Hier mag eingeschaltet werden, daß Sp. I. eine gläubige Mutter hatte; er ermn rle sich lehr wohl, Saß sie oft gesungen hatte: „Jesus, Heiland meiner Seele!" Er selbst sagt: „Obwohl ich imstande war, ein ganzes Haus voll Menschen zum Lachen oder zum Weinen zu bringen, war ich doch nicht fähig, einen Vers dieses alten Liedes zn singen, das ich lernte, wenn ich, an der Mutter Knie geschnticgt, mein Gebet gesprochen hatte."
Als Herr Sp. I. eines Abends aus einer Ver- sammlung in sein Hotel zurüclkehrte, holte ihn ein junger Mann ein, welcher an jenem Abend ernstlich für thn gebetet hatte. Unter einer Straßenlaterne standen sie, und der junge Mann mies den angesehenen Schauspieler auf Jvh. 3, 10 hin. Diese Worte schnitten tief in seine stolze Natur ein. Er sah sich als Sünder nun Gott gegenüber. Entrinnen konnte er Ihm nicht mehr. Sogar den jungen Mann ließ er stehen, stürzte in sein Hotel und schloß sich in sein Zimmer rin. Im heißen Gebetskampf rief er aus: „O HErr, meine E tclkeit, m ine Selbstsucht, mein Stolz machen mich für die Holle reif, wenn Du mich nicht errettest. Und siehe, Gott sp ach zu seinem Herzen. Er hatte ihm die A twort gegeben und ih n gesagt: ,,D» bist mm Mein Kind!" Bald darauf saß er im unsicheren Lichte des M »des an dem Tische und schrieb an seine Mutter: „Verzeihe das undeutliche Geschreibsel! Das Papier vor mir ist von Tränen naß. Aber Gott sei Dank, es sind selige Tränen! Ich habe mich entschlossen, Christo nach zufolge», mag cs mich kosten, was es ivolle. Mit Seinem Beistand unb unter Seiner Leitung verlasse ich die Bühne, um alles, was Er mir an Kraft gibt, der verlorenen Menschheit ;u widmen."
Aesus stark für mich.
B., der Sohn eines reichen Grundbesitzers, war ein ausgezeichneter Reiter, erfahrener Jäger und ge- schickter Ruderer. Geld hacke er, soviel er verbrauchen wollte Was fehlte diesem jungen Manne, der auch eine gute Bildung und Erziehung besaß? Ihm fehlte, obwohl er das selbst nicht wußte, Leben aus Gott, Hosfnung und Frieden.
Als B. eines' Morgens vor Sonnenaufgang auf den Anstand ging, die Büchse über der Schulter, sein Hund neben ihm, begegnete ihm ein alter Mann aus dem Torfe, welcher den jungen Herrn vom Gute ehrerbietig grüßte und ihn mit den Worten anredete: „Ach, junger Herr, Sie suchen Ihr Glück da, wo es nie zu finden ist."
B. ging schnell se nes Weges, ohne zu antworten. Was sollte er auch sagen? Aber das Woit, das er soeben gehört, ließ ihn nicht wieder los. Eine neue Gedankenwelt begann in seinem Junern: Ich suche das Glück? Und ich hätte es noch nicht gesunden? 1
Ist denn das nicht Glück: Sport, gute Unterhaltung, Wohlhabenheit? . Freilich, dieses Leben wird einmal zu Ende gehen, und was dann? In diese Gedanke« mischten sich bald Erinnerungen an manches, was in seiner Vergangenheit doch nicht harmlos und gut gewesen war. Anklagen und Entschuldigungen wechselten ihre stumme Rede und Gegenrede, aber immer mehr dunkle Flecken traten aus seiner Vergangenheit hervor. Ohne einen Schuß abgefeucrt zu haben, ging er mißmutig nach Hause. Das gute Frühstück schmeckte ihm nicht; sobald als möglich zog er sich in sein Zimmer zurück. Er fragte sich, ob das, was er bisher an Religion besaß, ihm wirklich Trost und Kraft gab. Er mußte ehrlich sagen: Rein. Seine Sünden und Übertretungen standen vor ihm, und er fühlte, daß er vor Gott ein schuldiger Sünder war.
So gingen einige Tage vorüber. B. kam in immer tieferes inneres Elend; bald lag er auf den Knien vor Gott, bald brütete er dumpf vor sich hin.
Heute abend hielten einige Gläubige unten im Schulhaus Versammlung. Ob das, was dort gesprochen wurde, wohl auch ihm aus seiner Not helfen konnte? Aber wie konnte er, „der junge Herr", unter die einfachen Leute gehen? Was für Gerede würde entstehen! Nein, das ging nicht. Und doch zog es ihn unwiderstehlich hin.
Fast mechanisch griff er nach Hut und Mantel und eilte in der Dunkelheit hinunter ins Dorf. Man hörte aus dem Schulhaus singen. Behutsam schlich sich B. unter das offene Fenster. Hier konnte er deutlich einige Worte des Liebes verstehen:
„Es auillt für mich dies teure Blut,
Das glaub' und fasse ich!
Es macht auch ine neu Schaden gut,
Denn esuS starb für mich!"
Wie glücklich mußten alle sein, die dies tu Wahrheit sagen konnten! Wie war sein Herz so elend und bedrückt! Jene konnten singen, und er konnte nur seufzen.
Noch unglücklicher als zuvor kehrte B. wieder heim. Er ging nicht zu Bett, nein, er kniete nieder und rief zu Gott um Gnade und Erbarmen, um Rettung und Befreiung. Als endlich der Morgen dämmerte, da ward es auch in seiner Seele licht Halte er nicht gehört: „Jesus starb für mich!"? Halte nicht Jesus gerade am Kreuze für Gottlos? gelitten, der Gerechte für die llngerechten? Jetzt brach der elvige Morgen an. Jenes kurze, inhaltsschwere Wort: Jesus starb ür mich!" ward der Schlüssel, der ihm den Blick in die Liebe Gottes öffnete. Er erkannte Gott, welcher Seines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern Ihn für uns alle dahingegeben bat. „Für mich! für mich!" jubelte sein glückliches Herz.
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