ßyristr Anlerredung mit einem samaritischen Weilie.
(Joh. 4. 1-1S.)
Jeder wird begierig sein zu hören, was unser Heiland zu einem armen, unwissenden Weibe, das Er an einem Brunnen traf, redete. Er nahm jede Gelegenheit wahr, den Menschen nach Leib und Seele Gnies zu tun, und obgleich müde, hungrig und duistig, war Er doch sleis eifrig in Seines Vaters Werk. Wir haben gewöhnlich allerhand Entschul- digungen und meinen so leicht, nicht mit anderen über geistliche Dinge sprechen zu können.
Sehe auf den Anfang des Gesprächs: Der Heiland bittet das Weib um Wasser. Sie antwortete: Wie bittest Du von mir zu trinken, so Du ei» Jude bist und ich ein samaritisches Weib?" freilich lebten ja die Inden und Sama- liier in Feindschaft miieinander; aber unserem Hei- lai binaren ja solche Gesinnungen fern; Er lieh Sich indessen in keinen Disput über diesen Gegenstand ein, sondern ging zu ciivas viel Wichtigerem über.
Welch eine milde Antwort gab Er dem un- - höflichen Weibel Er sah ihre Unwissenheit und hatte Mitleid mit ihr; Er sab, daß sie zugrunde gehen würde, wenn sie nichts mit Ihm zu tun haben wollte. Wie majestätisch und rührend ist Seine Erwiderung: „Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der mit dir redet, du bätest Ihn, und Er gäbe dir lebendiges Wasser!"
Das Weib verstand diese Antwort nicht. Sic wußte nicht, was der Fremdling mit der Gabe Gottes meinte, sie wußte nicht, daß Er selbst die Gabe Gottes für die verlorene Welt sei. Auch vcr- stand sie nicht, was Er mit dem lebendigen Wasser meinte, sondern dachte. Er ipräcke von dem Brunnenwasser. Obgleich der jüdische Fremdling arm aussah, so fing sie doch ein, zu ahnen, daß Er eine große Person sei; freilich konnte sie Ihn nicht für größer als Jakob, der diesen Brunnen gegraben hatte, halten; auch gab es ihrer Meinunq nach nirgend besseres Wasser, als das aus dem Jakobsbrunnen.
Jesus setzte die Unterredung fort, indem Er auf einen Fehler des Wassers des Jakobsbrunnens hinwies: „Wer dieses Wasser trinkt, den wird wieder dürsten." Es gilt ganz dasselbe oon allen irdischen Freuden und Genüssen; für eine kleine Zeit scheinen sie uns zu sättigen, aber gar bald kehrt der quälende Durst wieder. Haben wir dies nicht schon crsabren? Wir nahmen Teil an einem Vergnügen und fühlten uns vielleicht in etwas befriedigt; aber o wie kurz war diese Befriedigung! Wie bald wurden wir wieder ruhelos! So fahren wir fort zu dürften, bis wir des Heiligen Geistes teilhaftig geworden stud; dann fühlen wir uns befriedigt; dann finden wir in uns selbst eine Quelle b-T Seligkeit. Was ist die Quelle dieser nie ver
siegenden Freude? Es ist die durch den Heilige Geist in unsere Herzen ausgegossene Liebe Gotlei. und diese Liebe ist die Quelle des Friedens uni) der Hoffnung und Herrlichkeit. (SRönt. 5, 1—5.) Habt ihr nicht schon von Menschen gehört, die, vh gleich gefoltert von Schmerzen, dennoch cincsFri eben« voll waren, der da höher ist, denn all, Vernunft? Ihr habt sie vielleicht gesehen unk euch über sie gewundert, seht hier das Geheimnis erklärt: sie hatten wahrlich nicht getrunken ans einem Strom irdischer Erquickungen, aber in ihnen war ein Brunnen des Wassers, das in das iwige Leber quillt, das aus springt und nimmer erschöpft werden kann.
Das samaritische Weib verstand des Heilandei Meinung nicht, sie kam aber mit der rechten Sitte: „HErr, gib mir dasselbige Wasser!" O, dan doch wir alle so beteten I Gott würde sicherliä unsere Bitte erhören! Wie könnte etwas zu gros tins zu geben da sein für den Gott, der Se.n.'t Sohn für uns in den Tod gab? Wer hätte ar eine solche Gabe auch nur denken können, we, hätte ivagen mögen, darum zu bitten, daß de, Zkichter Seinen eingeborenen Sohn gebet möchte, um für den t v d es s ch u ld igen Sei. brecher zu sterben? Ist es nun aber. nod)ktJ Gott dieses wiiklich getan und Seinen Sohn sil, uns dahingegeben hat, nicht unerhörte llnbnnfbarfett, wenn wir nun nicht zu Ihm kommen und die Gäbet annehmen, die der Heiland durch Sein Blut erwoilm bat? Jesus gab Sein Leben dahin, um uns der Heiligen Geish das lebendige Wasser, zu erwerben, und wir wollten cs verjäumen, um diese kostban Gabe zu bitten? Gott bewahre uns vor solch ent setzlicher GleichgiltigkeitI Laßt uns vielmehr klk jeder bitten und sieben: „Gib mir dieses lebendig, Wasser, o Du. der Du also die Welt geliebt un! Deinen eingeborenen Sohn gegeben hast!"
Die Bekehrung eines Schauspielers.
Einer der bekanntesten Zeugen Jetu war Hm Sp. I., ein ehemaliger Schauspieler. Als ein völlig gottenisicmdktcr Mann trug er eine Branntwein, flasche bei sich, die er in ein Futteral gelegt hattt das genau einer Taschenbibel nachgeahmt war. «j fand seine Freude daran, für sich und andere SatlNit Gift fließen zu lassen unter dem Schein, daß er e>m» Quell des Wassers des ewigen Lebens bei sich lud» Gott führte ihn in eine Versammlung lebenbiget Christen in der Stadt. Er selbst sagte, daß er "l Angst t»k m, man könne ihn nach dem Zu1«" feiner Seele fragen. Dennoch brachte die Gna° Gottes das Wunder zustande, daß er in jenen 4Ng seine jckeußlicde Flasctie auslicserte, um sie gegen et richtige Bibel einzutauschen


