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terausrüstung dienen. In diesen Tagen sammeln wir Geld für die Anschaffung von Sanitätshunden, die bei der Auffindung von verwundeten helfen sollen. Die Gpferfreudigkeit ist in allen Kreisen der Bevölkerung sehr groß.

Natürlich bildet in dieser Zeit der Krieg den hauptge- sprächsstoff. wenn man zusammenkommt, so tauscht inan Nachrichten über die im Felde Stehenden aus und freut sich von Herzen, zu hören, daß es ihnen noch gut geht. h. L.

Katfcrs Geburtstag im Kriege.

Es ist des Morgens um sieben Nhr früh.

Der Feldwebel steht vor der Kompagnie.

Noch fängt der Tag kaum zu grauen an.

Es schaut fast keiner den Nebenmann.

Kein lautes Befehlswort darf erschallen,'

Denn der Feind ist schnell bereit mit Knallen.

Doch sicher tritt jeder zur Stelle an,

Und lautlos fügt sich Mann neben Mann.

So steht der Krieger herrliche Wehr

wie ein wall aus Erz im brandenden Meer.

wie Meeresflüstern klingts leise dann

Aus dem Dämmer des Morgens zum Führer hinan.

Es sind viele darunter, die er selbst noch nicht kennt, Denn sie kamen erst gestern zum Regiment.

Gar mancher, dems Herz noch trüb und schwer,

Denn er kam noch eben von Mutter her.

Gar mancher, dem der Krieg nur ein Uame war, Und dem nun bangt vor der nahen Gefahr.

Doch was auch das Dunkel der Nacht macht bedecken, In all den Herzen von Sorge und Schrecken,

Das steht doch der Neihe geschrieben an:

Auf den Führer schaun alle wie ein Mann.

Das haben die Jungen und Alten gelobt,

Im Schatten der Nacht den Führer erprobt.

Obs kracht und blitzt auch um und um,

Das wort steht wie das Evangelium.

Ob Teufel und Tod auch darein sich mengen,

Das werden sie nicht auseinander sprengen.

Und wie er so die Front abschreitet,

Ein Leuchten über sein Antlitz gleitet.

Seit sechs Monaten ist es das erste Mal,

Daß die Kompagnie hat wieder die alte Zahl.

Wie war sie geworden ein Häuflein arm Bei Ueufchateau, daß Gott erbarm!

Wie war sie geworden ein Häuslein wund Beim Uebergang über des Maasflusses Grund!

Wie war sie geworden ein Häuflein klein

An der Marne, beim Marsch nach Frankreich hinein!

Und nun hat sie wieder die alte Zahl:

Herr Feldwebel, ich gratuliere viclmal!

Und der Stamm ist noch da, die alten Becken,

Die da schauten in hundert Schlachten Schrecken.

wohl nur zehn oder fünfzehn; doch das genügt.

Einen solchen Stahl kein Feind durchbiegt.

Und die Jungen machens wie die Alten,'

Drauf kann man die Hand ins Feuer halten.

Und er hebt die Stimme:Kameraden, es ist heut Der Tag, der uns alle aufs höchste erfreut.

Der Tag, nach dem wir so lang uns gesehnt,

Der all unsere Arbeit und Mühe krönt.

was wir taten, das taten wir froh und gern Für den Kaiser, den obersten Kriegsherrn-.

Und wohin der Krieg uns auch weiter treibt,

Ein h . . . ., wer da hinten bleibt!"

Und nun noch dies eine:Helm ab zum Beten!" Dann:Kompagnie wegtreten". K. G.

Lin pfälzischer Musikant.

Erzählung von Heinrich Bechtolsheimer.

(Fortsetzung.)

Eine ungeheure Müdigkeit kam über mich, und ich schlief ein. Aber es war kein Schlummer, wie er mich oft nach harter Tagesarbeit erquickt hatte, sondern ein hindämmern in großer Mattigkeit. Mehrere Tage dauerte dieses Schlafen. Es war mir leid, wenn jemand an mein Bett trat oder wenn irgend etwas, das zu meiner Gesundung dienen sollte, an mir vor­genommen wurde. Ich träumte viel in diesen Tagen,' aller­hand verworrene Bilder gingen mir durch die Seele. Ich meinte, ich sei wieder zu Mainz beim Militär, meine Kom­pagnie war schon angetreten, ich fehlte noch, und als ich rasch herbcieilen wollte, versagten mir die Füße den Dienst, wie angebunden blieb ich stehen. Line meiner frühesten Kindheits­erinnerungen wurde wach, ich sah die Scheuer des Nachbars Keiper in Flammen stehen, aber die Zeiten flössen mir in­einander, ich glaubte, mein Kind sei in Gefahr und wollte mit lauter Stimme rufen:Lina, trag' das Kind rasch weg!" Aber ich brachte kein Wort aus meinem Munde, und die Angst schnürte mir die Brust ein.

Dann war auch wieder das hohe Fieber da. Der Kopf brannte, die Pulse flogen, hörbar klopfte das Herz. Ich sprach, wie ich später erfuhr, wirre Sätze, ries nach meinem Vater und bat Wilhelm Hinkel, er möge mir doch helfen, ich könne die Schuld, die auf meinem Hause ruhte, nicht bezahlen. Ich habe noch die Erinnerung, daß allerhand Gedanken, die ich nicht zu Ende denken konnte, mir durch den Sinn gingen. Ich wollte bitten, daß jemand meine Angehörigen von meiner Erkrankung in Kenntnis setze, aber ich hatte nicht die Kraft, das zu sagen.

In einer dunklen Rächt wachte ich auf und war ganz in Schweiß gebadet, und merkwürdig, das verworrene Traum­leben war wie abgeschnitten. Ich konnte klar denken und rief nach dem Wärter, daß er mir ein anderes Hemd an- ziehen solle. Das war nun alle zwei Stunden nötig; denn der Schweißausbruch war ganz gewaltig. Am nächsten Morgen war ich wohl sehr matt, aber ich hatte keine Schmerzen mehr, konnte ruhig atmen, und mein Kopf war frei. Der Arzt kam und war sichtlich erfreut, er strich mir über den Kopf und sagte:Diesmal ist es noch vorbeigegangen".

Als er weg war, stand der Mann, der in pfälzischer Mundart redete und den dicken, schwarzen Schnurrbart hatte, an meinem Bette und sagte:Meister, Ihr habt es gepackt, heute ist der neunte Tag, daß Ihr krank seid, da wendet sich die Krankheit. Da muß man entweder sterben oder man wird wieder gesund. Ihr werdet wieder gesund, das sieht man an Euren Augen."