Ausgabe 
7.10.1917
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prrejen zu werden, das ist das höchste Ziel, welches er kennt. Wie ist doch das Herz des Menschen so finster und blind, wie ist es doch so fern von Gott!

Du aber, mein Leser, möchtest d u nicht Gottes Urteil über dich kennen? Sage nicht, wie so mancher: Das kann niemand wissenI" Nein, du kannst Gottes Urteil wissen; denn Er, der den Mund ge- schassen, hat selbst geredet, und zwarehemals zu den Vätern durch die Propheten", undam Ende dieser Tage zu uns durch den Sohn". (Ebr. 1,1.) Und in diesem Seinem Sohne, in Christo Jesu, ist uns Gottes Urteil über den Menschen völlig kundgewor­den. Und wenn du das Wort Gottes zur Hand nimmst, so findest du darin nicht nur, daßalles Fleisch Gras ist und alle seine Anmut wie die Blume des Feldes" (Jes. 40, 6. 7), sondern es sagt auch: Das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an" undalle Gedanken seines Her­zens nur böse." (1 Mose 6, 5; 8, 21.)

Vielleicht erwiderst du:Das bezieht sich doch nur auf eine gewisse Klasse von Menschen, auf die Verrufenen, Verworfenen und Versunkenen!" Nein, höre, was Gott sagt:Es ist kein Unterschied,' denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes/ und:Da ist nicht ein Ge- rechter, auch nicht einer . . . Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist nicht,' der Gutes tue, auch nicht einer!" (Röm. 3, 10 ff)

Siehe, das ist Gottes Urteil über dich. Er­kennst Su es an? Bist du von der Wahrheit desselben überzeugt und durchdrungen? Beuast du dich unter dasselbe? Sagst du:Ja, es ist wahr, ich bin ein verlorener Sünder, der die ewige Verdammnis verdient hatl"? Daun wirst du auch gewiß von Herzen begehren, versöhnt und frei zu werden; die Notwendigkeit deiner Errettung wird dir klar vor der Seele stehen. Dennes sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen". (Joh. 3, 3.) Und wie gesegnet ist es dann für dich, zu hören:Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe!" Er gab Je­sum, Seinen Sohn, den Gerechten, für uns ms Gericht und ans Kreuz.Des Menschen ^ohn ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist." (Luk. 19, 10.) Zu allen Mühseligen und Beladenen streckt Er die Hände aus und ladet ße zu Sich, um ihnen Ruhe zu geben. (Matth. 11,28.)

Er sagt:Wer zu Mir kommt, den werde Ich mcht hinausstoßen." (Joh. 6, 37.) Und Gott recht­fertigt den, der an Jesum glaubt (Röm. 3, 26); dennEr (Christus) ist unserer Übertretungen wegen dohmgegeben und unserer Rechtfertigung wegen auf- mveckt worden". (Röm. 4, 25.) In dem Opfertod ^esu ist die Schuld gesühnt, ja, er hat in diesem ^-ode das Urteil Gottes über alle seine Werke und n er sich selbst empfangen. Gerechtfertigt durck den

Glauben an Jesum, haben die Gläubigen Frieden mit Gott, stehen in der Gunst Gottes und dürfen sich in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes rühmen. (Röm. 5, 1. 2.) Dahin geht ihr Weg. Gereinigt von allen ihren Sünden, bekleidet mit den Kleidern des Heils, werden sie in alle Ewigkeit im Vater- haus di oben weilen und all die Segnungen genießen welche die Liebe Gottes für die Seinigen bereitet hat' ^ Und nun, mein Leser, was willst öu tun? Willst du dein Herz gegen die freundliche Einladung Gottes verschließen oder willst du Sein Heil an- nehmen? O bedenke wohl, wenn du das Heil Gottes verschmähst, wenn du unbekehrt stirbst, so ist dem ewiges Teil fern von Gott, in der äußersten Finsternis. Nur in dem Glauben an Ihn, den Ge- kreuzigten, ist Frieden und Vergebung zu finden. Magst du auch in deinen eigenen Augen und nach dem Urteil deiner Mitmenschen ein ehrbarer, tugend- Hafter, mildtätiger und religiöser Mensch sein, so bist du doch vor dem heiligen Gott ein unreiner, heilsbedürftiger Sünder. Darum gehe nicht länger in einer Selbsttäuschung dahin, welche die schrecklich, sten Folgen für dich haben muß! Behandle nicht eine so überaus wichtige Sache mit Gleichgültigkeit! Stehe einmal still auf deinem Wege und prüfe dich mit Aufrichtigkeit in dem Lichte Gottes und Seines heiligen Wortes!

Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, ver- stockt eure Herzen nicht!" (Ebr. 4, 7.)

Bekehrung.

Der berühmte Naturforscher H. Dr. erzählte oft die Geschichte eines jungen Lebemannes, der ivegen seiner sehr wankenden Gesundheit einen der ersten Ärzte um Rat fragte. Nach sorgsamer Unter­suchung sagte ihm dieser ohne Umschiveife, daß er. wenn er sich nicht gewisser geheimer Laster enthalte, in etwa drei Monaten blind sein würde. Als er diese ernste Ankündigung hörte, stürzte der Unglück- liche ans Fenster, riß den Vorhang zurück und schrie im Tone der Verzweiflung:Dann lebe wohl, schönes Licht, ich werde dich nicht mehr sehen!" Und sich zu dem Arzt wendend, sagte er:Doktor, ich kann diese Sünde nicht lassenI" Drei Monate später war er vollkommen blind.

Der Fall ist tieftraurig; aber er ist nichr trauriger als das Los aller derer, die durch Jesum gerettet werden könnten und nicht gerettet werden, weil ihnen die moralische Kraft fehlt. Ihr Wille ist durch die Gewohnheit wie gelähmt, so daß e8 ihnen unmöglich scheint, den Verlockungen der Welt gegenüber nein zu sagen, ihrer, spöttischen Ansichten, ihren schlechten Handlungen, ihren sündigen Ver­gnügungen zu entsagen.