Ausgabe 
9.9.1917
Seite
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Aber du bist gleich allen anderen Menschen von Gott abgewichen und hast Seine Gebote nicht erfüllt. Wie der verlorene Sohn bist du deine eigenen Wege gegangen und weit abgeirrt.

Zur Befriedigung deiner eigenen Wünsche, zur Erfüllung deiner selbstsüchtigen Zwecke hast du die reichen Gaben an Gesundheit und Verstand, welche Gort dir gegeben hat, gebraucht.

Und dennoch ruft Gottes Stimme:Gib Mir, Mein Sohn, dein Herz!"

Du hast die ewige Verdammnis verdient, aber ! Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, will dir ! gnädig sein. Vertraue Seiner Liebe und horche auf ' Seine freundliche Einladung.

Jesus, der Sohn Gottes, der aus dem Schoße des Vaters herniederkam, um der Welt das Leben zu geben, sagt:Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken!" und:Wer Mein Wort hört und glaubt Dem, der Mich gesandt hat, der hat das ewi^e Leben und kommt nicht ins Gericht."

Wahrlich> das sind gütige, gnädige Worte, und ste sind für dich, du müder Wanderer! Sie sind für dich, du sündenbeladene, weit abgeirrte Seele! O darum wende dich zu Ihm mit Vertrauen. Bekenne Ihm deine Fehler und Verirrungen. Er wartet schon lange auf dich mit erbarmender Liebe. Seine Freude ist es, dem zitternden Sünder ins Ohr zu rufen:Fürchte dich nicht, denn Ich habe dich er- löst; Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist Mein." (Jes. 43, 1.)Gib Mir, Mein Sohn, dein Herz!" Noch einmal richtet Er heute diese Bitte an dich. Willst du dein Ohr vor Ihm ver- schließen und voranschreiten auf der Bahn der Sünde und verloren gehen?

Gott bittet um dein ruheloses, schuldiges, mit böser Lust beflecktes Herz. Er will es reinigen. Er will es mit Friede und Freude erfüllen und zu Seiner eigenen Wohnung machen.

So wir im Lichte wandeln, wie Er im Lichte ist so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde

Er will dich rein und fleckenlos darstellen und fähig machen zu dem Erbteil der Heiligen im Lichte. Beantworte Gottes Bitte mit den Worten:

Hier ist mein Herz!

O nimm es gnädig an.

Ob ihm gleich viel gebricht!

Ich geb' es Dir. sc> gut ich's geben kann- Verschmäh die Gabe nicht!

Es ist mit böser Lust beflecket.

Mit Sünd' erfüllt, mit Schuld bedecket,

Mein sündig Herz.

Hier ist mein Herz!

Es sucht in Christo Heil,

Es naht zum Kreuze hin Und spricht: »O HErr, Du bist mein Gut und Teil.

Dein Tod ist mein GewinnI«

Es hat in des Erlösers Wunden Trost, Ruh' und Seligkeit gesunden,

Mein gläubig Herz."

Ja, bedenke, daß die Gnadenzeit Plötzlich für dich vorbei ist. O, daß du dann nicht zu spät deine entsetzliche Gleichgültigkeit und Torheit erkennen mußt! Das würde eine Ewigkeit voll bitterer Selbstvorwürfr bedeuten.

Bedenke, was zu deinem Frieden dient. O. D.

Al

Au bist der Wann!

König David war in schwere Sünde gefallen, aber er empfand sie nicht so recht als schwere Schuld. Da schickte ihm Gott den Propheten Nathan, daß er ihm Buße predige mit der gewaltigen Anklage: Du bist der Mann!" die wie ein blendender Blitz in die Sündentiefen seunS Herzens leuchtet.

Du bist der Mann? O mein geliebtes ; deutsches Volk, hörst du die Anklage? Vernimmst du, daß sie dir gilt? Ach, wie ungeheuer große Sünde und Schuld lastet auf dir! Du hast es wahrlich nicht nötig, sie bei deinen Feinden zu suchen. Du bist der Mann! Freilich, an dem Ausbruch des Krieges bist du nicht schuld; da kannst du mit reinem Gewissen betende Hände aufheben, aber sind es nicht deine zahllosen Sünden und Verfehlungen, die Gottes Zorn entfacht und nun zur Entladung über dich gebracht baben? Besinne dich doch über dich selbst! Wo ist, um nur eins zu nennen, die ernste, strenge, heilige Selbstzucht geblieben? Ist sie nicht verkehrt in unheilige, maßlose Selbstsucht, aus der dann so manche weitere schmähliche Sucht geboren wird: Habsucht, Gewinnsucht, Ehrsucht, Großmanns­sucht, Putzsucht, Genußsucht und Trunksucht. Ach. und das ist ja nur eins; wieviel Sünden könnte ich i sonst noch nennen, die in unserem Volke groß ge­wachsen sind! Doch ein Volk setzt sich zusammen aus einzelnen Menschen, darum, was der Gesamtheit gilt, das gilt mir und dir. So rede ich denn nun dich an, du lieber Kriegsmann, wer du auch bist, und ich darf es tun, weil ich zuerst das Wort habe zu mir reden lassen, das ernste Wort: Du bist der Mann! O mein Freund, sieh nicht rechts und j links, denke nicht an diesen oder jenen; sieh auf l dich, in dich, denke an deine Sünde. Sieh, der Heiland warnt Matth. 7, 3 ff., nicht den Splitter in j des Nächsten Auge zu suchen und darüber den Balken, im eigenen Auge zu übersehen. Verstehst du dies Bild? Der Splitter ist ein Teil vom Balken und hat darum Wesensgleichheit mit ihm. So ist es oft gerade die S-nde, die wir an anderen verurteilen, die uns selbst am meisten im Banne hält. Sie gilt es zuerst erkennen. O so laß dir das Wort zur Leuchte werden: Du bist der Mann! Dein Gott redet es zu dir! Du weißt doch, lieber Freund,