Ausgabe 
10.3.1918
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Erscheint wöchentlich einmal.

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Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter- Pfarrer Sperber-Cassel und di« Prediger der Pilgermissio». Druck von I. G. Lucken Nachfolger, G. m. b. H., Cafset.

Nr. 10. Ssnntag, den 10. März 1918. 11. Iahrg.

In der Kriegszeit.

Als am 1. August 1914 der Weltkrieg aus- brach kam eine Furcht über alle. Wie füllten sich die Kirchen und Versammlungslokale! Mancher Mann und manche Frau, die längst nicht mehr gebetet hatten, fingen an, ihre Hände zu falten. Auch draußen in den Schützengräben riefen viele zu Gott um Gnade und Hilfe. Diese Gebete waren aber meist an den all­mächtigen Gott gerichtet, zu dem man plötz­lich wieder Vertrauen gefaßt hatte, als alle anderen Stützen wankten. Man erwartete von Ihm, daß Er das deutsche Volk nicht unter­gehen ließe, daß Er unserer gerechten Sache zum Siege verhelfe. Aber so viele dieser Gebete stiegen aus schuldbeladenen Herzen auf, die nie den wahren Frieden mit Gatt kennen gelernt batten.

Die Frommen des alten Bundes riefen zwar auch nur den allmächtigen Gott an, und sie wurden erhört, der HErr gab ihnen Sieg über ihre Feinde und errettete sie aus deren Hand. Aber ihnen hatte Gott in den Opfern ein Mittel gegeben, Ihn zu versöhnen. Diese Opfer waren nur ein Vorbild auf das eine große Opfer, das einst auf Golgatha gebracht werden sollte.

Wir im neuen Bunde haben auch ein Opfer­lamm, das ist Christus, für uns geopfert. (1 Kor. 5, 7.) Aber wir müssen wissen, daß dies Opfer für uns gebracht ist. Wir müssen mit unserer Schuld unter das Kreuz kommen und uns reinigen lassen. Erst dann haben wir Freimütigkeit zum Eingang in das Heilige durch das Blut Jesu, welchen Gott uns bereitet hat zu einem neuen und lebendigen Wege. (Ebr. 9. 19. 20.)

Unser HErr Jesus spricht:Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; nie­mand kommt zum Vater denn durch Mich!"

(Ioh. 14, 6.) Als Er am Kreuze Sein Vollbracht!" ausrief, als der Vorhang des Tempels in zwei Stücke zerriß, da ward der Weg zum Vaterherzeu frei für schuldbeladene Sünder; aber dieser Weg geht nur durch Ihn, der unsere Schuld mit Seinem Leiden und Sterben bezahlte. Der Weg zum Paradies führt über Golgatha.

Wir können nicht am Kreuze vorbei zum Vaterherzen Gottes gelangen, sondern wir müssen uns darunterstellen. Solange wir nicht Buße getan haben für unsere Sünden und dem Heiland, der uns erkauft mit Seinem Blute, uns zu eigen gegeben haben, solange, fürchten wir, würde der Zweck der schweren Heim­suchung, die Gott uns gesandt, nicht erreicht. Aber Gott möge geben, daß wirklich jeder für seine Sünde Buße tue!

So oft hört man das Wort:Ja, der Ab­fall, die Gottentfremdung war zu groß, es mußte eine Katastrophe kommen!" Aber nur selten hört man jemand klagen über seine eigene Gleich­gültigkeit, Lauheit, Weltlicbe, seinen Ungehorsam.

Lieber Leser, wenn du noch nicht ein be­wußtes Eigentum des HErrn Jesu bist, komm und bringe deine Sünde zu Ihm, der durch Sein eigen Blut einmal in das Heilige ein­gegangen ist und eine ewige Erlösung erfunde« hat. (Ebr. 9, 12.) Er wartet darauf, dir deine Schuld abzunehmen, und wenn du dann, los vom bösen Gewissen, dich auf diesem neuen und lebendigen Wege dem Throne des Vaters nahst, so wirst du finden, daß du mit ganz anderer F-eimütigkeit und Glaubenszuoersicht als bis­her für unser Volk und unseren Kaiser, für unser Heer und für deine Lieben eintreten kannst, da nun nichts mehr zwischen dir und dem ge­rechten und heiligen Gott steht. B.