Wesens, nahm Knechtsgestalt an und kam im Fleische bernieder, um inmitten der verlorenen Menschheit Gottes Gnade zu offenbaren. „Gott ist geoffenbart im Fleische." „Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit Sich selbst und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu." (2 Kor. 5, 19.)
„Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab." (Joh. 3, 16.) Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch Seinen Namen alle, die an Ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen.
Hast du, lieber Leser, die Stimme Jesu, des Sohnes Gottes, vernommen? Hast du Sein Wort an deinem Herzen wirken lassen? Bist du gewiß, daß du, wenn der Tod dich heute ereilen wird, eingeben darfst in die Herrlichkeit Gottes?
„Heut' lebst du, heut' bekehre dich,
Eh' morgen kommt, kann's ändern sich."
O. D.
L
Z>er Niagara.
Wie der Sambesi in Afrika, so ist der Niagara in Amerika bekannt. Dieser gewaltige 4000 Fuß breite Strom stürzt an einer Stelle mit donnerndem Getöse über eine Felsenbank 154 Fuß tief hinab. Vor einer Reihe von Jahren machte eine Gesellschaft von etlichen hundert Personen von Buffalo aus einen Ausflug, um das wunderbare Schauspiel dieses Wasserfalles zu genießen. Das Dampfboot, welches sie benutzten, wagte sich oberhalb des Falles bis nach Chippeway-Creek, von wo aus man den Rest des Weges zu Fuß machte. Alt und jung ergötzte sich an den in den Abgrund hinabstürzenden Wassermaffen und dem darüberschwebenden Regenbogen, welcher durch die Sonnenstrahlen, wenn sie auf die dampf- artig aufwirbelnde Wassersäule fallen, gebildet wird. Auch der Pfad, der hinter dem Falle unter dem etwas vorspringenden Felsen hindurchführt, wurde besucht.
In heiterster Stimmung bestieg man abends wiederum das Dampfboot, um die Heimfahrt anzu- treten. Aber das muntere Geplauder verstummte plötzlich, und sprachloses Entsetzen malte sich auf allen Gesichtern. Der Maschinenmeister hatte nicht für die nötige Dampfkraft gesorgt, so daß der Dampfer, als er aus dem ruhigen Wasser in die starke Strömung des Flusses kam, vergeblich gegen den Strom ankämpfte und von demselben mitgenommen wurde. Langsam trieb das Schiff dem Wasserfall zu, dessen Getöse man mit erschreckender Deutlichkeit hörte. Je weiter dem Falle zu, um so stärker wurde die Strömung die eben alles mit sich führt, was von derselben erfaßt wird. So schien denn das Schiff mit allen, die darauf sich befanden, seinem Untergang rettungslos entgegenzutreiben. Immer schneller wurde das 'schiff von der Gewalt der Strömung fort- geriffen, und die Donnerstimme des Niagara klanq manchem wie die Stimme des Gerichts.
Doch da fällt dem Maschinenmeister ein, daß er einen Vorrat Maschinenöls an Bord hat. Er holt es schnell herbei und gießt es ins Feuer. Und siehe, die Flammen lodern nun heller auf, der Dampf strömt kräftiger und die Räder drehen sich rascher. Jetzt steht einen Augenblick das Schiff im Kampfe der miteinander ringenden Kräfte still, und dann bewegt es sich vorwärts. Die Gefahr ist überwunden. Der Dampfer arbeitet jetzt der Strömung entgegen, und die Geretteten jubeln laut auf in dankbarer Freude, und mancher, der lange nicht gebetet, preist mit Tränen Gott für die Rettung. Einer, der diese gefährliche Fahrt mitgemacht, erbaute als Denkmal dieser wunderbaren Rettung eine Kirche.
Diese Geschichte wird wie von selber zum Gleichnis. Der gewaltige Strom der Sünde zieht unaufhaltsam und immer mächtiger den Menschen dem Verderben zu. Die eigene Kraft reicht nicht aus, die Sünde und fleischliche Gesinnung und die dahinterstehende Macht der Finsternis zu überwinden. Da ist der Augenblick gekommen, wo man beginnt, in der Kraft der Gnade Christi gegen die Strömung des Zeitgeistes, der Sünde und Welt erfolgreich zu kämpfen, wo man es nun erführt : Iesus ist Sieger! und ihn darob rühmt und preist!
&
Lächerlich?
In der biblischen Geschichte von dem Strafgericht Gottes über das grundverderbte Sodom wird uns erzählt, daß Lot zu seinen Schwiegersöhnen, „die seine Töchter nehmen sollten", ging und sie ermahnte: „Macht euch auf und geht aus diesem Orte; denn der Herr wird diese Stadt verderben." Die Bibel fügt über die Antwort, über die Gesinnung, über die Handlungsweise jener jungen Männer nur einen einzigen ganz kurzen, aber völlig bezeichnenden Satz hinzu, nämlich die Worte: „Aber es war ihnen lächerlich!" (1 Mose 19, 14.)
Das war am Abend. Am nächsten Morgen brach das Ungewitter über die der Vertilgung geweihten Städte los. Als die Donner rollten, die Blitze zuckten, die Erde wankte und erbebte und die Asphaltlager der ganzen Gegend zu brennen begannen, da war niemand mehr lächerlich zumute. Da versanken die frechen und die leichtsinnigen Spötter im brennenden, qualmenden Schlamm.
Aber wenn jene Spötter auch mit Sodom zugrunde gegangen sind, so leben doch noch heute ihre Gesinnungsgenossen, denen sie ihr leichtsinniges, freches Gelächter vererbt haben. Biete ihnen einen Traktat an, sprich mit ihnen über ihr Seelenheil, rede von deinem Heiland, warne sie vor den Folgen ihre: Sünde und vor dem zukünftigen Gericht, und du kannst noch heute das Gelächter jener sodomitischen Jünglinge hören Da börte ich neulich von einem


