<»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦ m ♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»»♦♦♦♦♦
♦
i i n. I
ufwärts!
Gemeinscbaftsblatt lör Ressen.
Erscheint wöchentlich einmal.
Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post mertelsäbrltch.
verlas 0er BMctobandlnns der Pilgermissioa Liehe».
Redaktexr: Ttadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber.Cassel und die Prediger der Pilgermission. Druck vo« I. G. Oncken Nachfolger, G. m. b. H-, Cassel.
V.r. 33/34. Sonntag, den 18. und
2o. August 1918. 11 . Jahrg.
-:. ......»_
Stadtkinder auf dem ^'ande.
Schon seit Jahren ist man im Interesse der schwächlichen Großstadtkiuder bemüht gewesen, diese im Sommer auf kurze Zeit auf dem Lande unterzu- dringen. Da im Kriege die Ernährungsschimerig- leiten in den Städten immer größer wurden, hat mn die Versendung der Stadtkinder aufs Land in weitgehendstem Maße durchgeführt.
Dazu mußte vor allen Dingen eine großzügige Organisation für das ganze Reich ins Leben gerufen werden, damit die Durchführung des Unternehmens von vornherein nach dem Grundsatz denkbarster Zweckmäßigkeit in die Wege geleitet würde.
Galt es doch nicht nur die Opferwilligkeit der Landleute in dem nötigen Umfang zu wecken, son dern auch die Angehöriger, der in den Städten und Jn- dustriebezirken ansässigen Binder zunächst einmal für dos Unternehmen zu gewinnen. Die seit langer Zeit !? unserem Volke wirkende Entfremdung zwischen Stadt und Land hatte freilich auf beiden Seiten so viel Vorurteile entstehen lassen, daß diese erst gründlich überwunden werden mußten, sollte der an- ge'+xebte Zweck erreicht werden.
Die Landleute fürchteten besonders den schlechten Gwfluß der Großstadtkinder auf ihre eigenen, da die ohnehin verderblicheren Einwirkungen, denen jene ausgesetzt sind während des Krieges durch die Locke
rung des Familienlebens die Gefahr der Verwahrlosung bedenklich gesteigert hätten.
Die Stadtleute witterten hinter der angebotenev Gastfreundschaft der Bauern nur das Verlangen, sich billige Arbeitskräfte zu verschaffen. Auch fürchteten
sie für die Kinder die schädlichen Folgen einer längeren Unterbrechung des Schulbesuchs, während man sich auf dem Lande wiederum Gedanken machte wegen der drohenden Ilberfüllung der Dorfschulen, an deren Unterricht die städtischen Gäste teilnehmen sollten. Auch Bedenken wegen der ausreichenden Beschaffung von Nahrungsmitteln für so viele neue Kostgänger wurden laut; nicht minder die Sorge, wer für etwaige von den Kindern angerichtete oder erlittene Schäden aufkommen sollte. Schließlich aber sind alle diese
♦♦♦♦♦♦♦


