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Erscheint worden Nick einmal.
Einzelne E;emviare bestelle man bei der viertellabrlich.
Verlag üer kucvvanrHung der Pilfltrmi^.on 6>rhen.
Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gieben.
Pfarrer Sperber-Cassel und die Prediger der P'lgermlsswN. Druck von I. G. Lucken Nachfolger. ©. m. b. b-, Caffel.
yu. tu 60.
Sonntag, drn 23. und 33. Juni 1918.
11. Iahrg.
Ihr hakt nicht gewollt!
Der gesegnete Evangelist H. berichtet von einem Manne, der ihn an sein Sterbebett rufen ließ:
„Er erzählte mir, wie er als junger Mann einmal in einem alten, verlassen?» Bergwerk nach Erzadern gesucht, die sich durch grüne oder braune Wasserflecken oder Zeichen an den Felswänden verraten. Er stieg mit einem anaezündeten Lichte und mit einer Schachtel Zündhölzchen hinunter. Weil er den Schacht gut kannte, meinte er sich hier, wie früher schon, leicht zurechtfinden und durchkommen zu können, obwohl hier und da tiefe Schachte osien lagen. An einigen Stellen mußte er auf Händen «ud Knien vorwartsrut'cken und an anderen wieder sehr vorsichtig um die Ecke eines offenen Schachtes sich herumwinden. Auf einmal vernahm er einen ganz eigenen Ton, hielt an und schrie laut: Hallo! in der Meinung, daß vielleicht noch andere Leute aus gleicher Ursache im Schachte wären; da er aber keine Antwort bekam, setzte er sein Suchen fort, bis er an einen Schacht kam, über dem sonst eine Planke zu liegen pflegte. Dieselbe war wohl noch da, sah aber etwas veidächtig aus, so daß er sie nicht zu betreten wagte, sondern sich mühsam einen anderen Weg suchte. Er war noch nicht weit in dieser neuen Richtung gegangen, als plötzlich ein Wassertropsen auf sein Licht siel und cs beinahe auslöschte. »Das ist böse; nimm dich in ackt, daß du mir nicht aus- gehst!« war sein erstes Wort; doch kaum war es von den Lippen, als ein neuer Tropfen auf das Licht fiel — es war aus! Er stand in dichtester Finsternis l Jetzt griff er nach seinen Zündhölzchen, aber er fand die Schachtel nickt mehr; sie war ihm aus der Tasche gefallen Gerade das mußte der eigentümliche Ton gewesen sein, den er vorhin so deu'lich vernommen hatte. Es war ihm unmöglich, den Weg dahin zurückzufinden, wo er die Sckachtel verloren hatte Was nun anfangen? Er setzte sich aus den Boden und brach in Tränen aus; er sah ja den sicheren Tod vor sich. Dann machte er einen
Versuch, den Rückweg aufzufinden, verirrte sich aber immer mehr, so daß er gar nicht mehr wußte, wo er war. Dabei hörte er in der Nähe das Rauschen von herabströmendem Wasser, und er vergewisserte sich mit den Händen, daß er sich am Rande eines Schachtes befand. In seiner Verzweiflung fing er an zu beten und bat den HErrn, ihm einen Ausweg zu zeige« — um jeden Preis wollte er aus diesem schrecklichen Orte fort. Er versprach, er wolle dem HErrn sein Herz geben, wenn dieser ihm seine Bitte gewähre. Während er noch laut betete, hörte er etwas, was er für den Widerhall seiner Worte hielt, aber bald merkte, daß es Menschenstimmen seien. Plötzlich zeigte sich ein Licht, das näher und näher kam. Bald hörte er die ihm wohlbekannte Stimme seines eigenen Bruders. Derselbe hatte sich mit zwei Freunden aufgemacht, ihn zu suchen, da man ihn vermißte; alle freuten sich, ihn aus einer solchen Lage zu erretten. Wie froh war er, als er das Sonnenlicht wieder schauen durfte! »Aber,« setzte er mit feierlicher Stimme hinzu, »mein Herz habe ich dennoch nicht Gott gegeben! Und jetzt will Er es nicht mehr haben! Nein, jetzt nimmt Er es gar nicht mehr — mit mir ist alles vorbei. Wenn ich bete, so ist es mir gerade, als ob ich einen Schlüssel in einem Schloß fort und fort umdrehte; aber er faßt nicht; die Tür geht n-cht auf.« Ich drang in den armen sterbenden Mann, doch nicht unnötig Zeit zu verlieren. Die einzige Antwort, die er mit einem Lächeln der Verzweiflung über die Lippen brachte, war: »Nein, es nützt alles nich's; Er hört mich nicht mehr; meine Gnadenzeit ist vorbei; die Tür ist verschlossen.« So starb der unselige Mann."
Es gibt also Menschen, welche zwar von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt sind, welche genau wissen, daß der Sohn Gottes auf dem Kreuze starb, um Sünder zu erretten, aber sie vermögen nicht mehr für sich die Gnade zu ergreifen. Sie wissen genau, daß Jesus sie gerufen hat, damit sie die Gnade und den Frieden finden möchten, sie


