Ausgabe 
14.10.1917
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hatte das Herz des Menschen als die Stätte Gottes erkannt. In ihm liegen die göttlichen Quellen ver- borgen, deshalb auch die Urquelle zu allem Guten, zur wahren Weu'eit, zum göttlichen Lichte, zur ewigen Liebe. Di.ses Herz wies, unbeeinflußt durch äußere Dinge, wie z. B. die Bibel, aus sich selbst den Weg zur Gegenwart Gottes, des ewig Großen, Heiligen. Dieses Menschenherz ist ein solch gött- liches Ding, daß dafür ein Erlöser, ein Heiland nicht in Frage kommen kann.

Steht das Menschengeschlecht nicht auf einer hohen Stufe? Hat es nicht Wunderbares auf allen Gebieten erreicht? Sucht man dabei nicht den weniger Gebildeten zu fördern und die versumpften Farbigen aus ihrem Schlamme herauszuziehen? Liest man nicht von großen und kleinen Stiflnngen zum Wohle der Menschheit? Es gibt unendlich viel Hilft, und Heil- stätten für Kranke, Arme, Waiie usw. Man sucht die Krankheiten mit allen Mitteln zu beschränken und den Tod solange wie möglich sernzuhalten.

Wie überwältigend

sind auch die Fortschritte in den verschiedenen Zweigen der Wissenschaft, der Technik usw. Alles soll zum Besten der Menschheit dienen. Der Schweiß seines Angesichts soll auf ein möglichstes Minimum be- schränkt und die verfluchte Erde, soweit es eben geht, in ein Paradies verwandelt werden. Natürlich nicht auf einmal, sondern mit der Zeit. Aber der Mensch behauptete, auf dem besten Wege dazu zu sein.

Nun frage ich Sie: Soll diese hochstehende Menschheit zu etwas derartigem fähig sein, dessen Zeuge ich und mit mir viele Millionen sind? Diese Zerstörungswut und Mordlust soll ein Einfluß^>er edeln, göttlichen Menschenherzen sein? Glauben Sie, daß aus der Wohnstätte Gottes im Menschen soviel Neid und Haß hervorkommen kann? Das ist ja nn- möglich. Ein edler Apfelbaum bringt doch nicht auf einmal gefährliche, giftige Tollkirschen hervor! Es wäre doch gegen jedes Naturgesetz. Und die Naturgesetze sind doch die Grundlage alles Wissens und unseres Seins.

Was denn nun? Betreibt die Hölle mit ihren satanischen Mächten unter Ausschaltung des Menschen­geschlechtes diesen Krieg? Ach nein! Es stehen sich die edeln, gebildet-« Kulturmenschen in giftigem Haß und in Todesfeindschaft gegenüber, all das Furchtbare und unbeschreiblich Schreckliche hervorbringend. Wir sehen es mit unseren eigenen Augen, fühlen es an unserem eigenen Leibe. Eine Täuschung ist nicht möglich. Aber dieser Krieg und diebehaüptete hoheStellung derMensch. heit sind nicht vereinbar. Eines von beiden muß Wahr- heit und das andere muß Lüge sein. Da nun dieser fürchterlichste aller Kriege leider Wirklichkeit ist, kann die Behauptung der Menschheit von ihrem hohen Stande nur enie Lüge sein. Eine andere logische Schlußfolge­rung ist mir beim besten Willen nicht möglich.

Wenn auch der Mensch sagt:Es ist dieses ein letztes Ausflackern des alten, überstanden geglaubten,

unveredelten, bösen Naturtriebes des Menschenherzens, s es geht jetzt durch Nacht zum Licht, und bald wird / der Erde das Licht des Glückes und ewigen Friedens scheinen," so kann ich doch nur meiner Wahrnehmung Ausdruck geben, daß dieser böse Naturtrieb unheinn lich größer und stärker sein muß, als das der Bo hauptung gemäß vorhandene Gute. Hätte er sonst > mit derartig elementarer Gewalt und mit solcher Ausdauer hervorbrcchcn können? Nein, o nein, da i halte ich mich lieber an das Tatsächliche, denn:An s ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!" j

Man bezieht sich aus die früheren, im Lause von Jahrzehnten und Jahrhunderten hervorgebrachtev >' Früchte? Ach, sind Sie doch still. Kennen Sie Egoismus? Wenn Sie Menschenkenntnis besitze», werden Sie in etwa erkennen, inwieweit der <Sgoi§- mus, diese menschliche Eigenliebe, die Triebfeder z» so vielen guten Früchten gewesen ist.

Hierbei will ich aber bemerken, daß ich weit davon entfernt bin, mir ein Urteil über alle gute» Werke zu erlauben. Dies steht allein dem Gott zu, der ins Verborgene sieht und der das Verborgen­des Herzens einmal ans Licht ziehen wird. Gott sei Dank, hat es immer noch Menschen gegeben, bic wirklich gute Werke hervorbringen, gewirkt vo« de», allein Guten, Gott.

Kennen Sie die Geschichte des Menschen?

Dann müssen Sie sagen, daß stets das Böse die dom» | nierende Stellung einnahm. Und wenn Sie hinein- s geschaut haben in die Tiefen des menschlichen HerzenS, . dann sind Sie nicht überrascht, heute solche Früchte daraus hervorkominen zu sehen. Ja, gewiß, ich weis i was Sie denken, auch mein Herz hat diese bösen Naturtriebe. Es ist nicht besser, als das der übrigen Menschen. Der Weg zur Menschenkenntnis, soweü ich sie besitze, geht ja gerade über mein Herz. Mein eigenes Herz ist für mich stets das Prüfungsobjekt.

Wissen Sie, wenn ein Mensch an der Wahrheit des von den Menschen Gesagten irre oder sogar zu­schanden geworden ist, kann man's ihm dann ver­denken, wenn er nach dem greift, was man die Wahr­heit Gottes nennt und was von der großen Mensch­heit zum alten Gerümpel geworfen wurde? Sie lagt nämlich das Gegenteil von dem, was die Mensche» behaupten. Und merkwürdig, das von ihr, der Bebe! oder dem Worte Gottes, Gesagte, deckt sich voll und [ ganz mit dem, was wir heute erleben. Ihr Wm - steht nicht im Widerspruch mit dem, was wir sehet» j Forsche ich in ihr mit offenen Auge», dann erkenn» ich immer mehr die alles überwältigende, große Wahr- , heit. Hat diese Bibel nicht recht, wenn sie (f Woher kommen Kriege und woher kommen Strem- s leiten unter euch? Nicht daher, aus euren Lüste», , die in euren Gliedern streiten?" Ist das nicht e»us unverblümte, wahre Bezeichnung der heutigen K, stände? Ja, ich finde, daß alles, was sie von de , Menschen sagt, Wahrheit ist. Heute erkenne ich > ,

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