Ausgabe 
17.2.1918
Seite
3
 
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gol Exzellenz läßt bitten ' mich hinein!

Die Tür' fallt wieder zn sie sind allein.

Da liegt der Recke wie ein Eisenhart.

Kein Ton verrät'S, daß er verwandet ward.

-tellt nur die Frage:Nun?" in heitrer Rnb'.

Dem Adjutant schnürt's fast die Kehle, zu,

Doch muß es raus! Er zwingt's im festen Ton:

Von Eurer Exzellenz der junge Lohn"

Der Sprecher wird vor Weh bald blaß, bald rol.

..Ja. Exzellenz! er starb - den öeiöentob!"

Stumm, regungslos der alte Recke liegt.

6iu Blick empor zum Himnictszelt nur stiegt.

Raich deckt die Hand et über'S Auge sest.

Daß er die Träne» driit nicht sehen läßt.

Dahin sein Vaterstolz, sein schönstes Glückt - Kurz fällt, die Hand auf's Deckbett dann zurück.

Wie Schatten zrtckt's am Lebenshorizont:

..'Wo ist's gescheh'n?" ..Bei M, weit vor der Front.

Als seine Kompagnie er führt' zum Sieg."

..Ja. das sind so Verluste jetzt im Krieg.

War gleich er tot?" ..Schuß mitten in das Hext Ein kurzes Nicken nur. kein Wort von Schmerz.

Nur tiefe, tiefe Stille im Gemach,

Drin eine Fliege suntmt mit leisem Flngetschlna Nach einer Weile mit beherztem Ruck:

Ich danket" Tann ein langer, warmer Händedruck,

Ein feuchter Abschiedsblick teilt Klageton,

So gab ein Heldenvater her den täpfern Sohn.

Gab so der Vater ans dem Himmelsthron Nicht auch der Welt hin Seinen einz'gen Sohn?

Riß Ihn vom Herzen Sich und Sein Gebot ©stillt der Sohn im bitter» Kreuzestod;

Er starb dort für der ganzen Menschheit Schuld.

Warb ihr zurück des Vaters Liebeshuld.

Die sich mit jedem, der da glaubt und reuig weint.

In der Versöhnung warmem Händedruck vereint.

&

Das soll ein Wort sein.

Am 27. März 1813 war's. ba- rückte das Dorcksche Korps zu dem Befreiungskriege aus. Zu- vvr fand noch auf vier freien Plätzen in B rlin ein Feldgottesdieust statt. Für das Leibregiment und das zweite Leibhusarenregiment wurde diese Feier im Lustgarten abgehalten; damals war's noch ein sandiger Exerzierplatz, vou einer doppelten Reihe Pappeln eingefafzt. Als hier der Gottesdienst zu Ende war. ergriff Dorck das Wort zu einer kurzen Ansprache an die Truppen und schloß:Von diesem AngenbUck an gehört keinem von uns das Leben. Ich schwöte euch: ein unglückliches Balerland sieht mich nicht wieder." Kaum hatte Dorrt geendet, da rief in tiefer Bewegung ein Manii aus dem Gliede:Das soll ein Wort fein!" Und der Ruf wurde zur Tat; die Geschichte der Befreiungskriege hat es gezeigt; jene Heldenscharen, ja das ganze Volk hat willig Gut und. Blut für die Rettung des Vaterlandes geopfert.

Das soll ein Wort fein." Was ist es doch um das Halten des gegebenen Wortes! Vertrauen wird dadurch geweckt, es wächst der Blut zur Tat und die Kraft zum Leiden, das Herz wird getrost und sicher man kann sich darauf verlassen: das Wort wird gehalten!

Aber glaubst du. Gott lasse Sich von Menschen übertreffen im Worthalten?Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber Meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund Meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HErr, dein Erbarmer."

Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."

Ich vertilge deine Missetaten wie eine'Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu Mir, denn Ich erlöse dich"

Kommt her zu Mir alle, die ihr müh. selig und beladen seid. Ich will euch er- quicken "

Sv wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, daß Er uns die Sünde vergibt u u d reinigt u Ps von aller Untugend."

Sag mir doch, wird dir nicht wunderbar zumute bei diesen Worten, bei diesen festen, unwandelbaren, unverbrüchlichen Worten Gottes! Daraufhin kannst du leben und sterben, arbeiten und kämpfen, leiden und siegen. Die Worte deines Gottes sind ein Fels, darauf du sicher treten kannst.

Du fragst: Gelten sie denn auch für mich? Ich antworte: das kommt auf dich an. Willst du dich von deinen Sündeil trenileu und Gotte» Willen über dich anerkennen? Du sagst: Ja. Siehst du. ivie wir Gott bei Seinem Worte nehmen, so nimmt Er mich bei uikinem Worte. Wort um Wort, anders nicht. Aber das kannst du glauben, wen» du es recht und aufrichtig meinst und Ihm dein ganzes Vertrauen schenkst, dann wirst du bei >,chm nie ent- täuscht werden, und Seine Zusagen werden sich an dir erfüllen, du wirst bekennen müssen: Gott ist ge­treu Er kann Sich nicht verleugnen!

Sv gib Ihm dein Wort und mache den Bund! Gereuen ivird es dich nicht.

Hoskanimerrat Eismann

Der große Kohepriester.

Er mußte in allen Dingen Seinen Brüdern gleich werden, daß Er barmherzig würde und ein treuer Hoherpviesler vor Gott, zu versöhnen die Sünden des Bolkes." Estr. 2, 17.

Hier haben wir ein wunderbares gött­lichesMuß" vor uns. Im Leben des Hei­landes gab es manches göttlicheMutz. Er mußte als Kindlein geboren werden und ui die Niedrigkeit des Fleisches kommen; Er mußte Seinen Brüdern gleich werden Christus mutz'