ein Götterleben schon hier auf Erden durch meine herrliche, treffliche, edle Gattin, über deren Leben Heiterkeit und Freude


