Zertreten!
Wer hätte nicht an viel begangenen Spazierwegen oft schon mit Betrübnis die Verwüstung ge- sehen, die Kinder und andere unvernünftige Leute an Wiesen- und Kornfeldräudern anrichteten. Um ein paar Blumen willen, die schnell in der Hand verwelken und vielleicht bald schon wieder weg- geworfen werden oder daheim im Glase nur kurze Stunden das Auge erfreuen, werden Hunderte und Tausende von Gräsern und Halmen zerknickt und zertreten
Gegen diese Unsitte ist in jetziger Kriegszeit mit gutem Erfolg eiugeschritten worden. Wir lernten es wieder, jedes Hälmchen und jede Ähre zu achten als ein Teilchen der nötigen Nahrung für Menschen und Vieh. Möchten wir das auch für die kommende Friedenszeit beibehalten und auch in vielen anderen Dingen das Kleine und Geringe und Wenige achten und wertschätzen, was uns sicher viel Gewinn ein- bringen wird.
Und noch eine andere Lehre wollen wir uns zur Beherzigung daraus entnehmen. Die jetzige schwere Zeit ist eine besondere Saatzeit für den Samen des göttlichen Wortes, und viele dieser Samenkörnlein sind aufgegangen und eingewurzelt und zu Pflänzlein und Halmen geworden, die schöne Blüten und Früchte versprechen. Besonders viele unserer Krieger werden bei ihrer Heimkehr solche junge Pflänzlein des Glaubens und Gottvertranens in sich tragen. Wehe uns aber, wenn wir mit unbedachtem Zufahren oder mit der gutgemeinten Absicht, die Heimkehrenden zu erfreuen oder auf allerlei Weise zu ehren, diese Glaubens- pflänzlein zertreten oder ihnen irgendwelchen Schaden zufügen!
An solchem Niedertreten dürfte in erster Linie wohl immer der Alkohol beteiligt sein. Nach Aussage vieler auf Urlaub kommender Krieger wird es ihnen in der Heimat unsagbar schwer gemacht, ihre in Not und Gefahr mit heiligem Ernst Gott gegebenen
Gelübde auch zu halten. Wo ein Bekannrer ihnen > begegnet, erfolgt die Einladung ins Wirtshaus, um dort das Wiedersehen zu feiern, als ob es die größte Freude und höchste Ehre sei, die man einem Krieger bereiten kann, daß man ihm Gelegenheit gibt, sich mit Bier und anderen berauschenden Getränken kosten- los den Bauch zu füllen und die Sinne zu benebeln. Wieviele sind dann trotz aller guten Vorsätze noch nicht stark genug, solche gutgemeinten, aber völlig verkehrten Ehrungen mit der nötigen Ent- schiedenheit abzulehnen. Aus einem Glase aber werden bald ihrer etliche, und wenn einer dann vielleicht wieder wie früher betrunken nach Hause kommt, dann wandelt sich wohl die Freude seiner Frau und Kinder schnell wieder in Herzeleid und Tränen. Er selbst aber kommt in große innere Nöte und Kämpfe, in denen der Versucher ihm zuflüstert, daß sein Gott- erleben draußen im Schlachtgetöse doch nur Einbildung gewesen sei und daß man daheim durchaus nicht so leben könne, wie man sich's vorgenommen habe, und vieles andere noch — und das junge Glaubens- pfänzlein liegt zertreten am Boden, um sich vielleicht nie wieder zu erholen und nie zum blühenden und fruchttragenden Halme zu werden.
Wenn du es aber verhindern möchtest, daß es bei deinem Gatten, Bruder, Bräutigam oder Freunde gleicherweise so geschieht, dann schreibe dir dieses ernste Mahnwort tief ins Herz und handle danach und tritt selbst bis zu ihrer Rückkehr mit ein in die Schm derer, die dem Alkohol nicht mehr huldigen und damit auch ihren Mitmenschen durch ihr Tun nicht zum Versucher werden, sondern zum Helfer im Kampfe wider diesen Volks- und Leibes- und Seelenverderber. Ach, daß viele diese Jetztzeit noch benutzen möchten zum Bruche mit alten Gewohnheiten und Überlieferungen und umzulernen und das bisherige Namenchristentum abznlegen und Ernst zu machen mit einem Christentum der Tat und der Lebensgemeinschaft mit Gott.
Versammlungs-Anzeigen.
Bezirk Gieflen. Stadtmlflion Gießen, Löberstraße 14.
Jeden Sonntag l 1 /* Uhr Sonntagsschule; 4 Uhr Jungfrauenvereini 8 '/» Uhr Versammlung; 4*/» Uhr Christlicher Verein junger Männer; jeden Mittwoch 8 '/ 2 Uhr Bibelstunde; jeden Freitag 8'/2 Uhr Gebetsstunde.
Am 23, September findet in Gießen- Löberstr 14 unser Er,iU- dankfest statt Beginn nachm. 2Va Uhr und abends 8 '/ Uhr
Sonntag, den 30. Septbr., nachm. Nordeck, abends Wißmar u. Wieseck.
Sonntag,.den 7. Oktober, nachm Altenbuseck, Beuern u. Watzenborn.
Bezirk Bellnhausen.
Jeden Sonntag 2 Uhr Versammlung im Vereinshaus Bellnhausen. Bezirk Lriedberg. Stadtmission Friedberg, Kl. Köhlergasse8.
Jeden Sonntag l’/a Uhr Sonntagsschule: 4 Uhr Jnngsrauenverein; abends 8 Vs Uhr Versammlung; jeden Donnerstagabend 8 >/s Uhr Bibel- und Gebetsstunde: jeden Samstagabend 9 Uhr Männer- und Jünglingsverein.
Bezirk Lich und Schotten.
Nidda Jeden Sonntagabend 9 Uhr Versammlung: jeden Montagabend 9 Uhr GebetSstimde; jeden Dienstagabend 9 Uhr Bibelstunde. Jeden dritten Sonntag in, Monat nachmittags S Uhr Gemeinschastskonserenz
Schotten Jeden Sonntagmittag 12‘/i Uhr Sonntagsschule; jeden Sonuiagabend v Uhr Versammlung.
Betzenrod. Jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat nachmittags 3 Uhr Beriammlung. ,
Lißberg Jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat »an, mittags < Uhr Versammlung . ,
Ranstadt Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat abeich»
und vierten Donnerstag >"
9 Uhr Versammlung
Waller »Hausen Jeden zweiten Monat abends 9 Uhr Versammlung.
Lieb. Jeden Sonntagabend 8 '/s Uhr Versammlung: jeden tirettag abend 9 Uhr Gebetsstunde - ,
Holzheim. Jeden ersten Sonntag im Monat nachmittag» 8 ‘/a Uhr MonatSveriammlung. m . .....
BurkhardtSselden. Jeden ersten Mittwoch ,m Monat ave»-- 9 Uhr Monatsversammlung. „„ .
Ettingshausen Jeden ersten Donnerstag >m Monat aveich 9 Uhr Monatsversainnilnng.
Billingen. Jeden dritten Donnerstag >m Monat abends J Monatsversammlung. 0 UK
LangSdors. Jeden dritten Freitag ,m Monat abends 9 u» Monatsvcrsammlung.
Bezirk Sellnrod.
Sellnrod. Jeden Sonntagabend 8 '/e Uhr Versammlung jeden Mittwoch und Freitag Kriegsgebetsstunde mit Bibclbetrachtung.
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