Ausgabe 
8.12.1918
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3
 
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Iayresschl'.

Das Jahr 1918 mit seinen vielen, schweren Ereignissen naht sich seinem Ende. Wer weiß, was 1919 bringt? Aber hinter den Wolken steht die Sonne. Jetzt zwar sehen wir das Licht nicht, das doch leuchtend hinter den Wolken steht; aber der Wind wird sich erheben und sie wegfegen." (Hiob 37, 21.) Wenn das Meer hohe Wellen schlägt, so herrscht doch auf dem Meeresgrund tiefe Stille. Dahin kann kein Sturm dringen.

Sonne, und Meeresstille ist uns der HErr Jesus!

Es steht nicht umsonst in Dan. 11,32b:Die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden fest bleiben." Und in Jes. 7, 9b:Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!"

Bei hellem Sonnenschein und glatter Fahrt ist es leicht, zu glauben. Keine Anfechtung bläst in die Segel und keine Sorge umdüstert den Himmel. Aber wie der Baum seine Wurzeln im Sturm nur um so tiefer ins Erdreich schlägt, so soll und darf das Herz eines Christen es machen, wie der greise Prophet Jesaja, der wettererprobte und schmerzbe­währte, es als die innerste Erfahrung seines Lebens ausspricht: Wenn er im Finstern wandelt und

ihm kein Licht scheint, so vertraue er auf den Namen des HErrn und halte sich an seinen Gott.

In der Anfechtung wird echter Glaube bewährt. Der unechte zerstiebt wie Spreu im Sturm.

Darum laß dich am Schlüsse des Jahres fragen, lieber Leser:Glaubst du und bleibst du? Hältst du dich im Schwanken deines Lebensschiffes an deinen Gott? Gehst du über die Schwelle des neuen Jahres als einer, der fest bleibt^ weil er seinen Gott kennt?"

Wieviel Gelegenheiten, Ihn kennen zu lernen, boten die Jahre, die hinter dir liegen! Daß du trotz Mangel und Schwierigkeiten heute noch lebst und jetzt dieses Blatt in deiner Hand hältst und liesest: ist es nicht eine Gnadenführung, die dich dazu bringen sollte, deinen Gott kennen zu lernen?

Daß dir in aller Not immer wieder Durchhilfe zuteil wurde; daß du noch ein Dach über dem Haupte, ein Kleid am Leibe und Schuhe an den Füßen hast: ist es nicht dasselbe, was Jehovah 5 Mose 29, 4 Seinem Volke als eine Offenbarung Seiner Gnade in die Erinnerung ruft:Ich habe euch vierzig

Jahre lang in der Wüste geführt. Eure Kleider sind an euch nicht zerlumpt, und dein Schuh ist an deinem Fuße nicht zerrissen!?"

Wie hast du dem HErrn darauf geantwortet? Mit Murren und Klagen oder mit einem Herzen, das sich an seinen Gott hält undden Jubelschall kennt" ?

Und doch sind das, was ich eben aufzählte, nur kleine Dinge im Vergleich zu dem einen unaussprech­

lich großen, in welchem die Liebe Gottes sich offen­bart: das Kreuz auf Golgatha!

Es ragt über Zeiten und Lande. Wie vieles auch im Sturm der Zeiten zusammenbricht: das Kreuz steht bis zum Weltenende! Große Männer kommen und gehen. Ruhmvolle Namen tönten und verklangen. Aber der Name dessen, der Sich als Mittler für uns am Fluchholz kreuzigen ließ, bleibt bestehen, bis der letzte Mensch über die Erde gegangen ist, und darüber hinaus bis in Ewigkeit. Es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Akenschen gegeben, in welchem wir sollen errettet werden." (Apg. 4, 12.)

Weißt du mit diesem NamenJesus" etwas anzufangen? Überschreitest du mit Ihm die Schwelle zum neuen Jahre? Gehörst du zu der kleinen Herde, die in Ihm ihren Hirten sieht? Bist du einer, der seinen Erlöser kennt und darum fest bleibt?

O mein Freund, woher deine Angst vor dem Tode? Mache dir nichts vor: es ist die Angst vor dem Gericht, das dem Tode folgt!

Und warum diese geheime Angst vor dem Ge­richt? Weil deine Sünde dich verklagt und weil dein Gewissen dir bezeugt: wenn Gott einmal als der Richter vor mir stehen wird, kann ich Ihm auf tausend nicht eins antworten! In dem Gericht werde ich schuldig gesprochen und u ewiger Zucht­hausstrafe verurteilt!

Vielleicht lebst du ganz ehrbar, wenn ran dein Leben au den Paragraphen des Bürgerlichen Gesetz­buches prüft.

Aber am großen Gerichtstag dort droben werden andere Bücher aufgeschlagen. (Offb. 20, 1114.) Und die entscheidende Frage ist nicht: Hast du dieses getan und jenes unterlassen? Sondern: Wie hast du dich bei Leibesleben zu dem Sohne Gottes, Jesus Christus, gestellt? Hast du Ihn als deinen HErrn proklamiert? Bist du mit dem hochzeitlichen Kleide angetan, das Er auf Golgatha für dich erwarb? Hast du dir deine Sünden vergeben und dich reinwaschen lassen durch Sein teures Blut?

Der Mund der ewigen Wahrheit selber spricht es aus:Niemand kommt zum Vater, denn durch Mich I" (Jes. 14, 6.)

Er ist der lebendige Weg zum Vaterherzen Gottes:Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm." (Joh. 3, 36.)

Darum komm zum Kreuze mit deinen Lasten an Sorge und Sünde! Und wenn du noch so gebunden wärst Jesus, der wunderbare Erlöser und Durch- brecher aller Bande, macht dich frei.Sein Blut macht rein von aller Sünde!"

Unter der Deckung dieses kostbaren Blutes gehst du, geschützt vor Sturm und Brandung, bewahrt